Gnomogram

News und Programme rund um GNOME

01.07.2002

Multi-GNOME-Terminal 1.4.1

Wer Linux intensiv nutzen will, kommt an der guten alten Shell nicht vorbei. Mit Multi-GNOME-Terminal (kurz MGT) existiert ein komfortables Terminal-Programm, das besonders für all jene interessant ist, die mehr als nur ein Terminal-Fenster nutzen und bei der Fülle Gefahr laufen, den Überblick zu verlieren. Laschen, so genannte Tabs, die bei Web Browsern und Editoren schon lange Standard sind, bietet MGT jetzt für jedes Terminal. Damit lassen sich beliebig viele offene Shells in einem Fenster zusammenfassen und über Tabs oder Tastaturkürzel direkt anwählen. Um bei vielen Tabs nicht den Überblick zu verlieren, lassen sich diese mit Titeln versehen und ändern die Textfarbe des Titels, sobald sich der Status dieser Shell ändert. Mittels Tastatürkürzel lässt sich diese Shell dann in den Vordergrund holen. Allerdings sind nur für die ersten zehn Shells Tastaturkürzel vordefiniert. Durch ein übersichtliches Menü lassen sich jedoch jederzeit neue hinzufügen oder bestehende ändern. Die Möglichkeiten, MGT an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, gehen noch weiter: Wer immer die selben Programme benötigt, kann diese im Menü Command festlegen. MGT lädt diese dann bei jedem Start automatisch. Flexibler ist es hingegen, alle offenen Tabs vor dem Beenden vom MGT zu sichern - bei korrekter Konfiguration stehen sie beim nächsten Start wieder zur Verfügung. Allerdings wird nur das Programm des jeweiligen Tabs gestartet; vom Programm geöffnete Dateien lädt MGT nicht nach. Gespeichert werden die offenen Tabs in der Konfigurationsdatei. Es ist also nicht möglich, verschiedene Konstellationen geöffneter Programm zu sichern. Bleibt zu hoffen, dass eine der kommenden Versionen diese Einschränkung behebt. http://multignometerm.sourceforge.net/

Abbildung 1: MGT - mehrere Shells in einem Fenster

Pan 0.11.3

Diskussionsforen im Internet, so genannte News Groups, gehören zu den ältesten und populärsten Diensten im Netz. Schon aus diesem Grund verfügt jeder leistungsfähige Web-Browser auch über einen News-Client. Allerdings stoßen diese bei den Zehntausenden von News Groups und der damit verbundenen Fülle von Nachrichten schnell an Ihre Grenzen. Wollen Sie also das Medium News effizient nutzen, brauchen Sie einen leistungsstarken News-Client, der außerdem noch einen gewissen Komfort bietet: Anforderungen, die Pan erfüllt. Der News-Client ist in der Lage, mehrere Server- und Benutzerprofile zu verwalten. Dabei zwingen auch große Server mit 15000 oder mehr Foren ihn nicht in die Knie. Zwar werden die wenigsten Nutzer wirklich alle Foren eines Servers abonnieren oder gar lesen, doch es reichen bereits zehn gut frequentierte Foren, um den Überblick bei den eingehenden Nachrichten zu verlieren. Besonders, wenn in den Foren ein hohes Hintergrundrauschen durch unwichtige Beiträge wie "ich bin deiner Meinung" oder anderen Spam herrscht. Erfreulicherweise besitzt Pan ein effizientes Filter- und Regelwerk, um solcher Nachrichten Herr zu werden, das obendrein auch problemlos mit eigenen Filtern erweiterbar ist. Alle Filter, eigene wie vordefinierte, lassen sich zu Regeln zusammenfassen, die auf die jeweiligen Foren angewendet werden. Lästige Nachrichten verschwinden dann fortan in einem Ordner oder direkt im Nirvana. Nichtsdestotrotz sind Foren wie z. B. alt.os.linux oder comp.os.linux.security mit je circa 100-200 Mails pro Tag immer noch gut besucht. Damit Sie die wirklich interessanten Diskussionen nicht aus dem Auge verlieren, lassen sich einzelne Nachrichten und ganze Diskussionen zur Beobachtung markieren. Pan setzt diese dann farblich von den restlichen gelesenen ab.

Ein weiterer Vorteil von Pan ist die Möglichkeit, "offline" zu arbeiten. Schließlich hat noch nicht jeder eine Flatrate. Um Online-Zeit zu sparen, lädt Pan je nach Konfiguration nur die Header aller neuen Nachrichten herunter. Frühere Versionen fragten bei mehr als 150 neuen Nachrichten, ob wirklich alle geladen werden sollten. Leider wurde diese Funktion in der aktuellen Version entfernt. Beschränken Sie sich lediglich auf die Nachrichten-Header, bleibt die Datenmenge beim Herunterladen gering. Aus den Betreffzeilen markieren Sie anschließend alle interessanten Nachrichten. Natürlich können Sie auch eigene Nachrichten verfassen. Bei der nächsten Anmeldung holt Pan dann die ausgewählten Nachrichtentexte und stellt Ihre eigenen ins Netz. Anschließend sehen Sie dann offline in Ruhe alle Nachrichten durch. Pan ist damit eine leistungsfähige Alternative zu den Standard-News-Clients aus Netscape oder Mozilla. http://pan.rebelbase.com/

Abbildung 2: Mit Pan können Sie News auch offline lesen

Abiword 1.0

Gab es vor circa anderthalb Jahren außer StarOffice und Applixware keine brauchbare Textverarbeitung für Linux, sprießen jetzt serienreife Produkte wie Pilze aus dem Boden. Dazu zählt auch Abiword. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie StarOffice, OpenOffice oder KOffice konzentiert sich Abiword auf die reine Textverarbeitung. Ursprüngliches Ziel des Projektes war es, eine plattformunabhängige Nachbildung von Microsoft Word zu schaffen. Bis zu diesem Ziel hat das Projekt allerdings noch ein gutes Stück Weg vor sich. Die aktuelle Version 1.0 ist jedoch schon sehr viel versprechend. Nichtsdestotrotz fallen einige Schnitzer direkt ins Auge: Schon nach den ersten Worten zeigt sich, dass Abiword keine deutsche Rechtschreibkontrolle mitliefert. Dass bei einigen Hilfemenüs die deutsche Übersetzung vergessen wurde, ist da eher nebensächlich.

Überraschenderweise steht auf der Web-Seite von Abiword zwar ein Hinweis auf ein deutsches Wörterbuch, aber kein Link zum Download. Gut versteckt auf den Download-Seiten des Sourceforge.net Server werden wir dann doch fündig. Neben verschiedenen Abiword Versionen stehen hier auch Wörterbücher für alle möglichen Sprachen, unter anderem auch Deutsch zum Herunterladen bereit. Trotz intensiver Suche in allen Menüs gelang es nicht, in einem Abiword-Dokument eine Tabelle zu erzeugen - eine Funktion, über die selbst minimalistische Textverarbeitugen wie TeD verfügen.

Gelungen ist der Microsoft-Word-Import-Filter, der die Word-Formate 6.0, 95 und 97/2000 unterstützt. Wie schon bei Importfiltern anderer Textverarbeitungen geht aber auch bei Abiword das Layout des Originaldokuments oft verloren - insbesondere, wenn der Text Tabellen oder Grafiken enthält. Oft werden diese nicht übernommen. Selbstverständlich kennt Abiword auch andere Dokumentformate, darunter so exotische wie das Psion-Textformat oder das vom Palm Pilot. Aber auch TXT, RTF, HTML, Applix Ware und Wordperfect gehören zum Repertoire, das insgesamt 18 verschiedene Formate umfasst. Überraschenderweise gesellen sich bei den Exportfiltern noch KOffice, Latex und Newsgroup Formatted Text hinzu, womit Abiword Dateien in 21 verschiedenen Formaten erstellt.

Einen ausführlichen Testbericht der drei Standalone-Textverarbeitungen Abiword, TeD und Pathetic Writer finden Sie im Schwerpunkt dieser Ausgabe auf Seite 47. http://www.abiword.org/

Abbildung 3: Abiword ist eine recht gelungene Textverarbeitung, hat aber Probleme mit der deutschen Rechtschreibung

GNOME 2

Lange dauert es nicht mehr, und auch GNOME wird (wie KDE) den nächsten großen Versionssprung machen: Der aktuelle Release-Plan (letzte Aktualisierung vom 1. Mai) sieht vor, dass nach der Veröffentlichung eines Release Candidates (7. Juni) am 21. Juni 2002 die endgültigen GNOME-2.0-Pakete erscheinen werden. Sollten die Pläne eingehalten werden, wird sich in der nächsten LinuxUser-Ausgabe ein längerer Artikel mit der Final-Version beschäftigen. Die "Release Roadmap", http://developer.gnome.org/dotplan/, blickt sogar noch weiter in die Zukunft und spricht schon von GNOME-Versionen 2.0.1 (Bug Fixes), 2.2 und 3.0 - allerdings vernünftigerweise ohne das Nennen von Terminen…

Abbildung 4: Ein Ausblick auf den kommenden GNOME-2-Desktop

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