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Spieglein, Spieglein …

MirrorMagic

01.07.2002 Auch wenn die Optik-Stunden aus dem Physikunterricht schon etwas länger her sind – die Regel "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel" ist sicher hängen geblieben. Das Spiel MirrorMagic macht ausgiebigen Gebrauch davon.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Computerspiele – nein danke? Selbst wenn Sie Ego-Shootern nichts abgewinnen können und Patiencen langweilig finden, ist noch nicht alles verloren, denn es gibt MirrorMagic. Das Spielprinzip dieses Linux-Spieleklassikers ist so simpel wie Sucht erzeugend: Mittels verdrehbarer Spiegel lenken Sie einen Laserstrahl so ab, dass er alle Ballons auf dem Spielfeld zum Platzen bringt. Dabei stellen sich Ihnen Wände, Schlösser, Eisbarrieren und vieles mehr in den Weg.

Die Vorlage für dieses Spiel – Deflektor – existierte schon auf Atari ST und Commodore Amiga. Allerdings handelte es sich damals nicht um Open-Source-Software. MirrorMagic selbst entstand bereits 1989 in einer Version für den Commodore Amiga. Im Jahr 1994 machte sich Holger Schemel daran, das Programm nach Linux zu portieren. Die aktuelle Version 2.0.1 ist durch die Verwendung der SDL-Bibliothek auch für MS-DOS und Windows verfügbar.

Den Spiegel anbringen

Bevor Sie die MirrorMagic-Homepage http://www.artsoft.org/mirrormagic/ zwecks Download besuchen oder sich mit der Heft-CD bewaffnen, sollten Sie das Vorhandensein folgender Pakete sicherstellen:

  • GNU-C-Compiler
  • make
  • glibc-devel
  • x11-devel

Das Archiv mit dem MirrorMagic-Quelltext kennt in seinem Makefile allerdings kein install-Target, so dass Sie die Installation händisch vornehmen müssten. Um Ihnen diese Arbeit abzunehmen, stellen wir auf der Heft-CD ein Installationsskript namens mminst.sh bereit, das Sie in ein gemeinsames Verzeichnis mit der Archivdatei mirrormagic-2.0.1.tar.gz kopieren.

Anschließend müssen Sie lediglich das Kommando sh mminst.sh in der Shell eingeben. Im Verlauf der Installation fragt das Skript nach dem root-Passwort, da es Schreibberechtigung für das Verzeichnis /usr/local braucht. Nach dieser Prozedur befinden sich das ausführbare Programm in /usr/local/bin und die zusätzlich benötigten Grafik-, Sound- und Level-Dateien in /usr/local/lib/mirrormagic.

Falls Sie mit der Installation aus dem Quellarchiv kein Glück haben, können Sie auch auf fertig gebaute Paketdateien für SuSE und Debian (jeweils in der Distribution enthalten) zurückgreifen. Allerdings basiert das SuSE-Paket noch auf der veralteten Version 1.3.

Vorsicht, Laser!

Nachdem Sie in einem Terminalfenster das Kommando mirrormagic & abgesetzt haben, begrüßt Sie das Spiel mit dem Hauptmenü (Abbildung 1). Unter dem Menüpunkt Name legen Sie Ihren Spielernamen fest. Als Voreinstellung wird der Login-Name verwendet. Mit Level wählen Sie aus den Level-Sets Deflektor, Mindbender und eigenen Levels aus. Der Name des aktuell eingestellten Level-Sets wird rechts unten angezeigt. Hinter Hall of Fame verbirgt sich die Bestenliste.

Abbildung 1: Menü des Tages

Im Level Creator ist es möglich, eigene Spielszenarien zu basteln. Der Info Screen stellt die einzelnen Spielelemente vor, ein Klick auf den Ballon neben Start Game startet den aktuell eingestellten Level, mit Setup nehmen Sie Einstellungen zu Sound und Gameplay vor, und mit Quit verlassen Sie das Spiel.

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LinuxUser 03/2012

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