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8-Bit-Zeitreise

Emulatoren unter Linux - Teil 2

Einer für alle

Der einzige unter Linux erhältliche Emulator trägt den Namen Atari800 [13]. Dafür kennt er alle genannten Atari-Systeme. Vor seinem Einsatz empfiehlt es sich, das Paket des Emulators PC Xformer 2.5 aus dem Internet herunterzuladen [14] (Versionsnummer beachten). Es handelt sich hierbei um einen Atari-Emulator für MS-DOS, der neben ein paar Diskettenabbildern mit Beispielprogrammen auch die zu Atari800 passenden ROM-Dateien enthält. Nach dem Entpacken des Archivs müssen die Dateinamen ggf. noch in Kleinbuchstaben umbenannt werden. Sofern Sie unter SuSE Linux die dort mitgelieferte Atari800-Version einsetzten möchten, gehören die ROM-Dateien in das Verzeichnis /usr/lib/atari800. Um den Emulator zu starten, öffnen Sie zunächst ein Terminalfenster. Sofern Sie das Programm selbst übersetzt haben, wechseln Sie per cd <Verzeichnis> in das entsprechende Unterverzeichnis und geben dort atari800 ein. Im anderen Fall entfällt der Verzeichniswechsel. Nach dem Start werden Sie ggf. noch nach dem Standort der ROM-Dateien gefragt. Ist die eigentliche Emulation initiiert, präsentiert sich der Atari-Einschaltbildschirm in Form des Selbsttests. Per [F5] gelangen Sie von hier aus ins BASIC und mit [F1] zu jeder Zeit in das Konfigurationsmenü des Emulators.

Abbildung 9: Das Konfigurationsmenü des Atari-Emulators Atari800

Um ein Programm zu laden, wählen Sie im Menü zunächst unter Disk Management eine startfähige Diskette aus (z. B. die bei PCXformer mitgelieferte Datei dos25.xfd). Atari800 kennt die Disketten-Image-Formate .atr, .xfd und .dcm. Führen Sie nun erneut einen Reset durch ([Esc] gefolgt von [F5]). Der emulierte Atari erkennt, dass eine Diskette eingelegt ist, und versucht, das auf ihr gespeicherte DOS zu laden. In der Regel erscheint dieses anschließend in Form eines kleinen Menüs. Ist kein DOS auf der Diskette abgelegt, schaltet der Atari automatisch auf das eingebaute BASIC um.

Ausblick

Beim nächsten Mal dreht sich erneut alles rund um 8-Bit-Computer. Dort werden wir neben Sir Clive auch den MSX-Standard kennen lernen, von dem niemand so genau weiß, was seine Buchstabenkombination tatsächlich bedeutet.

Kompilieren

Sofern die jeweiligen Emulatoren Ihrer Distribution nicht beiliegen und Ihnen nur ein Archiv mit dem Quellcode zur Verfügung steht, müssen Sie das entsprechende Programm in eine ausführbare Version übersetzen (kompilieren). Hierzu installieren Sie zunächst die GNU-Werkzeuge in Form von GNU make, dem C-Compiler gcc und der Bibliothek zlib. Diese Pakete sollte jede Distribution mitbringen. Anschließend entpacken Sie das heruntergeladene Archiv mit einem geeigneten Packprogramm (z. B. Ark) in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Öffnen Sie nun ein Terminal-Fenster und geben dort den Befehl cd <Verzeichnis> ein. <Verzeichnis> steht hierbei für den Pfad, in das Sie das Archiv entpackt haben, inklusive des ggf. dort neu erstellten Unterverzeichnisses für den Emulator.

KEGS

Wechseln Sie per cd src in das gleichnamige Unterverzeichnis. Geben Sie rm vars; ln -s vars_x86linux vars, gefolgt von make ein. Das fertige Programm heißt kegs. Weitere Informationen finden Sie in den Dateien README.compile und README.kegs.

apple2emu

Geben sie ./configure und make ein. Die erstellten Programme xapple2 und xapple2-80col befinden sich anschließend im Unterverzeichnis src.

Darcnes

Geben Sie make ein. Das fertige Programm heißt darcnes.

Atari800

Wechseln Sie mit cd src in das gleichnamige Unterverzeichnis. Geben Sie dort ./configure --target=x11, gefolgt von make ein. Das erstellte Programm trägt den Namen atari800. Im Unterverzeichnis DOC befinden sich mehrere Dokumente mit weiterführenden Informationen.

Rechtliches

Sowohl ausgelesene ROMs als auch Diskettenabbilder werden im Internet wie Freibier angeboten. Vor dem Download sollte man allerdings beachten, dass jegliche Software, einschließlich der Betriebssysteme, nach wie vor urheberrechtlich geschützt ist. Wer also nicht über das Original verfügt, erstellt zwangsläufig eine Raubkopie. Verschärft wird das Problem dadurch, dass einige Firmen mittlerweile pleite sind oder der Verbleib der Rechte nach mehreren Auf- und Verkäufen im Dunklen liegt. Einige Hersteller erlauben aber diversen Seitenbetreibern, ihre alten Programme anzubieten. Wir raten bei derartigen Angeboten dennoch zu ständigem Misstrauen. Als Alternative können Sie auf dem Gebrauchtmarkt ältere Computer und Original-Software erstehen. Eine gute Anlaufstelle sind hierfür z. B. das Internetauktionshaus eBay [33] oder die Firma Sintech [34]. Darüber hinaus gibt es einige Hobbyprogrammierer, die Test- oder Freeware-Programme geschrieben haben (vgl. Kasten Infos). Im Zusammenhang mit dem Apple II ergibt sich eine weitere legale Quelle: Der Spielehersteller Sierra veröffentlichte vor einiger Zeit eine Sammlung unter dem Namen The Roberta Williams Anthology. Der Inhalt dieses Pakets bestand u. a. aus einem Windows-Emulator mit entsprechenden ROMs sowie einigen Abenteuerspielen als Disketten-Images.

Glossar

8-Bit

Prozessoren (das Gehirn eines jeden Computers) werden nach Anzahl der Datenbits klassifiziert, die sie pro Schritt auf einmal verarbeiten können. Heutige Pentium- und Athlon-Prozessoren arbeiten mit 32 Bit.

Emulatoren

Einige Programmierer versuchen, Computer-Hardware mit Hilfe von Software unter Linux nachzubilden. Diese Programme verhalten sich so, als wären sie der reale Computer - sie emulieren ihn (engl. emulate, nachahmen). Durch die möglichst perfekte Nachahmung ist das Emulationsprogramm (kurz Emulator) sogar in der Lage, Software des ursprünglichen Computers auszuführen.

DOS

DOS ist die Abkürzung für Disk Operation oder Operating System. Es handelt sich hierbei um ein Programm, mit dem der Benutzer eines Computers Disketten oder ähnliche Speichermedien komfortabel verwalten kann.

Infos

[] Da sich die Emulatorengemeinde sehr schnell verändert, bitten wir um Verständnis, falls einige der folgenden Links nicht mehr erreichbar sind oder sich die Adresse geändert hat.

[] Apple II

[1] http://www.linux.org/apps/AppId_673.html bzw. http://www.inwards.com/xgs/ Homepage XGS

[2] http://www.vg-network.com/emudl.phtml?apple2&9 oder http://www.psn.net/~kentd/kegs/ Homepage KEGS

[3] ftp://ftp.apple.asimov.net/pub/apple_II/emulators/ Bezugsquelle des Apple II+ Emulator

[4] http://www.netway.com/~nyef/ Homepage Darcnes

[5] http://quark.netfront.net:6502/ Homepage yae

[6] ftp://ftp.apple.asimov.net/pub/apple_II/emulators/ Bezugsquelle des ProDOS Emulator

[7] http://www.zip.com.au/~alexm/faq/ Apple II Emulation Page

[8] http://apple2history.org/ Apple II History (inklusive guter Linksammlung)

[9] http://www.apple2.org/ Apple 2 (u. a. Bilder alter Apple-Hardware)

[10] http://home.swbell.net/rubywand/A2FAQs2CONTENT.html Jede menge FAQs (häufig gestellte Fragen)

[11] ftp://ftp.apple.asimov.net/pub/apple_II/ Archiv mit Apple II Software und Emulatoren

[12] http://www.apple.de Homepage von Apple Computer

[] Atari

[13] http://atari800.sourceforge.net/ Homepage Atari800

[14] http://www.emulators.com/xformer.htm Homepage PC Xformer 2.5

[15] http://www.cswnet.com/~nkennedy/sio2pc.htm Homepage SIO2PC

[16] http://www.umich.edu/~archive/atari/8bit/Diskutils/Transfer/ Archiv mit Transferprogrammen

[17] http://www.umich.edu/~archive/atari/8bit/ Umfangreiches Softwarearchiv

[18] http://www.horus.com/~hias/atari/ Homepage Ataridsk

[19] http://www.faqs.org/faqs/atari-8-bit/faq/ Sammlung guter FAQs (häufig gestellte Fragen)

[20] http://www.uni-karlsruhe.de/~un55/8bit.html Atari 8-Bit Resort

[21] http://members.aol.com/bsedlmair/atari.htm Atari Museum

[22] http://www.atari-home.de Seite rund um Atari in deutscher Sprache

[23] http://www.atari-history.com Geschichte der Atari Computer

[24] http://www.atarihq.com Seite rund um Atari Computer und Konsolen

[25] http://www.atari.org Seite rund um Atari Computer und Konsolen

[26] http://www.atari.com Die Reste der Firma Atari

[] Allgemeine Seiten

[27] http://www.emucamp.com Emucamp

[28] http://www.zock.com www.zock.com

[29] http://www.8bit-museum.de 8-Bit Museum

[30] http://www.old-computers.com/ www.old-computers.com

[31] http://www.classicgaming.com Classicgaming

[32] http://www.emuunlim.com www.emuunlim.com

[33] http://www.ebay.de Internetauktionshaus eBay

[34] http://www.sintech-shop.de Sintech

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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