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icepack is back

icepack Linux 2.0 auf der Heft-CD

01.06.2002

Nach etwa einjähriger Entwicklungszeit macht icepack Linux den Versionssprung zur 2.0. Im Gegensatz zur 1.x ist diese Version RPM-basiert und bietet viele aktuelle Pakete und ein recht komfortables wenngleich gewöhnungsbedürftiges Installationsprogramm.

Öfter mal was Neues: Neben den bekannten Größen der Linux-Szene wie SuSE, Red Hat, Mandrake, Caldera und Debian gibt es einige kleinere Distributionen, auf die wir regelmäßig einen Blick werfen. icepack Linux, vor etwa einem Jahr erstmals auf dem deutschen Markt aufgetaucht, ist in Version 2.0.1 erhältlich, und dieser Artikel beschreibt die Installation der abgespeckten 1-CD-Version, die Sie auf der Heft-CD finden. Informationen zur Vollversion (vier CDs, je nach enthaltenem Support ab 29,90 Euro) gibt es unter http://www.icepack-linux.de/.

icepack 2 ist kurz vor KDE 3 erschienen, enthält also noch die älteren KDE-2.2.2-Pakete - nach Auskunft der icepack-Entwickler sind jedoch Update-Pakete auf KDE 3 in Vorbereitung und vielleicht mit Erscheinen dieser Ausgabe schon verfügbar. Neben KDE gibt es die Desktop-Umgebungen GNOME und WindowMaker; die Kaufversion kommt mit StarOffice und Netscape. Office und Web-Browser bietet aber auch die Heft-CD: Hier gibt es Mozilla 0.9.8, KOffice 1.1.1, Abiword und Gnumeric.

Installation

Nach Auswahl der Installationssprache (Deutsch oder Englisch) und der Begrüßung durch "iceTux", das Installatiosprogramm, folgt eine kurze Auflistung der erkannten Hardware; das betrifft Prozessor, Platten, CD-ROM, Diskette und eventuelle Netzwerk- und SCSI-Karten.

Im Anschluss wird die Tastaturbelegung eingestellt; hier ist Deutsch/QWERTZ Latin1-Tastatur mit keinen unbelegten Tasten Default-Einstellung und auch richtige Wahl. Danach wird der Standort festgelegt; Europa/Berlin ist hier die Vorgabe und kann für andere Länder angepasst werden.

Abbildung 1: iceTux zeigt die erkannte Hardware an

SCSI?

Der nächste Schritt ist nur für Anwender mit SCSI-Karte notwendig: In einer Liste wird die automatisch erkannte Karte bereits angezeigt und braucht nur bestätigt zu werden. Sollte der Installer sich irren, können Sie hier Support für eine andere Karte aktivieren - notwendig ist die Treiberauswahl, damit das SCSI-Modul in die Initial Ramdisk aufgenommen wird, die vor dem Mounten der Dateisysteme gelesen wird.

Paketauswahl

icepack Linux ist als Einsteigerdistribution konzipiert und erschreckt nicht mit einer Auflistung tausender Programme: Im Wesentlichen können Sie hier zwischen KDE und GNOME wählen oder beide Desktops installieren. Zusätzliche Paketoptionen der Vollversion (vier CDs) werden hier zwar angezeigt, sind aber als nicht verfügbar (N/V) markiert.

Um beispielsweise die WindowMaker-Pakete abzuwählen, klicken Sie zunächst links auf WindowMaker und dann rechts auf KEIN WindowMaker - dadurch wird der linke Eintrag rot (statt grün) markiert: das Zeichen für das Abwählen der Pakete.

Abbildung 2: Bei der Paketauswahl lassen sich ganze Paketgruppen schnell abwählen. Grün markierte Pakete werden installiert, rote nicht

Wohin installieren?

Wählen Sie nun die Festplatte aus, auf die icepack Linux installiert werden soll; in den meisten Fällen wird nur eine angezeigt - klicken Sie diese an (so dass sie blau markiert ist) und klicken Sie auf Mehr, um die Platte zu partitionieren.

Windows verkleinern

icepack Linux erlaubt das Verkleinern von Windows-Partionen - allerdings nur, wenn es sich dabei um VFAT-Partionen handelt, wie sie von Windows 95, 98 und Me verwendet werden: Ist auf dem Rechner ein NT-Abkömmling (Windows NT, 2000, XP) auf einer NTFS-Partition installiert, die die ganze Platte füllt, so müssen Sie zum Verkleinern ein anderes Tool wie z. B. Partition Magic verwenden oder aber Windows neu installieren und dabei freien, unpartitionierten Platz auf der Platte lassen.

In unserem Installationsbeispiel haben wir die 1 GByte große Platte mit einer diese ganz füllenden VFAT-Partition versehen, um die Größenänderung zu testen. Bitte beachten Sie, dass diese zuvor unter Windows defragmentiert werden sollte und natürlich genug freien Platz haben muss, um schrumpfen zu können.

Markieren Sie die zu verkleinernde Windows-Partition und klicken Sie dann auf Größe ändern. Geben Sie im Feld Neue Größe die gewünschte kleinere Größe für die Windows-Partition ein. Die hinreichend deutliche Warnung bestätigen Sie per Klick auf Ändern. Nach der Bearbeitung erscheint der freie Plattenplatz in der Partitionstabelle. Diesen neuen Eintrag können Sie nun markieren und per Klick auf Neu Partitionen für Linux anlegen.

Wollen Sie auf dem Rechner nur mit Windows und Linux arbeiten, reicht es, zwei zusätzliche primäre Partitionen anzulegen: eine rund 2 GByte große Partition für das Linux-Dateisystem und eine Swap-Partition, für die sich zum Beispiel eine Größe von 256 - 512 MB eignet. Als Dateisysteme verwenden Sie Linux ReiserFS und Linux Swap. Haben Sie die Einstellungen festgelegt, erzeugen Sie die Partition per Klick auf Erstellen.

Abbildung 3: Mit dem Partitions-Manager erstellen Sie neue Partitionen für Linux-Daten und Swap

Sind alle notwendigen Partitionen angelegt, markieren Sie die Linux-Datenpartition und klicken auf OK, womit dieser Schritt beendet wird.

Abbildung 4: So sieht eine Standard-Partitionierung am Ende aus: Platz für Windows und Linux

LILO einrichten

Nun wird noch der Boot-Manager eingerichtet. Für Linux legt der icepack-Installer automatisch einen Eintrag an; wurde die Windows-Partition als bootfähig erkannt, taucht sie ebenfalls dort auf. Falls nicht, klicken Sie auf Mehr und schieben die Windows-Partition aus der Liste der nicht-aktiven Partitionen nach oben; danach müssen Sie mit Zurück zur vorherigen Maske zurück kehren.

Der Boot-Manager sollte in den MBR (Master Boot Record) der ersten Platte installiert werden, damit er automatisch beim Rechnerstart aktiviert wird. Alternativ können Sie ihn in den Boot-Sektor der Linux-Partition installieren; das ist nur interessant, wenn Sie einen anderen Boot-Manager verwenden wollen - in dem muss die neue Linux-Partition nach der Installation aktiviert werden.

Wenn mehrere Boot-Menü-Einträge vorhanden sind, markieren Sie nun noch diejenige, die automatisch starten soll, wenn Sie die Wartezeit des Boot-Managers verstreichen lassen - klicken Sie auf Standard-Boot, um genau dies festzulegen: Der Button vor dem Eintrag wird dann blau.

Klicken Sie schließlich auf OK, um Ihre Angaben zum Boot-Manager zu übernehmen. Je nach Konfiguration erscheint dann eine Warnung, dass Sie den Boot-Manager besser auf Diskette installieren sollten - es ist in der Regel ratsam, diesem Vorschlag zu folgen, es sei denn, Sie haben funktionsfähige Windows-Boot-Disketten, mit denen Sie ein nicht bootendes System wieder startfähig machen können.

Mount-Punkte

Im nächsten Schritt legt der Installer die Mount-Punkte für verschiedene Datenträger fest; Diskette und CD werden als Vorgabe unter /media/floppy und /media/cdrom eingehängt; die Standardwerte können Sie meist übernehmen.

Grafik

Nun wird der Einsatz von X Window vorbereitet. Dazu fragt die Installationsroutine nach Grafikkarte, Monitor, Tastatur und Maus bzw. zeigt die automatisch erkannten Geräte an. Aus den drei Untermenüs müssen Sie jeweils mit Zurück zum übergeordneten Punkt zurückspringen; das graue, nicht anklickbare OK irritiert hier ein wenig. Eine gute Idee ist es, die Einstellungen per Klick auf TEST zu überprüfen. Wenn alles richtig war, erscheint ein Testbildschirm in der gewünschten Auflösung, der nur ein kleines icepack-Logo in der Bildmitte anzeigt.

Abbildung 5: Um X Window einzurichten, prüfen Sie die automatisch erkannten Informationen zu Grafikkarte, Monitor und Maus

Netzwerk und Sound

Die Netzwerkkonfiguration können Sie bei der Erstinstallation überspringen und später nachholen; sollten Sie die notwendigen Daten aber zur Hand haben, oder können Sie den Rechner dank eines DHCP-Servers automatisch konfigurieren, können Sie die Einstellungen auch gleich hier vornehmen. Wie gehabt wird auch bei diesem Schritt die erkannte Netzwerkkarte in einer Liste von Treibern markiert angezeigt.

Die Installation der Sound-Karte konnten wir im Test nicht überprüfen, da die Karte nicht erkannt wurde. Auch dieser Schritt lässt sich später noch nachholen.

Dienste

Linux ist dank seiner langen Geschichte als Server-System mit diversen Diensten ausgerüstet, die sich je nach Wunsch an- oder abschalten lassen. Gehen Sie daher ruhig durch die im nächsten Schritt angezeigte Liste der Systemdienste, und schalten Sie Dinge ab, die Sie kennen und von denen Sie wissen, dass sie nicht benötigt werden. Ein Kandidat dafür ist etwa der WWW-Proxy-Server wwwoffled, der per Default gestartet wird.

Abbildung 6: Dienste zu deaktivieren, spart Arbeitsspeicher und erhöht die Sicherheit

Accounts anlegen

In den letzten zwei interaktiven Schritten geht es um den Zugang zum System: Geben Sie das Passwort für den Systemadministrator root ein und legen einen nicht-privilegierten Account für die tägliche Arbeit an. Per Klick auf Neuer User lassen sich danach noch weitere Accounts anlegen; sonst klicken Sie auf OK. Danach folgen noch Einstellungen für das grafische Login-Programm; diese können Sie in der Regel einfach übernehmen.

Abbildung 7: icepack verwendet für den grafischen Login einen eigenen xdm-Klon, den Sie hier konfigurieren können

In der folgenden Maske werden die nun folgenden Schritte angezeigt. Bestätigen Sie diese ein letztes Mal mit OK, um die Formatierung und Übertragung der Dateien zu starten. Das Erstellen einer Notfalldiskette ist ratsam, kann aber übersprungen werden, indem Sie diesen Punkt bestätigen, ohne eine Diskette im Laufwerk zu haben. Das Kopieren der Pakete dauert nun einige Minuten; der Installer zeigt dabei stets an, wieviele noch fehlen.

Abbildung 8: Das Kopieren der Pakete dauert etwas länger. Dank Fortschrittsbalken können Sie das Ende abschätzen

Nach abgeschlossener Installation erscheint noch ein Hinweis, dass sich Drucker, Modem, ISDN, DSL und Internet via Kabel über den Konfig-Manager aktivieren lassen. Bestätigen Sie mit OK, um das neue icepack-System zu booten.

Abbildung 9: icepacks Konfig-Manager auf dem WindowMaker-Desktop. Leider enthalten die Programmmenüs auch die nicht installierten Programme

Kasten 1: Boot-Probleme beheben

Bei Tests auf zwei Rechnern war der Boot-Manager nach der Installation an die falsche Stelle geschrieben worden: nämlich in den Boot-Sektor der Linux-Partition und nicht in den MBR. Sollten Sie dieses Problem auch haben, booten Sie von Boot-Diskette, melden sich als root an und ändern in der Datei /etc/lilo.conf die Zeile "boot=…" so, dass sie auf den MBR zeigt - also beispielsweise auf /dev/hda statt /dev/hda2 oder /dev/sda statt /dev/sda3. Danach führen Sie den Befehl /sbin/lilo aus, um den Boot-Manager neu zu schreiben.

Kommen Sie nicht an das System heran (z. B. weil Sie keine Boot-Diskette erzeugt haben), nehmen Sie eine beliebige Rettungsdiskette, die Sie auf einen Linux-Bash-Prompt kommen lässt, mounten die icepack-Partition nach /mnt, machen mit chroot /mnt dieses Verzeichnis zum Root-Verzeichnis und gehen dann wie oben vor. Nach dem Lilo-Aufruf geben Sie dann exit ein, um die chroot-Umgebung wieder zu verlassen.

 

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