Das perfekte Versprechen
Volkers Editorial
Schnee von gestern?
Mit dem Wachsen des Internets und seinen Möglichkeiten wuchsen auch die Gefahren des ungewollten Zugriffs von außen auf das eigene System. Firewalls sind heutzutage ein Mittel, sich vor der kriminellen Energie von außen zu schützen. Viele Firmen haben noch zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die eigenen Systeme vor Viren oder anderen unliebsamen Überraschungen von außen zu schützen: Bei allen eingehenden Mails werden die Anhänge gnadenlos abgeschnitten und vernichtet.
Lediglich reine Text-Mails kommen etwa an meinem Arbeitsplatz unbeschadet an. Doch wie lässt sich eine benötigte JPEG-Datei dennoch auf den Desktop meines Rechners zaubern? Hier greife ich zum Schnee von gestern: uuencode ist das Mittel der Wahl. Zuerst wandele ich das Bild mit uuencode in einen Text. Diesen schicke ich mir dann an meinen Arbeitsplatz, und dort wandele ich den Text wieder zurück in eine JPEG-Datei. Da ich an meinem Arbeitsplatz einen ganzen AIX-Cluster zur Verfügung habe, steht mir das passende uudecode zur Rückwandlung der Text-Mail in eine binäre Datei natürlich zur Verfügung. Die Befehle zum Verschicken sind:
uuencode robin1.jpg robin1.jpg > robin.uue mail volker@provider.de < robin.uue
uuencode goes WinZip
Aber was machen all die anderen armen Teufel, die von ihrem Arbeitgeber nur eine Windows-Schachtel auf den Schreibtisch gestellt bekommen haben? Glück gehabt! Denn WinZip kennt das uuencode-Format. Und schon ist das Bild wieder hergestellt. Dabei ist uuencode wieder die richtige Wahl, denn auch wenn die aktuelle WinZip-Version bereits MIME versteht, kommen ältere WinZip-Installationen nur mit uuencode klar. Dafür muss nur die verschickte Mail die Endung "uue" auf der Windows-Kiste erhalten, denn sonst will WinZip die Datei einfach nicht verarbeiten. (Ich habe es vergeblich mit anderen Endungen versucht.) Einmal in WinZip eingeladen, wird mit einem einfachen Klick auf den [Extract]-Knopf die Ursprungsdatei wieder hergestellt. Fertig!
Glossar
FTP
Das File Transfer Protocol dient der Übertragung von Dateien. Im Jahre 1971 entschieden die Macher des Internets sich für eine Reihe von Regeln für das Kopieren von Dateien von einer Maschine zu einer anderen. Diese Regeln und Konventionen haben den Namen FTP als Abkürzung für "File Transfer Protocol" bekommen, worauf viele Programmierer Anwendungen in die Welt setzten, die sich daran hielten. All diese Programme wurden von ihren Autoren ftp genannt.
druckbare Zeichen
Die Definition druckbarer Zeichen erscheint einfach: Es sind die Zeichen, die ausgedruckt oder grafisch angezeigt werden können. Nur muss man diese Definition im Kontext der 70er Jahre sehen, in denen Drucker noch nicht in der Lage waren, griechische Buchstaben oder irgendwelche sonstigen Sonderzeichen auszugeben. Man kann bei druckbaren Zeichen also in der Regel von lateinischen Buchstaben, Leerzeichen, Ziffern und noch einer kleinen Menge von Satz- und Sonderzeichen ausgehen.
EBCDIC
Akronym für "Extended Binary Coded Decimal Interchange Code", also "erweiterter binärer dezimaler Austausch-Code". Dieser Zeichensatz wird heute hauptsächlich auf IBM-Mainframes und der BS2000 verwendet und ist ein echter 8-Bit-Code, der im Gegensatz zu ASCII 256 verschiedene Zeichen spezifiziert. Leider existiert keine hundertprozentige Übersetzung von EBCDIC nach ASCII und umgekehrt, da es in jedem Zeichensatz Symbole gibt, die nicht im jeweils anderen vorhanden sind.
MIME
Multipurpose Internet Mail Extensions



