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SuSE Linux 8.0 Personal im Test

01.06.2002 Seit Mitte April ist die neue Nürnberger Distribution im Handel. Haupt-Features der Version 8.0 sind das brandneue KDE 3.0 sowie eine weiter vereinfachte Installation und Konfiguration. Unser Test sagt Ihnen, was Sie erwartet.

Der Lieferumfang der SuSE Linux 8.0 Personal hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verkleinert, neben den drei CDs gibt es nur zwei Handbücher. Das wirklich gelungene Quick Install Manual der SuSE 7.3, in dem kurz und mit farbigen Screenshots die Installation samt Fehlerbehebung erklärt wurde, hat SuSE offenbar eingespart. Die ehemals 64 Seiten dicke Anleitung wurde, so schreiben die Nürnberger auf ihrer Homepage, als eigenes Kapitel in das Basis-Handbuch eingegliedert - und dabei "geringfügig" gekürzt: Ganze drei Seiten Text und eine Abbildung sind übrig geblieben, die eine fehlerlose Standard-Installation mit wenigen Mausklicks beschreiben. Wie man im Fehlerfall vorgeht, ist nirgends erklärt.

Auch die seit SuSE 7.0 bekannte CD-Papphülle mit den aufgedruckten FAQs ist einem Jevel-Case ohne Erklärung gewichen. Für die Inanspruchnahme des Supports stellt SuSE strenge Regeln auf: Er gilt nur für die Erstinstallation, maximal 60 Tage lang sowie ausschließlich bei Verwendung der Standard-Installation auf laut SuSE-Datenbank unterstützter Hardware. Besitzer eines Rechners mit Windows XP sitzen zwischen den Stühlen, Support gibt es nur bis Windows ME. Das Einbinden von Drucker, Scanner, USB-Geräten oder die Erweiterung des Rechners bleiben ebenfalls dem Benutzer überlassen; wer dafür Hilfe benötigt, muss die kostenpflichtige SuSE-Hotline für 1,86 Euro pro Minute bemühen.

Installation

SuSE liefert mit Version 8.0 keine Boot-Disketten mehr aus. Wenn Sie nicht von CD-ROM starten können, müssen Sie die Disketten zunächst auf einem anderen Rechner oder unter DOS oder Windows erstellen. Ebenfalls nicht mehr dabei ist das textbasierte YaST 1: An seine Stelle tritt endgültig YaST 2 mit einer speziellen Text-Umgebung. Der Bildschirmaufbau entspricht weitestgehend der grafischen Oberfläche, so dass man sich leicht zurecht findet. Einzig die Bedienung ohne Maus ist etwas umständlich.

Die grafische Installation hat SuSE weiter verbessert, für die Standard-Installation genügen schon vier Mausklicks: Nach der Sprachauswahl unterbreitet Yast einen übersichtlichen Installationsvorschlag, wie in Abbildung 1 gezeigt. Änderungswünsche lassen sich durch Anklicken der Rubrik oder die Auswahltaste am unteren Rand eingeben. Die Dialoge für die Detail-Änderungen haben sich gegenüber SuSE 7.3 fast nicht verändert.

Abbildung 1: Noch zwei Mausklicks bis zur Installation: Der Vorschlag von YaST ist sehr übersichtlich gestaltet und lässt sich, falls nötig, komfortabel anpassen

Widerspenstiges Windows

Ein heikles Thema ist die Partitionierung. Der von SuSE und vielen anderen Distributionen eingesetzte Partitions-Editor parted beherrscht derzeit keine NTFS-Partitionen. Eine solche legt ausgerechnet Windows XP bei der Standard-Installation an, und sie umfasst meist die gesamte Festplatte - zur Linux-Installation müsste Windows XP also verkleinert werden. Mit Standard-Werkzeugen ist dies nicht zu bewältigen, für unseren Test verwendeten wir das kommerzielle Partition Magic.

SuSE empfiehlt, Windows XP neu zu installieren und dabei Raum für Linux zu lassen. Bei Recovery-CDs, die meist anstelle vollwertiger Windows-XP-CDs beim Kauf des Computers geliefert werden, hilft das wenig: Häufig wird bei der Wiederherstellung des Auslieferungszustands auch die Festplatte wie ursprünglich partitioniert, was selbst eine vorhandene Linux-Installation überschreibt. In dem Fall hilft nur die Anschaffung einer zweiten Festplatte.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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