Hätte Linus Torvalds Anfang der neunziger Jahre keinen Internet-Zugang über seine Uni gehabt, gäbe es heute kein Linux. Mehr als zehn Jahre später, im Zeitalter des Internets als Massenmedium, gibt es kaum ein wichtiges Open-Source-Projekt von A wie Apache über G wie GNOME oder K wie KDE bis hin zu Z wie dem Mail-Server Zmailer, das nicht über das Netz koordiniert wird. Dass alle beteiligten Entwickler/innen an einem Ort der Welt versammelt sind, ist dabei eher die Ausnahme als die Regel. Und auch der LinuxUser entstünde nicht, wenn Redaktion und Autor(inn)en nicht auf E-Mail, SSH, WWW, IRC, FTP, Usenet-News und andere Internet-Dienste zurückgreifen könnten.
Grund genug, einmal ein Heft zu machen, in dem der Software, die all dies ermöglicht, der Schwerpunkt gewidmet ist. Ein kühnes Unterfangen, denn auch nur ansatzweise zu jedem Internet-Dienst ein Werkzeug vorzustellen, ließe das Heft zur Dicke eines Buchs anschwellen.
Clients vor!
In erster Linie geht es in dieser LinuxUser-Ausgabe daher um Client-Programme, die ein wenig vom Mainstream abweichen – und das in ganz unterschiedliche Richtungen. So featuren wir ab Seite 24 den Mail User Agent Evolution, der entgegen der üblichen Unix-Tradition vieler hochspezialisierter Tools E-Mail-, Kalender-, Notiz- und Adressbuchfunktionalität in sich vereint.
Zur diametral entgegengesetzten Software-Fraktion gehört irssi, ein Programm, mit dem sich komfortabel im IRC chatten lässt, und zwar ganz ohne den heute üblichen grafischen Schnickschnack (Seite 28). Dass die Kommandozeile sogar zum Surfen im Web taugt, beweist der Text-Browser-Artikel ab Seite 36. Etwas abseits vom Schwerpunkt gibt die Rubrik "Zu Befehl" ab Seite 86 eine Handreichung zum praktischen FTP-Client ncftp.
Nützlich und nervenschonend
Wer nicht mit Text-Browsern durchs WWW trudelt, ist meist dankbar für jedes Werbebanner, das nicht den Blick auf die Information versperrt. Junkbuster, vorgestellt ab Seite 33, sorgt als Proxy dafür, dass Sie ungestörter surfen und die Daten, die Ihr Web-Browser über Sie verrät, im Griff haben.
Ärgern Sie sich eher darüber, Ihre Gesprächspartner im IRC nicht zu erwischen? Dann sollten Sie dem noteserv-Dienst (Seite 30 ff.) einen Blick gönnen.
Und selbst die Systemzeit des eigenen Rechners lässt sich über's Netz genau halten – ein Artikel ab Seite 46 zeigt, wie's geht.



