Ob nun Thumbnails für KOffice, neue Maintainer für alte Programme oder die erste stabile Version eines weiteren Editors: Auch im Juni bleibt in der KDE-Welt nichts beim Alten.

Umgezogen

Wer beim ersten Einrichten von KDE 3.0 mit Erschrecken festgestellt hat, dass die Lieblingsdesktoptapete verschwunden ist, kann aufatmen. Die Wallpaper stehen auch weiterhin zur Verfügung, sie sind nur umgezogen. Aufgrund des zunehmenden Daten-Umfangs und der steigenden Menge an grafischen Elementen im kdebase-Paket haben sich die Entwickler entschlossen, den Hintergrundbildern mit dem Paket kdeartwork ein eigenes Zuhause zu geben. Ab sofort sind im Base-Paket nur noch drei Wallpaper und zehn Hintergrundkacheln enthalten, der Rest ist ins Artwork-Paket abgewandert.

Daumenkino

Wenn jemand an etwas einen Narren gefressen hat, haben manchmal auch andere etwas davon. In diesem Fall wir alle, denn Simon MacMullen war von der Fähigkeit des Konquerors und des KDE-Dateidialogs, Thumbnails der verschiedenen Dateitypen anzuzeigen, so begeistert, dass er damit auch KOffice ausstatten wollte. Nach einiger Coderei beweist Abbildung 1, dass er mit seinem Vorhaben Erfolg hatte und wir in der nächsten Version des KDE-Office-Pakets Word-Dateien oder Excel-Tabellen vor dem Öffnen bereits in Daumennagelgröße begutachten können.

Abbildung 1: Auch KOffice verfügt jetzt über ein Daumenkino

Neuer Name, neuer Verwalter

In den vergangenen Monaten wurde Krayon, das Grafikprogramm des KOffice-Projekts (Abbildung 2) doch eher stiefmütterlich behandelt. Das hat sich jetzt geändert, denn seit Patrick Julien offiziell die Rolle des Krayon-Maintainers übernommen hat, schreitet die Weiterentwicklung zügig voran. So ganz nebenbei hat das Baby auch noch einen neuen Namen bekommen und tummelt sich nun als Krita in der Office-Familie.

Abbildung 2: Krayon heißt jetzt Krita

Drucken lernen

Ganz schön lehrreich wird es ab sofort auf den Seiten des KDE-Print-Projekts. Unter http://printing.kde.org/developer/tutorial/ haben die Entwickler des KDE-Print-Moduls ein Tutorial zum Umgang mit den Print-Komponenten veröffentlicht. Es richtet sich an alle KDE-Coder, die KDEPrint in ihren Anwendungen verwenden wollen, und beschäftigt sich sowohl mit den Basis-Funktionen als auch den komplizierteren Features wie beispielsweise dem Anpassen des Print-Dialogs (Abbildung 3) oder des automatischen Vorschau-Mechanismus. Um die ganze Sache ein wenig plastischer zu machen, ist das Tutorial üppig mit Screenshots und Code-Schnipseln garniert.

Abbildung 3: Lernen Sie mehr über KDEs "Print Dialog Customization"!

Noch ein Editor

Wer sich partout nicht mit dem KDE-Standard-Editor Kate anfreunden kann, den wir Ihnen in dieser Ausgabe der Korner-Rubrik vorstellen, wird vielleicht mit KVim glücklich. Dessen erste stabile Version haben die Entwickler Thomas Capricelli, Philippe Fremy und Mickael Marchand vor Kurzem vorgestellt. Nach Aussagen der drei soll KVim Sie mit der "Stärke von Vim zusammen mit der Freundlichkeit von KDE" versorgen.

Sollten Sie mit diesem Spruch nicht allzu viel anfangen können: Vim steht für "Vi improved". Dahinter verbirgt sich die bei vielen Linux-Distributionen voreingestellte Inkarnation des Standard-Unix-Editors vi. Wie der Name bereits andeutet, erweitert Vim den traditionellen vi um einige Features, und KVim packt das Ganze in ein nettes KDE-Interface.

Daneben sorgt eine Vimpart-Komponente dafür, dass KVim in den Konqueror eingebettet werden kann (Abbildung 4). An der Unterstützung für KDevelop, KMail und Kate wird derzeit noch gearbeitet. Und weil das alles so schön ist, sieht es derzeit ganz danach aus, dass KVim künftig in die Vim-Source-Distribution integriert wird. Die aktuelle Version des Programms können Sie sich jederzeit auf der Homepage des Projekts unter http://freehackers.org/kvim/download.html herunterladen.

Abbildung 4: Ein gutes Team – KVim und der Konqueror

Kaffeekränzchen

Welcher Entwickler ist der Beste? Welcher der Hübscheste? Wer davon schon vergeben? Machen animierte Icons KDE langsamer oder einfach nur schöner? Wie soll das neue Maskottchen heißen? Weshalb sind die Coder von GNOME so hübsch, frech oder blöd? All diese Fragen können Sie künftig beim virtuellen Kaffeekränzchen besprechen, denn seit ein paar Wochen hat das KDE-cafe seine Türen geöffnet.

KDE-cafe versteht sich selbst als die virtuelle Chill-Out-Zone des KDE-Projekts: Eine Mischung aus Slashdot und dem IRC, der Stammkneipe und der Meinungsseite. Hier können Sie einfach über alles klönen, was Sie bewegt. Einzige Bedingung: Bleiben Sie nett und freundlich. Wer mitquatschen oder besser gesagt mitmailen will – einfach eine Mail an die Adresse kde-cafe-request@kde.org mit dem Subject join, und dem Austausch über die letzten Hacker-Ferien steht nichts mehr im Wege.

Hackergipfel

Dass das KDE-3.0-Release das am besten getestete Release der KDE-Geschichte ist, hat viel mit dem KDE-3-Entwickler-Treffen zu tun, das in der Zeit vom 25. Februar bis zum 4. März 2002 in Nürnberg stattfand. Denn wenn sich KDE-Hacker (Abbildung 5) treffen, wird nicht nur geredet, sondern gecodet, was das Zeug hält.

Cristian Tibirna hat unter http://www.kde.org/announcements/kde-three-report.html eine ausführliche Zusammenfassung über das Treffen ins Netz gestellt. Bilder des Hacker-Gipfels können Sie sich unter http://devel-home.kde.org/~danimo/kdemeeting/ und unter http://www.suse.de/~cs/KDE3-Meeting/images.html anschauen.

Abbildung 5: Gruppenbild ohne Dame

KDE weltweit

Völlig der Internationalisierung von KDE verschrieben hat sich Chris Howells' neues Projekt KDE Worldwide. Auf der neu ins Leben gerufenen Web-Seite http://worldwide.kde.org/ berichtet Howells über den Stand der Internationalisierung und zeigt auf einer Developer-Weltkarte unter http://worldwide.kde.org/map/ (Abbildung 6), in welchen Ecken und Enden der Welt derzeit fieberhaft an neuen Zeilen Code für den KDE-Desktop gearbeitet wird.

Jeder Developer, Grafiker, Übersetzer oder andere Mitarbeiter des KDE-Projekts ist herzlich eingeladen, sich unter http://worldwide.kde.org/map/form.phtml in die Karte einzutragen. Wer zum Gelingen des Projekts etwas beitragen möchte, kann sich darüber auf der extra eingerichteten Mailingliste kde-worldwide austauschen. Eintragen dürfen Sie sich unter http://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-worldwide.

Abbildung 6: KDE-Coder gibt es auf der ganzen Welt

Sicherheitsleck

Frank Schwanz, Entwickler des beliebten Samba-Share-Browsers Komba, bittet alle Nutzer, die das Programm mit einer Versionsnummer kleiner als 0.7.3 benutzen, dringend ein Update vorzunehmen. Denn in den älteren Versionen besteht die Möglichkeit, dass andere User Ihr Passwort mit dem Befehl ps -x einsehen können, solange Sie ein Share gemountet haben. Die aktuelle – wieder sichere – Version können Sie sich auf der Homepage des Autors unter http://zeus.fh-brandenburg.de/~schwanz/php/download.php3 herunterladen.

Abbildung 7: Aus Sicherheitsgründen benötigen manche Komba-Versionen ein Update

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