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Chat-Komfort im Terminal

Der IRC-Client irssi

01.06.2002 Epic und BitchX waren lange Zeit die Standard-IRC-Clients für die Konsole. Der ebenfalls konsolenbasierte Client irssi setzt nun mit vielen Features dazu an, die beiden "Oldies" abzulösen.

Viele Anwender mögen die teilweise recht eigentümlichen Bedienung von Epic, BitchX & Co. nicht - damit soll mit Timo Sirainens irssi Schluss sein. Neben intuitiver Bedienung bietet irssi viele weitere Features, die in diesem Artikel anhand der erst kürzlich veröffentlichten Version 0.8.1 gezeigt werden sollen.

Unterschiede

Wer irssi zum ersten Mal startet, wird sich auf den ersten Blick stark an die Oberfläche von BitchX erinnert fühlen - lediglich zwei Leisten zieren den Bildschirm, eine "Status-Leiste" am unteren Bildschirm-Rand und eine "Topic"-Leiste am oberen Bildschirmrand. Die dritte Leiste, die Sie beim allerersten Starten von irssi zum Lesen von http://irssi.org/beginner/ auffordert, werden Sie über "/STATUSBAR info DISABLE" los – ein Blick auf die URL kann aber natürlich nicht schaden.

Sobald man sich mit einem Server verbunden und die ersten Chat-Channels betreten hat, werden die bestehenden Unterschiede zwischen irssi und epic/BitchX deutlich erkennbar: Musste man bei BitchX die einzelnen "Fenster" für verschiedene Channels noch per Hand mittels "/window new" öffnen, erledigt irssi diese Aufgabe bereits beim Betreten eines Channels oder beim Öffnen einer Query von selbst.

Zwischen den verschiedenen Fenstern kann dann über die Befehle /window 1, 2 usw. oder über die Tastenkombinationen [Alt+1],[Alt+2] etc. hin und her geschaltet werden. Selbstverständlich kann diese Funktion auch (wie fast alles in irssi) je nach Wunsch des Benutzers abgeschaltet oder angepasst werden.

Abbildung 1: irssi nach dem ersten Start

Bei der Entwicklung von irssi wurde vor allem auf eines geachtet: Die Benutzerführung sollte möglichst einfach und intuitiv sein, so wie man es von grafischen IRC-Clients wie X-Chat oder ksIRC gewohnt ist. Tatsächlich erweist sich irssi als benutzerfreundlich: Nach einer kurzen Gewöhnungsphase sind die wichtigsten Befehle und Tastenkombinationen verinnerlicht, und es bleibt genügend Zeit, um die Besonderheiten des IRC-Clients zu erkunden.

Features

Ein Feature unterscheidet irssi deutlich von Epic oder BitchX: Es verfügt über ein leistungsfähiges Modul, mit dem Perl-Skripte ausgeführt werden können. Damit kann man irssi um fast jede erdenkliche Funktion unkompliziert erweitern – Perl-Kenntnisse vorausgesetzt. Eine ausführliche Anleitung zum Schreiben von Perl-Skripten für irssi (leider nur auf Englisch) findet sich auf [2]. Viele fertige Perl-Skripte, die irssi nützlich erweitern, können von [3] heruntergeladen werden. Kopieren Sie solche Skripte in das Verzeichnis ~/.irssi/scripts und geben Sie dann den Befehl "/script load scriptname" ein, um eines zu starten.

Eine Funktion hat irssi von seinem Vorgänger BitchX übernommen: Auch hier lässt sich das äußere Erscheinungsbild durch die sogenannten Theme-Dateien verändern. Dadurch ist es für den Benutzer möglich, das Aussehen von irssi völlig an seine Wünsche und Bedürfnisse anzupassen. Viele fertige Themes befinden sich mitsamt Screenshots für eine Vorschau auf [4]. Die Farben lassen sich über "/set colors off" für alle, die es lieber traditionell "schwarz auf weiß" mögen, auch komplett abstellen.

irssi bietet noch viele weitere Features, deren Aufzählung den Rahmen dieses Artikels eindeutig sprengen würde. Neben der oben bereits erwähnten Schnittstelle für Perl-Skripte wäre da beispielsweise die Möglichkeit, regulären Ausdrücke beim Highlight/Ignore-Kommando zu benutzen.

Die /upgrade-Funktion ist ein besonderer Leckerbissen von irssi. Mit ihr ist es möglich, irssi "on-the-fly" zu aktualisieren, also ohne den Client selbst zu beenden und neustarten zu müssen und sogar ohne die Verbindung zum IRC-Server zu trennen.

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