GNOME 2 News
Auch wenn GNOME schon seit einiger Zeit für mehrere Unix-Versionen existiert, wird GNOME 2 als erstes Release zum Standard-Desktop auf Solaris werden, was natürlich ein sehr intensives Debugging voraussetzt. Aus diesem Grund wird nicht nur Ximian, sondern auch Sun bzw. das indische Software-Unternehmen Wipro an GNOME 2 arbeiten. Diese Zusammenarbeit [1] beschränkt sich allerdings nicht nur auf das Fixen von Bugs; Wipro wird voraussichtlich auch Accessibility, Sicherheit und Geschwindigkeit von GNOME 2 verbessern. Weiterhin hat Sun ein Programm namens Abicheck [2] bereitgestellt, mit dem die Binärkompatibilität zwischen verschiedenen GNOME-2-Releases sichergestellt werden kann. Somit entfällt das erneute Kompilieren eines Programmes gegen jede neue Version von GNOME.
Trotz dieser Hilfe war es allerdings nötig, den GNOME-2-Terminplan [3] erneut zu ändern. Anstelle von einer sind nun drei Betas vorgesehen, und die endgültige Version verschiebt sich auf den 1. Mai. Somit erschien statt des Release Candidate Nr. 1 die Beta Nr. 2 mit dem Namen "I bastun bor vi allihopa!", was so viel wie "Wir leben alle in der Sauna!" bedeutet und den Trend schwedischer Codenamen fortsetzt. Dicht gefolgt wurde dieses Release von GTK+ 2.0, womit dem Portieren alter GTK- und GNOME-Programme eigentlich nichts mehr im Weg stehen dürfte.
Nautilus-Skripte
Nautilus sollte von Anfang an mehr als nur ein Datei-Manager, nämlich eine mächtige graphische Shell, werden, und genau wie auf der Kommandozeile ist es deshalb möglich, (Shell-) Skripte zu erstellen, die bestimmte Abläufe direkt aus Nautilus heraus automatisieren. Diese Skripte finden sich in ~/.gnome/nautilus-scripts und können aus dem Kontextmenü heraus gestartet werden. Die Verzeichnisstruktur in nautilus-scripts wird dabei auf das Kontextmenü abgebildet - die Skripte können also zum Beispiel in Sparten sortiert werden. Alle ausgewählten Dateien übergibt Nautilus dem Skript in den Umgebungsvariablen NAUTILUS_SCRIPT_SELECTED_FILE_PATHS bzw. NAUTILUS_SCRIPT_SELECTED_URIS, wobei letzteres alle ausgewählten Elemente als URI (Uniform Resource Identifier, z. B. file://, http:// usw.) ausgibt. Für komplexere Skripte ist es weiterhin möglich, mit dem Programm gdialog Fragen an den Benutzer zu stellen und die Antwort mit einer Zeile wie ANTWORT=$(gdialog optionen 2>&1) in eine Umgebungsvariable zu leiten. Für alle, die mit Perl oder Shell-Kommandos nichts anfangen können, findet sich außerdem unter [4] eine umfangreiche Sammlung mit fertigen Skripts für praktisch jeden Zweck.



