Die LinuxUser-Redaktion erhält regelmäßig Anfragen der Form “Wo finde ich eigentlich ein Linux-Programm, das dies oder jedes macht?” Viele Fragen dieser Art lassen sich jedoch sofort beantworten, wenn man die richtigen Begriffe in eine Suchmaschine eingibt.
Suchmaschinen sind so mächtig geworden, dass sie generell als erste Anlaufstelle empfohlen werden, wenn sich eine Frage stellt, die sich mit der Programm- oder Distributionsdokumentation nicht beantworten lässt. Als Konsequenz hat sich in Newsnet-Foren eine neue Abkürzung eingeschlichen: Wo es bisher nur “RTFM” (read the f… manual) hieß, wird jetzt noch ein “STFW” (search the f… web) hinterhergeschoben. Damit Sie auf eine so unfreundliche (aber übliche) Ansprache im Newsnet vorbereitet sind, gehen wir in dieser Ausgabe ausführlich auf allgemeine Informationsquellen im Netz ein.
google.de
Google hat sich unter den zahlreichen Suchmaschinen einen hohen Grad an Beliebt- und Bekanntheit erarbeitet; das geht sogar so weit, dass im Englischen ein neues Wort “to google” gebildet wurde, das man verwendet, wenn man etwas auf Google nachschlägt. Egal ob google.de oder google.com – beide Web-Seiten greifen auf die gleiche Datenbank zu.
Wollen Sie ein Linux-Programm finden, das die Aufgabe XYZ übernimmt, dann sind Ihre Suchbegriffe genau “Linux” und “XYZ”; in vielen Fällen ist es hilfreich, statt XYZ die englische Übersetzung zu verwenden. Suchen Sie also etwa ein Linux-Programm zur Kaffeemaschinensteuerung, würden Sie in die Suchzeile “Linux Kaffeemaschine” oder besser “Linux coffee machine” eintragen. Tatsächlich führt eine Google-Suche nach diesen Begriffen übrigens zu amüsanten Beiträgen, etwa einer Bauanleitung für eine Linux-gesteuerte Cappuccino-Maschine oder dem Hyper Text Coffee Pot Control Protocol (RFC 2324).
Nicht nur bei der Suche nach Programmen eignen sich Suchmaschinen, auch bei allgemeinen Fragen oder Problemen, etwa mit spezieller Hardware, haben oft schon etliche Anwender in der gleichen Situation eine Lösung gefunden und diese im Netz publiziert.
Freshmeat & Linuxapps
Speziell für die Suche nach Linux-Anwendungen eignen sich die Seiten Freshmeat (http://freshmeat.net) und Linuxapps (http://linuxapps.com): In beiden können Sie nach Stichworten suchen oder ein Themengebiet (z. B. Editoren) wählen und eine Liste aller dazu passenden Programme finden. Wer auf die Lizenz wert legt, findet hier stets den Hinweis, ob ein Tool unter der GNU GPL oder einer anderen freien Lizenz steht bzw. ein kommerzielles Produkt mit eingeschränkten Benutzungsrechten ist. Links zu Projekt-Homepage und Download-Bereich jeder Anwendung erlauben den schnellen Zugriff.
Auch als täglichen Software-News-Ticker kann man diese Seiten verwenden: Auf Freshmeat gibt es jeden Tag um die 50 Announcements aktualisierter Versionen – wer auf dem Laufenden bleiben will, braucht so nicht diverse Projektseiten täglich zu überprüfen.
RPM Find
Eine beliebte Fehlermeldung bei der Installation eines RPM-Archivs ist “libnouse.so.3 is needed by powersoft-1.2”: Hier fehlt eine Bibliothek, und leider schweigt sich rpm darüber aus, in welchem Paket diese wohl zu finden ist.
Eine der Funktionen von rpmfind.net ist die Suche nach solchen Dateien: Die Web-Seite bietet eine umfassende RPM-Datenbank und kennt Pakete samt enthaltenen Dateien für zahlreiche Distributionen (leider nicht für SuSE) – so können Sie ungelöste Paketabhängigkeiten bei der Software-Installation schnell beheben. Wird ein fehlendes RPM-Paket bemängelt, das sich nicht auf Ihrer Distributions-CD finden lässt, suchen Sie einfach nach dem Paketnamen (ohne Versionsnummer und Endung); wird eine einzelne Bibliothek angemahnt, geben Sie den vollen Dateinamen, z. B. libzvt.so.2 ein.
Die Ergebnistabellen listen für jedes Paket auch die Distribution und Rechnerarchitektur (i386, i586, alpha, ppc etc.) auf – wollen Sie nur nach i386- (oder im Mandrake-Fall i586-) Paketen suchen will, geben Sie im erweiterten Suchdialog im Feld Arch “i586” ein. Zum erweiterten Dialog kommen Sie, indem Sie eine leere Suche starten.
Übrigens bietet das GNOME-Tool gnorpm ein Frontend zu rpmfind – so können Sie gleich aus dem Paketverwaltungsprogramm heraus nach fehlenden Bibliotheken suchen.







