Gaim 0.54

Im Internet zu chatten, erfreut sich steigender Beliebtheit. Wer aber für jedes der verschiedenen Messenger-Protokolle wie MSN, ICQ, Yahoo, AIM, IRC oder Jabber einen eigenen Client startet, verliert schnell den Überblick. Abhilfe schafft hier Gaim: Ursprünglich als AIM-Client entwickelt, unterstützt es dank verschiedener Plug-ins die meisten gängigen Messenger-Protokolle. Damit hat der Anwender die Möglichkeit, verschiedene Messenger-Dienste gleichzeitig zu nutzen und alle Kontakte übersichtlich in eine "Buddylist" einzugruppieren. Ein Icon vor jedem Kontakt zeigt nicht nur den Status des Gesprächspartners, sondern auch, welches Protokoll für die Kommunikation verwendet wird. Allerdings hat die Multifunktionalität auch Grenzen: Die Dateitransferfunktionen einiger Messenger-Dienste werden von Gaim augenblicklich noch nicht unterstützt, ebenso wie diverse Telefonie- oder SMS-Funktionen. Mit jeder weiteren Version verbessert sich jedoch die Unterstützung der einzelnen Protokolle. Bis dahin entschädigt Gaim mit anderen Goodies: So werden Smilies beispielsweise als lustige Icons angezeigt, und auf Wunsch lassen sich alle Chat-Fenster zu einem einzigen zusammenfassen - mit je einem Reiter pro offener Kommunikation. Damit behält man garantiert den Überblick. http://gaim.sourceforge.net/

 

Mozilla 0.9.9

Mozilla entwickelt sich zunehmend zum Standard-Browser, und das nicht nur für Linux. Allerdings besaß die Unix-Version bis dato den Schönheitsfehler einer fehlenden TrueType-Font-Unterstützung, worunter besonders die Anzeige von in Frontpage erstellten Web-Seiten gelitten hat. Version 0.9.9 bringt endlich die lang ersehnte TrueType-Unterstützung. Einen entsprechenden Eintrag sucht man in den Einstellungen augenblicklich aber noch vergebens: Vielmehr müssen die TrueType-Unterstützung und die Pfade zu den Schriften von Hand in der Konfigurationsdatei prefs.js gesetzt werden. Glücklicherweise enthält das Release Note auf der Mozilla-Web-Seite einen Verweis auf eine detailierte Beschreibung, die alle notwendigen Programme aufführt und die Einrichtung erklärt. So fehlen nur noch die richtigen Schriftarten, um alle Web-Seiten in perfektem Layout zu genießen. Außer der TrueType-Unterstützung bietet Mozilla jedoch kaum sichtbare Neuerungen; lediglich einige Dialoge wurden überarbeitet. So bleiben die Implementierung des SOAP-Protokolls und der neuen zlib-Bibliothek den meisten sicher verborgen. Wie üblich wurde viel Wert auf Stabilität, Geschwindigkeit und Kompatibilität gelegt, um dem Anspruch gerecht zu werden, mit der im Sommer erscheinenden Version 1.0 einen verlässlichen Browser zu präsentieren. http://www.mozilla.org

Galeon 1.2.0

Ist eine neue Mozilla-Version erschienen, lässt auch eine auf dieser basierende Galeon-Release nicht lange auf sich warten. Mit Version 1.2.0 bereinigt Galeon eine ganze Reihe von Fehlern und verleiht mit der Überarbeitung vieler Dialogfenster dem Browser ein dezentes Lifting. Dies fällt unter anderem bei den Reitern auf: Neben einem Close Button in jedem Reiter erleichtern "Favicons" die schnelle Orientierung, und ein erweitertes Kontextmenü bietet zu den bereits von Mozilla bekannten Funktionen die Möglichkeit, einen Reiter aus der aktuellen Galeon-Sitzung abzulösen. Er wird dann in einer separaten Sitzung neu geladen. Wirklich furiose Neuerungen bringt diese Version jedoch nicht. Die Besonderheiten liegen vielmehr in Details wie etwa dem Eintrag "Copy e-mail" im Kontextmenü der rechten Maustaste. Kurz: Ein genauer Blick lohnt sich in jedem Fall. http://galeon.sourceforge.net/

Office-Pakete

Unter Linux gilt gemeinhin StarOffice von Sun als das Maß aller Dinge in punkto Office-Lösungen. Die neue Version 6.0 hat die Betaphase abgeschlossen und wird im zweiten Quartal dieses Jahres erscheinen. Allerdings trübte sich Anfang März die Vorfreude, als bekannt wurde, dass Sun keinen freien Download für die Version 6.0 bereitstellen wird. Sun begründete diese Entscheidung mit den Wünschen der meisten Kunden nach professionellem Support sowie kontinuierlicher Wartung und Pflege durch Sun. Privatanwender können zukünftig StarOffice zu einem günstigen Preis im Fachhandel erwerben. Allerdings muss niemand die Katze im Sack kaufen: Sun plant die Bereitstellung einer zeitlich begrenzten Demo-Version.

Wer jedoch keinen professionellen Support benötigt und auf ein Handbuch verzichten kann, dem bleibt als alternative OpenOffice. OpenOffice ist der Open-Source-Zweig von StarOffice, allerdings ohne die kommerziellen Produkte Dritter wie etwa die Adabas-Datenbank. Im Funktionsumfang steht OpenOffice dem Produkt von Sun in nichts nach. Wer eine deutsche Version verwenden möchte, findet auf den deutschen Mirror-Servern von OpenOffice entsprechend vorkompilierte Versionen. Vergewissern Sie sich aber auf jeden Fall vorher auf der OpenOffice-Internet-Seite, welche Version von den Entwicklern als stabil eingestuft wurde, da die Entwicklung ständig voran schreitet. http://www.openoffice.org

Distributionen-Ecke

Im gewohnten sechsmonatigen Rhythmus wartet Mandrake planmäßig mit seiner Version 8.2 auf. Besonderes Merkmale dieser neuen Release sollen die verbesserte Hardware-Erkennung und eine vereinfachte Benutzerführung im Rettungssystem sein. Gravierende Änderungen nahm Mandrake auch an den "drak"-Tools, Mandrakes Konfigurations-Frontend, vor. Konfigurationsänderungen werden jetzt in einer Datei protokolliert und sind damit jederzeit einfach nachvollziehbar. Mandrake verspricht damit mehr Transparenz für den Benutzer. Dies wirkt sich aber keineswegs nachteilig auf die Systemsicherheit aus: Auch in diesem Bereich war Mandrake nicht untätig. Erstmalig unterstützt diese Version verschlüsselte Dateisysteme und bietet eine stark verbesserte Version des Sicherheits-Tools MSEC. Wagemutige können bereits den Release Candidate 1 (RC1) der Version 8.2 im Netz herunterladen, welcher aber noch kleinere Probleme in der PCMCIA- und USB-2.0-Unterstützung hat. Wer sich also noch gedulden kann, sollte dies tun. Die Final Release lässt sicher nicht mehr allzu lange auf sich warten und ist vermutlich bei Erscheinen dieser Ausgabe schon im Handel.

Etwas länger muss sich hingegen die SuSE-Fangemeinde gedulden. Doch das Warten lohnt sich besonders für KDE-Nutzer: SuSE 8.0 wird als eine der ersten Distributionen mit KDE 3.0 ausgeliefert. Neben dem KDE-Update preist SuSE besonders die Benutzerfreundlichkeit und die erheblich vereinfachte Installationsroutine der neuen Release an: Eine Installation ist nun wie bei Windows mit wenigen Maus-Clicks erledigt. Zu diesem Zweck wurde das Konfigurations-Tool "YaST2" entscheidend weiterentwickelt. Außerdem trennt sich SuSE vom Konzept der zentralen Konfigurationsdatei /etc/rc.config. Wie schon bei Red Hat werden alle Konfigurationen zukünftig in mehreren Dateien im Verzeichnis /etc/sysconfig abgelegt. Neugierige müssen sich noch bis Mitte April gedulden, dann steht SuSE 8.0 wie bereits der Vorgänger als Personal- und Professional-Version, für 49,90 Euro bzw. 79,90 Euro in den Regalen. Ein Update der Professional-Version wird für 49,90 Euro zu haben sein.

Treiber, kurz notiert

Matrox stellt diesen Monat eine Beta der Version 2.0 seines Grafikkartentreibers bereit. Sie erweitert den in XFree86 ab Version 4.0.3 enthaltenen Treiber und unterstützt erstmals auch die Matrox G550. Die Erweiterungen des Treibers beschränken sich vorwiegend auf den Hardware Abstraction Layer (HAL) und die Unterstützung des Matrox Desktop für Linux Version 1.0. Letzterer dient der Konfiguration des HAL und steht ebenfalls auf der Matrox-Web-Seite zum Download bereit. Das HAL selber liefert alle zur Nutzung von Dual Head, DVI und TV-Out benötigten Funktionen. Die 2D- bzw 3D-Leistungen von XFree86 bleiben davon jedoch unberührt. http://www.matrox.com/mga/support/drivers/files/lnx_200.cfm

Auch Nvidia wartet diesen Monat mit neuen Treiber für GeForce4- und Quadro4-Chipset-Karten auf. Im Gegensatz zu Matrox liefert Nvidia neben speziellen XFree86-Modulen auch erweiterte OpenGL-1.3-Bibliotheken und spezielle Kernelmodule für alle gängigen Distributionen von Mandrake bis SuSE. Liegen für die eigene Distribution keine Kernelmodule vor oder verwenden Sie nicht mehr die mitgelieferte Kernel-Version, kann auf den Quellcode zurückgegriffen werden. http://www.nvidia.com/view.asp?PAGE=linux

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