Distributionen-Ecke

Im gewohnten sechsmonatigen Rhythmus wartet Mandrake planmäßig mit seiner Version 8.2 auf. Besonderes Merkmale dieser neuen Release sollen die verbesserte Hardware-Erkennung und eine vereinfachte Benutzerführung im Rettungssystem sein. Gravierende Änderungen nahm Mandrake auch an den "drak"-Tools, Mandrakes Konfigurations-Frontend, vor. Konfigurationsänderungen werden jetzt in einer Datei protokolliert und sind damit jederzeit einfach nachvollziehbar. Mandrake verspricht damit mehr Transparenz für den Benutzer. Dies wirkt sich aber keineswegs nachteilig auf die Systemsicherheit aus: Auch in diesem Bereich war Mandrake nicht untätig. Erstmalig unterstützt diese Version verschlüsselte Dateisysteme und bietet eine stark verbesserte Version des Sicherheits-Tools MSEC. Wagemutige können bereits den Release Candidate 1 (RC1) der Version 8.2 im Netz herunterladen, welcher aber noch kleinere Probleme in der PCMCIA- und USB-2.0-Unterstützung hat. Wer sich also noch gedulden kann, sollte dies tun. Die Final Release lässt sicher nicht mehr allzu lange auf sich warten und ist vermutlich bei Erscheinen dieser Ausgabe schon im Handel.

Etwas länger muss sich hingegen die SuSE-Fangemeinde gedulden. Doch das Warten lohnt sich besonders für KDE-Nutzer: SuSE 8.0 wird als eine der ersten Distributionen mit KDE 3.0 ausgeliefert. Neben dem KDE-Update preist SuSE besonders die Benutzerfreundlichkeit und die erheblich vereinfachte Installationsroutine der neuen Release an: Eine Installation ist nun wie bei Windows mit wenigen Maus-Clicks erledigt. Zu diesem Zweck wurde das Konfigurations-Tool "YaST2" entscheidend weiterentwickelt. Außerdem trennt sich SuSE vom Konzept der zentralen Konfigurationsdatei /etc/rc.config. Wie schon bei Red Hat werden alle Konfigurationen zukünftig in mehreren Dateien im Verzeichnis /etc/sysconfig abgelegt. Neugierige müssen sich noch bis Mitte April gedulden, dann steht SuSE 8.0 wie bereits der Vorgänger als Personal- und Professional-Version, für 49,90 Euro bzw. 79,90 Euro in den Regalen. Ein Update der Professional-Version wird für 49,90 Euro zu haben sein.

Treiber, kurz notiert

Matrox stellt diesen Monat eine Beta der Version 2.0 seines Grafikkartentreibers bereit. Sie erweitert den in XFree86 ab Version 4.0.3 enthaltenen Treiber und unterstützt erstmals auch die Matrox G550. Die Erweiterungen des Treibers beschränken sich vorwiegend auf den Hardware Abstraction Layer (HAL) und die Unterstützung des Matrox Desktop für Linux Version 1.0. Letzterer dient der Konfiguration des HAL und steht ebenfalls auf der Matrox-Web-Seite zum Download bereit. Das HAL selber liefert alle zur Nutzung von Dual Head, DVI und TV-Out benötigten Funktionen. Die 2D- bzw 3D-Leistungen von XFree86 bleiben davon jedoch unberührt. http://www.matrox.com/mga/support/drivers/files/lnx_200.cfm

Auch Nvidia wartet diesen Monat mit neuen Treiber für GeForce4- und Quadro4-Chipset-Karten auf. Im Gegensatz zu Matrox liefert Nvidia neben speziellen XFree86-Modulen auch erweiterte OpenGL-1.3-Bibliotheken und spezielle Kernelmodule für alle gängigen Distributionen von Mandrake bis SuSE. Liegen für die eigene Distribution keine Kernelmodule vor oder verwenden Sie nicht mehr die mitgelieferte Kernel-Version, kann auf den Quellcode zurückgegriffen werden. http://www.nvidia.com/view.asp?PAGE=linux

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