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Netzwerkweit ein Desktop mit VNC

krfb: VNC für KDE mit mehr Features

Vielleicht ist Ihnen bei der bisherigen Lektüre der Gedanke gekommen: "Warum muss ich einen neuen Desktop erzeugen und kann nicht den aktiven verwenden?"

Genau hier setzt das Projekt krfb an: Wenn Sie das Programm aus den Quellen übersetzen und starten, erscheint im KDE-Panel (unterstützt werden KDE 2.2 und 3.0) ein neues Icon, das die Konfiguration des VNC-Servers erlaubt. Wählen Sie eine Desktop-Nummer (z. B. 1, um den Desktop als "server:1" ansprechen zu können) und vergeben Sie ein Passwort.

Abbildung 4: Die krfb-Konfiguration wird über das Kontextmenü des krfb-Icons in der Startleiste aufgerufen

Wenn Sie nun auf einem entfernten Rechner (nicht auf dem gleichen!) den VNC-Client starten, erfolgt kein direkter Verbindungsaufbau - zunächst öffnet sich auf dem Server ein krfb-Fenster, indem Sie darüber informiert werden, dass ein Client Kontakt aufbauen möchte. Gestatten Sie den Verbindungsaufbau, können Sie auf dem Client noch das Passwort eingeben, und schon sehen Sie im Fenster Ihren aktiven KDE-Desktop vom Server. Hier wird also kein neuer (leerer) Desktop gestartet, sondern Sie arbeiten auf dem entfernten Rechner mit dem regulären Desktop. Dieses Feature bietet der reguläre VNC-Server nicht. Im VNC-Fenster können Sie nun sogar wie gewohnt mit [Strg-F1],[Strg-F2] etc. zwischen den verschiedenen "Desktops" von KDE umschalten.

Abbildung 5: Bevor kfrb eine Verbindung zulässt, fragt ein Fenster auf dem Server nach

Abbildung 6: So sieht der von krfb exportierte KDE-Desktop unter Windows aus (Bild in 1600x1200 Punkten, Größe: 390 KB)

krfb kompilieren

Da es keine RPM-Pakete für krfb gibt, zum Schluss noch eine kurze Anleitung zur Installation: Für KDE 2.2.x verwenden Sie die kfrb-Version 0.5.1; für KDE 3.0 die Version 0.6. Entpacken Sie das Quellcode-Archiv von der Heft-CD, wechseln Sie in das neu angelegte Verzeichnis krfb-0.x.x und führen Sie dort als Benutzer root den üblichen "Linux-Dreisatz"

./configure
make
make install

durch. Der letzte Schritt installiert alle erzeugten Dateien unterhalb von /usr/local/kde/; den Client starten Sie dann durch Eingabe von

/usr/local/kde/bin/kfrb &

Wenn Sie krfb lieber in das KDE-Standard-Verzeichnis installieren möchten (je nach Distribution /usr oder /opt/kde2), verwenden Sie beim configure-Aufruf die Option --prefix=/usr (bzw. --prefix=/opt/kde2).

Wer nicht mit KDE arbeitet, aber trotzdem auf den normalen X-Server zugreifen möchte, kann sich das X0rfbserver-Projekt [5] ansehen: Die Software erfüllt die gleiche Funktion wie krfb, setzt aber kein spezielles Desktop-System wie KDE oder GNOME voraus.

Die VNC-Web-Seite http://www.uk.research.att.com/vnc/ bietet eine Menge an zusätzlichen Informationen zu VNC, unter anderem ein FAQ-Dokument mit häufig gestellten Fragen.

Infos

[1] Homepage von VNC: http://www.uk.research.att.com/vnc/

[2] Linux-Magazin-Artikel zu VNC (historisch: 1998): http://www.linux-magazin.de/ausgabe/1998/06/VNC/vnc.html

[3] DirectVNC, ein VNC-Client, der nicht unter X, sondern auf einem Linux-Framebuffer (Konsole) läuft: http://www.adam-lilienthal.de/directvnc/

[4] krfb, KDE-VNC-Server: http://www.tjansen.de/krfb/

[5] X0rfbserver: http://hexonet.de/software/x0rfbserver/

[6] CygWin-Tools für Windows, inkl. Bash, ssh etc.: http://sources.redhat.com/cygwin/

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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LinuxUser 06/2012

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