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KDE 3.0

Nie mehr xterm

Überarbeitet wurde auch KDEs Terminalemulation Konsole: Das im Screenshot gezeigte Feature der transparenten Hintergünde gehört nicht zu den Neuigkeiten, neu ist aber die Fähigkeit, alle Shells in einer Konsole gleichzeitig zu kontrollieren: Im "Cluster-Modus" werden Tastatureingaben in einem Shell-Tab automatisch auch in allen anderen Shells ausgeführt. Wer also mehrere Rechner im Netz verwaltet und z. B. auf allen Rechnern gleichzeitig den Cron-Daemon deaktivieren möchte, wechselt einfach mit Ansicht/Eingabedaten an alle Sitzungen senden in den Cluster-Modus und gibt einmal "/etc/rc.d/init.d/cron stop" ein.

Die Möglichkeit, die verschiedenen Shell-Tabs nun per Doppelklick umzubenennen, ist auch praktisch: Der Umweg über das Menü bleibt damit erspart.

Abbildung 5: Passend zu transparenten Menüs sieht auch die Konsole im transparenten Modus interessant aus; die Lesbarkeit verbessert das allerdings nicht

Der Internet-Desktop

Sicher für viele Anwender ein Hauptgrund für den Umstieg auf KDE 3 ist die verbesserte Performance und Kompatibilität des integrierten Web-Browsers Konqueror: Die KDE-Komponente KHTML, die der Konqueror zum Rendern von Web-Seiten verwendet, macht den Browser spürbar schneller als in früheren KDE-Versionen; auch große Seiten mit vielen Bildern und komplexen Tabellen werden in erstaunlicher Geschwindigkeit aufgebaut. Die JavaScript-Unterstützung verdient diesen Namen nun, und das Einbinden von Netscape-Plugins erlaubt zahlreiche zusätzliche Anwendungen - im Test konnten wir zum Beispiel auf Flash-Seiten zugreifen.

Zahlreiche abkürzende Schreibweisen für den Aufruf von Suchmaschinen und anderen Helfern im Netz machen die Arbeit einfacher, so fragt etwa die URL "google:LinuxUser" die beliebte Google Engine auf Treffer zu unserer Zeitschrift ab, während "rpmfind:kdebase" auf rpmfind.net nach KDE-Paketen sucht und "leo:unfathomable" oder "dict:desktop" Begriffe beim Deutsch-Englisch-Übersetzer dict.leo.org und in einem Wörterbuch nachschlagen. Man gewöhnt sich so schnell daran, dass man sich auf einem anderen Rechner plötzlich wundert, wenn die Eingabe einer solchen URL im Netscape zu einer Fehlermeldung führt…

Das Chat-Programm ksirc für das Internet-Relay-Chat-Protokoll wurde auch auf den neuesten Stand gebracht und kommt nun voreingestellt im Xchat-Look daher: Channels und private Chats erhalten je einen Tab innerhalb eines einzigen Chat-Fensters, und die Tabs von gerade nicht angezeigten Channels erhalten Hinweis-Icons, wenn es dort einen neuen Beitrag gab. Die alte Darstellung mit separaten Fenstern für jeden Channel ist aber weiterhin als Alternative verfügbar.

Abbildung 6: ksirc ist nun so vorkonfiguriert, dass es in der Benutzung xchat ähnelt: Tabs verwalten die aktiven Channels

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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