KDE 3.0
Mit Erscheinen dieser Ausgabe sollten sich auf dem KDE-Server aktuelle KDE-3-Pakete für alle wichtigen Distributionen befinden; wir haben vorab einen Blick auf die neue Version geworfen und bieten auf der Heft-CD frische KDE-Pakete für Anwender von SuSE Linux 7.3 - alle anderen müssen sich leider noch eine Weile gedulden. Die Sourcen haben wir auch auf die CD gepackt; das Übersetzen der KDE-Pakete kann aber auf einem durchschnittlichen Rechner weit über 30 Stunden dauern, so dass die Installation fertiger Pakete in der Regel die einzige interessante Variante ist.
Was ist neu in KDE 3?
Eine der wichtigsten Neuerungen in KDE 3 ist für Anwender nicht sichtbar: KDE wurde mit der neuen Release auf die aktuelle Qt-Version 3 umgestellt. Qt 3 ist die KDE zugrundeliegende Grafikbibliothek, und mit dem Umstieg auf Qt 3 bieten sich für KDE-Programmierer viele neue Möglichkeiten, ihre Anwendungen komfortabler zu machen.
Aber auch im sichtbaren Bereich hat sich einiges getan. Wer nicht länger von Netscape als Quasi-Standard-Browser unter Linux abhängig sein will, wird sich über erweiterte Fähigkeiten des Konquerors freuen: Unter anderem funktionieren JavaScript und Flash-Unterstützung besser denn je. Auch das integrierte Mail-Programm, KMail, hat zahlreiche Verbesserungen erfahren: So wurden etwa die Module für SMTP-, IMAP- und POP3-Zugriff verbessert und erlauben nun u. a. verschlüsselte SMTP-Verbindungen; neue Mails auf einem POP3-Server können nun schon vor dem Download gleich auf dem Server gelöscht werden, was den Umgang mit Spam-Mail erleichtert. POP3-Filter erleichtern diesen Prozess zusätzlich: So lassen sich etwa alle Mails von bestimmten Absendern oder mit "Get rich" im Subject automatisch auf dem POP3-Server löschen.
Freie Wahl bei Funktionstasten
Interessant für alle Anwender, die KDE-Funktionen lieber über Tastenkombinationen statt Maus-Klicks steuern, ist die in KDE 3 stark erweiterte Konfiguration dieser Hot Keys: Der zentrale Dialog im Kontrollzentrum erlaubt erstmals das Anlegen mehrstufiger Hot Keys (wie man sie z. B. aus dem Emacs kennt). So kann man beispielsweise bestimmte Fensterfunktionen wie Minimieren, Maximieren, Ankleben so einrichten, dass sie alle mit [Strg-w] beginnen und dann noch eine weitere Eingabe erwarten (etwa: [Strg-w],[m] für maximieren, [Strg-w],[s] für ankleben usw.). Wird dann eine dieser mehrstufigen Kombinationen begonnen und nicht sofort abgeschlossen (also nur [Strg-w] gedrückt), erscheint ein kleines Fenster, das die möglichen Vervollständigungen mit Erläuterungen anzeigt.



