K-splitter

01.05.2002

An neuen Dokumentationen, Online-Tutorials und einem Web-Interface für KDEs Medienwiedergabe noatun kommen Sie in diesem Mai nicht vorbei.

Schwarz auf Weiß

Dass Linux eines der am besten dokumentierten Betriebssysteme ist, dürfte sich mittlerweile selbst bei Computerlaien herumgesprochen haben. Aber auch bei den vielen Anwendungen werden die User, was die Handbücher betrifft, nicht alleine gelassen. Das gilt vor allem für das KDE-Projekt, bei dem von Anfang an eine vernünftige Online-Hilfe zur Verfügung stand. Jetzt sind die Entwickler noch einen Schritt weiter gegangen und haben der Dokumentation eine eigene Web-Seite gewidmet. Vater des neuen Mitglieds der KDE-Web-Familie ist Daniel Naber.

Unter http://docs.kde.org/ finden Sie ab sofort benutzerorientierte Hilfe und Dokumentation rund um KDE und KDE-Anwendungen (Abbildung 1). Damit auf der Seite auch wirklich jeder sofort das Handbuch findet, das er sucht, hält sich die Anordnung der Dokumentationen an die allseits bekannten Pakete der KDE-Releases. Wer trotzdem noch nicht fündig wird, kann auf die zusätzlich vorhandene Suchfunktion zurückgreifen. Ein kleiner Wermutstropfen besteht: Derzeit ist die Seite nur auf Englisch verfügbar – Ziel ist es jedoch, docs.kde.org in allen bei KDE verfügbaren Sprachen anzubieten.

Abbildung 1: Das jüngste Mitglied der KDE-Web-Familie

Programmatisch

Wer immer schon mal programmieren wollte, aber nicht so recht wusste, wie er auf der Kommandozeile beginnen sollte, dem steht mit KDevelop ein wunderbare grafische Entwicklungsumgebung zur Verfügung. Damit alle Hobby-Programmierer künftig noch mehr aus diesem nützlichen Werkzeug herausholen, hat KDevelop-Guru Ralf Nolden beim amerikanischen Linux Journal ein Online-Tutorial veröffentlicht, das Schritt für Schritt die Entwicklung von C/C++ Applikationen mit Hilfe von KDevelop beschreibt. Neben den zahlreich bebilderten Erläuterungen finden Sie unter http://www.linuxjournal.com/article.php?sid=4747 auch die Listings des Beispielprojekts, so dass das Nachmachen bzw. Programmieren noch einmal so schnell von der Hand gehen dürfte.

Abbildung 2: KDevelop in Aktion

FOSDEM-Nachlese

In unserer Februar-Ausgabe haben wir bereits über das KDE-Entwicklertreffen anlässlich des diesjährigen FOSDEM ("Free and Open Source Software Development Meeting") berichtet. Für all diejenigen, die nicht an diesem Treffen teilnehmen konnten, hatte Rob Kaper eine Digitalkamera eingepackt und seine Eindrücke über den KDE-Auftritt beim OSS-Entwickler-Treffen festgehalten. Neben einiger Feierei wurde in Brüssel auch gearbeitet, wie Abbildung 3 beweist.

Die komplette Foto-Galerie finden Sie unter http://capsi.com/~cap/digicam/2002-02-18-fosdem. Wem diese Schnappschüsse Lust auf mehr machen, kann unter http://www.freehackers.org/fosdem2002/ Philippe Fremys und Thomas Capricellis Fotos und Berichte bewundern.

Abbildung 3: Martijn Klingens, Rob Kaper und David Faure beim Bugfixing

Werbetrommel

Getreu dem Motto "Tue Gutes und rede darüber" will Torsten Rahns neue KDE-Promo-FAQ allen werbewilligen KDE-Enthusiasten dabei helfen, unser aller Lieblingsdesktop in der Öffentlichkeit im besten Licht erstrahlen zu lassen. Das vollständige Dokument ist online unter http://devel-home.kde.org/~tackat/kdepromo/kdepromofaq.txt nachzulesen und bietet umfassende Links und Informationen zu Logos, Broschüren, Mailinglisten, Postern oder Clipart (Abbildung 4), die sich wunderbar zu Werbezwecken bei der nächsten Veranstaltung verwenden lassen. Die FAQ enthält zudem Informationen, in welchem Umfang man mit Zuschüssen zu (Messe-)Ständen, Werbemitteln oder Reisekosten rechnen kann.

Abbildung 4: Mit solchen Logos zeigt man gerne Flagge für KDE

Krach übers Web

KDEs bevorzugtem Krachmacher, der Medienwiedergabe Noatun, kann man künftig nicht nur auf dem heimischen Rechner, sondern auch via World Wide Web die passenden Töne entlocken. Dem Player hat Ryan Cumming nämlich ein Web-Interface namens Flood spendiert, mit dessen Hilfe sich alle grundsätzlichen Playlisten-Funktionen und das Playback-Verhaltens über das Internet steuern lassen (Abbildung 5). Die aktuelle Version finden Sie unter http://phalynx.dhs.org/flood/flood-0.0.11a.tar.bz2.

Abbildung 5: Playlisten via Internet

Geballte CeBIT-Präsenz

Auf der weltweit größten Computermesse CeBIT traf sich auch in diesem Jahr wieder alles, was in der Computerwelt Rang und Namen hat. Dass bei einem solchem Ereignis auch KDE nicht fehlen durfte, versteht sich von selbst. Und damit die internationalen Besucher das Projekt wirklich nicht übersehen konnten, war KDE diesmal gleich auf vier Partnerständen vertreten, um die neuesten Features des kommenden KDE-3.0-Releases vorzustellen.

Am Sharp-Messestand konnten sich die Besucher über den Entwicklungsstand der KDE-Anwendungen auf dem Sharp-Zaurus-PDA informieren, über deren rasante Fortschritte wir bereits in der März-Ausgabe der Splitter berichtet haben. Rund um KOffice 1.2 und die wunderbare Welt des Druckens drehte sich der Auftritt auf dem Stand des Druckspezialisten Danka, wo KDEPrint-Mastermind Michael Goffioul nicht nur Rede und Antwort stand, sondern auch den einen oder anderen Nutzerwunsch live implementierte.

Neuigkeiten über sicheren E-Mail-Austausch dank des Projekts Ägypten (http://www.gnupg.org/aegypten/index.de.html) konnten Besucher auf dem Stand des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfahren, und einen fundierten Einblick in die Entwicklungsprozesse von KDE 3.0 gaben einmal mehr Torsten Rahn, Martin Konold und Ralf Nolden auf dem SuSE-Stand.

I-ah!

Napster ist so gut wie tot, Morpheus wurde unlängst ausgesperrt, aber der Esel lebt. Und das sogar unter Linux. Wer ihn noch nicht kennen sollte: Bei eDonkey handelt es sich um ein Filesharing-Netzwerk wie KaZaA oder Gnutella. Genau wie diese beherrscht auch eDonkey Auto-Resuming und den Download von verschiedenen Quellen.

Für die Hardcore-User unter Ihnen reicht wahrscheinlich der Kommandozeilen-Client, den Sie auf der eDonkey-Seite unter http://www.edonkey2000.com/downloads.html herunterladen können. Wer es lieber grafisch mag, sollte für die passende Oberfläche die Seite http://users.aber.ac.uk/tpm01/guihome.html ansteuern und dabei noch einen Abstecher zu http://users.aber.ac.uk/tpm01/kioslave.html machen. Sobald Sie den dort zum Download bereitstehenden eDonkey-Kioslave installiert haben, können Sie per Mausklick oder Drag&Drop aus dem Konqueror von Seiten wie http://www.filenexus.com/ oder http://www.sharereactor.com/ Server- oder Datei-Links zum GUI hinzufügen.

Glossar

Kioslave

Die ominösen "Ioslaves" ("Input/Output-Sklaven") sind eigentlich nichts anderes als Codefragmente, die den Zugriff auf beliebige Datenquellen managen. Am meisten profitiert davon der Konqueror, da er jene damit ohne weiteres Tamtam wie Verzeichnisse oder Dateien verwalten und passende Viewer finden kann. Auch den Entwicklern wird die Arbeit durch diese kleinen Programme sehr erleichtert. Zum Beispiel weiß der HTTP-Ioslave kio_http alles über das Senden und Empfangen von Daten zu und von einem Web-Server. Es kennt sich aus mit SSL, Encoding und den verschiedenen Headern, die während des Datenaustauschs verwendet werden. Möchten KDE-Entwickler nun in einem KDE-Programm irgendeinen Unsinn mit einer Webpage veranstalten, brauchen sie sich selbst nicht mehr mit all den oben angeführten Nichtigkeiten auseinander setzen. Sie verwenden einfach kio_http, der sich um den Rest kümmert.

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