Fazit

Emulatoren bieten die Möglichkeit, alte Hard- und Software wieder aufleben zu lassen und damit in Erinnerung zu halten. Wie an diesem Beitrag zu sehen ist, werden leider die weniger bekannten Geräte vernachlässigt. Gerade diese Geräte gehen aber auch am ehesten verloren. In der nächsten Ausgabe widmen wir uns den ersten "richtigen" Computern: Dann geht es um Heimcomputer mit sagenhaften 8 Bit.

Kompilieren

Sofern die entsprechenden Emulatoren Ihrer Distribution nicht beiliegen und Sie nur ein Archiv mit dem Quellcode besitzen, müssen Sie das entsprechende Programm in eine ausführbare Version übersetzen (kompilieren). Hierzu installieren Sie zunächst die GNU-Werkzeuge in Form von GNU make und dem C-Compiler gcc (falls diese nicht bereits installiert sind). Diese Programme sind in jeder Distribution enthalten. Anschließend entpacken Sie das Programmarchiv mit einem geeigneten Packprogramm (z. B. Ark oder auf der Konsole mit tar) in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Öffnen Sie nun ein Terminal-Fenster und wechseln Sie mit dem Befehl cd <Verzeichnis> in dieses Verzeichnis.

Xmame

Geben Sie den Befehl make -f makefile.unix ein. Es dauert nun eine Weile, bis die ausführbare Version von Xmame erstellt wurde. Sie finden das Programm anschließend unter dem Namen xmame.x11 im xmame-Verzeichnis wieder. Um das Programm im System zu installieren, melden Sie sich als Administrator Root an und geben anschließend den Befehl make -f makefile.unix install ein. Um Ihre übersetzte Version von xmame zu starten, müssen Sie anstelle des im Artikel erwähnten Programmnamens xmame nun xmame.x11 verwenden. Weitere Informationen finden Sie in der Datei liesmich.unix im Unterverzeichnis doc.

ColEm

Öffnen Sie mit einem Editor die Datei Makefile. Direkt am Anfang findet sich eine Zeile, die mit DEFINES = beginnt. Ändern Sie dort den Wert -DUNIX in -DLINUX. Geben Sie im Terminal-Fenster den Befehl make ein. Der Emulator sollte nun erstellt werden. Auf unserem Beispielrechner mit SuSE Linux 7.2 ließ sich der Emulator übrigens nicht kompilieren.

ZSNES

Installieren Sie die SDL. Sie liegt einigen Distributionen bei (z. B. SuSE Linux Serie d, Pakete sdl und sdl-devel), ist aber auch unter [11] zu finden. Weiterhin benötigen Sie den NASM, der allen Distributionen beiliegen sollte (bei SuSE ebenfalls in der Serie d). Wechseln Sie nun im Terminal-Fenster mit dem Befehl cd src in das Quelltext-Verzeichnis, das sich unterhalb des zsnes-Verzeichnisses befindet. Geben Sie hier ./configure && make ein. Das Programm zsnes wird nun erstellt und befindet sich anschließend unter dem gleichen Namen im src-Verzeichnis wieder.

Die Sache mit den ROMs

Die Angebote im Internet scheinen verlockend: Fast jedes Spiel wurde bereits ausgelesen und steht als Datei zum Download bereit. Doch all zu sorglos sollte man das Modem nicht anwerfen. Alle Spiele stehen unverändert unter dem Copyright des jeweiligen Herstellers. Wer also nicht über das Original in Form des Automaten oder des Moduls verfügt, erstellt beim Download eine Raubkopie. Verschärft wird das Problem dadurch, dass einige Firmen mittlerweile pleite sind oder der Verbleib der Rechte nach mehreren Auf- und Verkäufen im Dunklen liegt. Einige Hersteller erlauben aber mittlerweile einigen Seitenbetreibern, ihre alten Programme anzubieten; diese Seiten sind jedoch rar gesäht. Haben Sie eine solche Seite gefunden, raten wir zu ständigem Misstrauen: Lesen Sie die meist kleingedruckten Lizenzhinweise. Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Sie auf dem Gebrauchtmarkt ältere Geräte und Spiele-Cartridges erstehen. Eine gute Anlaufstelle hierfür ist z. B. eBay [17]. Darüber hinaus gibt es einige Hobbyprogrammierer, die Test- oder Freeware-Programme geschrieben haben. Auf den Seiten der Emulatoren oder den allgemeinen Emulatorenseiten finden sich entsprechende Links auf diese Free- und Shareware-Programme. Im Zusammenhang mit dem Atari 2600 ergibt sich eine weitere legale Quelle für die ROM-Dateien: Activision veröffentlichte mehrere Sammlungen ihrer alten Atari-2600-Spiele unter dem Namen "Atari 2600 Action Pack". Diese Packs bestehen aus einem Emulator für Windows und den entsprechenden Spiele-ROMs.

Infos

[1] http://www.mame.net: MAME-Projekt

[2] http://x.mame.net: Xmame, die MAME-Version für Linux mit X Window System

[3] http://www.classicgaming.com: Eine Seite, die sich mit alten Konsolen und deren Emulationen beschäftigt.

[4] http://www.icomm.ca/replay: Homepage von Replay, einem Automatenemulator, ähnlich zu MAME

[5] http://stella.atari.org: Atari-2600-Emulator Stella

[6] http://www.users.zetnet.co.uk/ahornby/v2600.html: Atari-2600-Emulator Virtual 2600

[7] http://www.komkon.org/fms/ColEm: ColecoVison-Emulator ColEm.

[8] http://www.komkon.org/fms/iNES: NES-Emulator iNES.

[9] http://www.snes9x.com: SNES-Emulator Snes9x.

[10] http://www.zsnes.com: SNES-Emulator ZSNES.

[11] http://www.libsdl.org: Eine Bibliothek, die einige Emulatoren benötigen.

[12] http://gnuboy.unix-fu.org: GameBoy/GameBoy Color Emulator gnuboy

[13] http://www.komkon.org/fms/VGB/: GameBoy/GameBoy Color Emulator Virtual GameBoy

[14] http://www.komkon.org/fms/MG/: Sega Master System Emulator MasterGear

[15] http://www.geocities.com/SiliconValley/Way/3340/vpce.html: PC Engine Emulator "Virtual PC Engine"

[16] http://www.netway.com/~nyef/: Emulator DarcNES

[17] http://www.ebay.de: eBay, ein Internetauktionshaus mit einer sehr großen Auswahl alter Hard- und Software.

[18] http://www.atarihq.com: Infos zu Atari Computer und Konsolen

[19] http://www.atari.org: Infos zu Atari Computer und Konsolen

[20] http://www.nintendo.de: Deutsche Seite von Nintendo

[21] http://www.sega.de: Deutsche Seite von Sega

[22] http://www.emucamp.com

[23] http://www.zock.de

[24] http://www.8bit-museum.de

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