Schritt 1: Vorbereitungen

Angenommen, Sie haben eine 40 GByte große Festplatte /dev/hda, die in zwei Partitionen unterteilt ist: /dev/hda1 und /dev/hda2. /dev/hda2 sei ein Ext2fs-Dateisystem, welches ihr Root-Dateisystem ("/") enthält. Welches Dateisystem Ihr aktuelles Linux-System benutzt, können Sie über das Kommando mount überprüfen:

$ mount
/dev/hda2 on / type ext2 (rw,errors=remount-ro)
proc on /proc type proc (rw)
devpts on /dev/pts type devpts (rw,gid=5,mode=620)

Die Einträge für proc und devpts sind uninteressant, wichtig ist lediglich der Eintrag, der verrät, dass / ein Ext2fs-Dateisystem enthält. /dev/hda2 soll nun auf Ext3fs umgestellt werden. Dazu müssen Sie zunächst überprüfen, ob der laufende Kernel Ext3fs unterstützt. Dies stellen Sie sicher, indem Sie auf der Konsole das Kommando

cat /proc/filesystems

ausführen. Wenn bei der Ausgabe dieses Kommandos eine Zeile "ext3" erscheint, ist Ihr Kernel für den Einsatz mit Ext3fs gerüstet, und Sie können mit Schritt 3 fortfahren; ansonsten geht es weiter zu Schritt 2.

Schritt 2: Ein neuer Kernel

Kennt der laufende Kernel Ext3fs noch nicht, muss ein neuer Kernel erzeugt werden. Verwenden Sie hierzu die Sourcen des aktuellen Linux-Kernels 2.4.17 (auf der Heft-CD im Verzeichnis LinuxUser/kernel/). Sollte es bei Erscheinen dieser Ausgabe bereits eine neuere Version geben, können Sie diese mit wget (einem Download-Manager, der bei den meisten Distributionen zum Standard-Repertoire gehört) von [5] herunterladen. Konfigurieren und kompilieren Sie den Kernel danach, wie beispielsweise in der Anleitung im LinuxUser 03/2001 auf Seite 86 beschrieben. Wichtig ist hierbei, dass Sie den Eintrag Prompt for development and/or incomplete code/drivers unter Code maturity level options und den Eintrag Ext3 journalling file system support (EXPERIMENTAL) unter File systems aktivieren. Konfigurieren Sie Ext3fs-Support nicht als Modul - schließlich kann der Kernel Module erst laden, wenn das Root-Dateisystem gemountet ist. Benutzer von Debian Potato sollten sich auch [4] genauer ansehen.

Abbildung 1: Das Untermenu "File systems" bei der Kernel-Konfiguration

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