Datenaustausch mit mobilen Geräten ist nicht leicht: Der MP3-Player hat nur Platz für die kleinen Multimedia Cards, während manche Digital-Kamera die Papierdünnen Smart-Media-Karten benötigt und der PDA wiederum auf Compact Flash speichert. Nur eines haben die unterschiedlichen Speichermedien gemeinsam: In ihnen stecken ein oder mehrere Flash-Chips, die ihre Daten auch ohne Strom behalten und über 100.000 mal wiederbeschreibbar sind.
So praktisch Compact Flash, Multimedia Card und Smart Media für unterwegs sind, ein normaler PC kann zunächst einmal nichts mit ihnen anfangen. Lediglich für Compact Flash gibt es Laufwerksadapter, mit denen man die Karten als Festplatte ansprechen kann. Der USB-Adapter "5 in 1 Card Reader/Writer" (Abbildung 1) von IT-Saw (http://www.it-saw.de) für knapp 60 Euro kann Multimedia, Secure Data, Smart Media, Compact Flash und Micro Drives lesen und beschreiben.
Gute Linux-Unterstützung
Die Linux-Unterstützung des "5 in 1" ist gut: Das Maus-ähnliche Gehäuse enthält einen Controller-Chip, der direkt bei Anschluss auch ohne Speicherkarten drei SCSI-Geräte bereit stellt, für jeden Kartenschacht eines. Für die Inbetriebnahme wird ein Kernel mit USB-Support und den geladenen Kernel-Modulen usbcore, uhci sowie usb-storage benötigt. Auf unseren Test-Systemen mit SuSE 7.3 und Debian Sid wurden die Module automatisch geladen, nach Einstecken belegte der USB-Adapter die Geräte /dev/sda, /dev/sdb und /dev/sdc.
Das Emulieren von drei verschiedenen SCSI-Geräten ist dabei sehr praktisch. So können nicht nur alle drei Slots belegt, sondern auch Dateien ohne Zwischenschritt direkt von Karte zu Karte kopiert werden. Allerdings kann der Adapter nicht wirklich gleichzeitig auf mehrere Karten zugreifen - die Daten werden zuerst von einer Karte gelesen und dann auf die andere geschrieben. Auch gleichzeitiges Lesen von zwei Karten ist nicht möglich, der zweite Leseprozess wird erst nach Abschluss des ersten bedient.
Die Datenrate des "5 in 1" ist einem PCMCIA-Adapter fast ebenbürtig. Mit 711 KByte pro Sekunde lag sie beim USB-Gerät auf unserem Dell Latitude C600 nur rund 20% unter der eines PCMCIA-Adapters.
Das abgeschirmte, über zwei Meter lange Kabel verhindert Einstörungen von außen, selbst in der Nähe des Monitors hatten wir keine Probleme. Am besten ist der USB-Adapter direkt am Monitor aufgehoben, wenn er zum Beispiel mit zwei Tesa Powerstrips seitlich angeklebt wird. Dann sind allerdings die LEDs nicht mehr zu erkennen, die bei Datentransfer von oder zur Karte blinken.
Kartenaufteilung
Vor der Linux-Einbindung der Karten lohnt sich ein Blick auf die Formatierung. Compact-Flash-Karten sind fast immer wie Festplatten partitioniert. Standard ist, dass die erste Partition den gesamten Speicherbereich umfasst und mit dem DOS-Dateisystem oder VFAT formatiert ist. Zum Mounten einer Compact-Flash-Karte sollte entsprechend das Kommando
mount -t vfat /dev/sda1 /mnt
verwendet werden. Werden Multimedia- oder Smart-Media-Karten zum Datenaustausch zwischen Computern benutzt, empfiehlt sich das gleiche Vorgehen wie bei Compact Flash. Ansonsten müssen Sie vorher in Erfahrung bringen, in welchem Format das jeweilige Endgerät die Daten verarbeitet - bei MP3-Playern mit Multimedia Cards wird zum Beispiel regelmäßig auf das Partitionieren der Karten verzichtet, und manche verwenden auch kein DOS-Format für die Dateien.



