Lautes Treibe(r)n
Soundkartentreiber für Linux
Lizenzmodell
Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei 4Fronts OSS [8] um ein kommerzielles Produkt, welches nicht der GPL unterliegt. Der zu bezahlende Betrag basiert auf einer Basislizenz, welche unbedingt erworben werden muss und für Linux 20 US-Dollar kostet. Für den Einsatz neuerer PCI-Karten, spezieller Funktionen älterer ISA-Soundkarten und professioneller Soundkarten sind zusätzlich spezielle Lizenzen notwendig (vgl. hierzu Tabelle 1). Nähere Informationen zu den einzelnen Lizenzen sind unter [9] zu finden. Ich empfehle vor dem Kauf, die kostenlose Demoversion von OSS von [10] herunterzuladen und zu installieren. Ist man mit den Testergebnissen zufrieden, kann eine Lizenzdatei bestellt werden. Hierbei handelt es sich um eine Textdatei, in der ein Lizenzschlüssel enthalten ist, der die entsprechenden Treiber freischaltet (siehe Installationsabschnitt). Die Bestellung der Lizenzen kann entweder direkt auf der 4Front-Web-Seite oder über die SuSE AG erledigt werden. Ich empfehle den Kauf bei SuSE, da man somit von vornherein mögliche Probleme eines Auslandsgeschäftes vermeidet.
Tabelle 1: OSS-Lizenzen
| PCI-Soundkarten | ISA-Soundkarten | professionelle Soundkarten |
|---|---|---|
| Avance Logic PCI (AVANCE) | All ISA BUS Soundcards (ISA) | Virtual Mixer (MIX) |
| Aureal Vortex (VORTEX) | SB-AWE64 Wave Table (AWE) | Input Multiplexer (IMUX) |
| C-Media CMI873x (CMEDIA) | Dream SAM9704 (DREAM) | Envy24/MIDIMan (ENVY24) |
| Conexant Riptide (RIPTIDE) | Ensoniq-VIVO Wave Table (VIVO) | LynxONE (LYNXONE) |
| Cirrus Logic CS428x/CS46xx (CRYSTAL) | RME Digi32/Digi96 (DIGI32) | |
| ESS Maestro (MAESTRO) | Sonorus Studi/o (STUDIO) | |
| ESS Solo-1 (SOLO) | ||
| Forte Media (FMEDIA) | ||
| Intel8xx/SiS7012 (INTELPCI) | ||
| NeoMagic NM2200 (NEOMAGIC) | ||
| Sound Blaster SBPCI128/Ensoniq AudioPCI (APCI) | ||
| Sound Blaster Live!/Audigy (SBLIVE) | ||
| S3 SonicVibes (S3VIBES) | ||
| Trident 4DWave/SiS7018 (TRIDENT) | ||
| VIA97/Geode (VIA97) | ||
| Yamaha DS-XG (YMH) |
Installation
Wie bereits erwähnt, sollte man die Demo-Version von OSS vom Web-Server herunterladen und installieren, bevor man entsprechende Lizenzen kauft. Die Installation, für die wieder Root-Rechte notwendig sind, läuft folgendermaßen ab:
- Erstellen des Quellverzeichnisses: mkdir ~/oss
- Download der Treiber von [10] in das Quellverzeichnis
- Wechseln in das Quellverzeichnis: cd ~/oss
- Entpacken des Archives, z. B.: tar xvfz osslinux396b-2x.tar.gz
- Starten der Installation: ./oss-install Das so gestartete Installationsprogramm versucht nach dem Akzeptieren der Lizenzbedingungen, die Treiber, die für die aktuelle Kernel-Version benötigt werden, zu installieren. Werden keine vorkompilierten Treiber gefunden, wird versucht, diese zu kompilieren. Dazu müssen die Kernel-Quellen installiert sein, und die Version der Kernel-Quellen muss genau (!) mit der des installierten Kernels übereinstimmen. Bei einigen Distributionen kann es vorkommen, dass dies nicht der Fall ist. Beispielsweise ist bei meiner Mandrake-Distribution die Versionsnummer des laufenden Kernels linux-2.4.17-10mdk, die der Kernelquellen aber linux-2.4.17-15mdk. Da wir nun aber keinen Kernel übersetzen wollen, wird ein wenig getrickst: Wir editieren einfach die Datei /usr/src/linux/include/linux/version.h und tragen dort die Versionsnummer des laufenden Kernels ein. Und, siehe da - die Installationsroutine von OSS ist zufrieden.
Für den Fall, dass Sie eine Lizenz von OSS gekauft haben, wird die entsprechende Datei license.dat einfach in das OSS-Verzeichnis, welches bei der Erstinstallation mit angegeben wurde, kopiert und im Programm oss-install über den entsprechenden Menüpunkt aktiviert.
Im Übrigen kann man ähnlich zu ALSA die vorhandenen bzw. eingerichteten Soundkanäle durch cat /dev/sndstat anzeigen lassen.



