NoteEdit
NoteEdit - Ein graphischer Noteneditor für Linux
NoteEdit-Installation
Die Quellen der jeweils aktuelle Version liegen unter [5].
Man findet zwar einige RPMs auf der Seite. Diese sind aber nur für ausgewählte Distributionen und Releases vorhanden und veralten aufgrund der schnellen Entwicklung des Programms in kürzester Zeit. Aus diesem Grunde soll die Installation aus der Quelle beschrieben werden.
Zur Installation benötigen Sie:
- einen C++-Compiler,
- die X11-Header und -Bibliotheken,
- die Qt-Header/Bibliotheken ab Version 2.2.2 (aber nicht Qt3),
- YACC oder Bison,
- Lex oder Flex,
- KDE-2.x.y (aber nicht KDE3).
Zu empfehlen ist:
- LaTeX, MusiXTeX, PMX, xdvi, dvips, gv;
- LilyPond.
Die meisten dieser Pakete sind in den neuesten Linux-Distributionen enthalten, manche jedoch nicht Bestandteil der Standard-Paketauswahl und so müssen sie gegebenenfalls nachinstalliert werden.
Es wird dringend empfohlen, die TSE3-Bibliothek ab Version 0.1.2 von Pete Goodliffe mailto:pete.goodliffe@pace.co.uk zu benutzen. Es geht im Prinzip ohne TSE3. In diesem Fall müssen Sie aber auf wichtige Funktionen wie den MIDI-Import verzichten. Die Quellen finden Sie unter [6].
Laden Sie das Paket am besten in das Verzeichnis für temporäre Dateien /tmp. Entpacken, konfigurieren und installieren Sie das Paket:
cd /tmp tar -xvzf tse3-0.1.2.tar.gz cd tse3-0.1.2 ./configure make su (Root-Passwort auf Verlangen eingeben) make install exit
Vor der Installation des NoteEdit-Paketes müssen die Umgebungsvariaben QTDIR und KDEDIR auf die Verzeichnisse gesetzt werden, in denen Qt bzw. KDE installiert sind. Der Pfad für Qt ist im Allgemeinen /usr/lib/qt2. Der für KDE ist leider distributions- und versionsabhängig. Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Pfade für RedHat und SuSE:
Pfade KDE
| RedHat | /usr |
| SuSE | /opt/kde2 |
Sind Sie sich über den Pfad auf anderen Systemen nicht ganz sicher, so gibt das folgende Kommando darüber Auskunft:
kde-config --prefix
Wie diese Umgebungsvariablen zu setzen sind, hängt unglücklicherweise wiederum von der verwendeten Shell ab. Sie können die gerade benutzte Shell durch den folgenden Befehl ermitteln:
echo $SHELL
Das Kommando zum Setzen der Umgebunsgvariable QTDIR auf /usr/lib/qt2 lautet:
Beispiel für das Setzen von QTDIR
| Shell | Kommando |
|---|---|
| tcsh oder csh | setenv QTDIR /usr/lib/qt2 |
| andere Shell | export QTDIR=/usr/lib/qt2 |
Analog verfährt man mit KDEDIR. Danach installiert man NoteEdit auf ähnliche Weise wie TSE3. . Achtung: Sie müssen zum configure die Option --prefix=pfad angeben. Dabei muss der pfad zur KDE-Installation weisen, also
Configure-Option: --prefix
| RedHat | --prefix=/usr |
| SuSE | --prefix=/opt/kde2 |
Wie bei TSE lädt man das Paket am besten ins /tmp - Verzeichnis, entpackt, konfiguriert und installiert es:
cd /tmp tar -xvzf noteedit-1.17.1.tgz cd noteedit-1.17.1 ./configure --prefix=(Pfad zur KDE-Installation, siehe oben!) make su (Root-Passwort auf Verlangen eingeben) make install exit
Nun kann ein erster Test beginnen. Das Programm wird durch noteedit gestartet. Unter Einstellungen/Noteneditor einrichten/Sound stellen Sie das MIDI-Gerät ein, welches beim kmid-Versuch Töne von sich gab. Die NoteEdit-Dateien enden auf ".not". Sie finden einige Beispiele unter noteedit-1.17.1/noteedit/examples. Nach dem Öffnen der Datei betätigen Sie den Play-Knopf und die Musik sollte zu hören sein.
Noten setzen
Die Länge der Noten und Pausen wird über die Werkzeugleiste "Noten" bestimmt:
Noten und Pausen lassen sich entweder mit Hilfe der Maus oder per Tastatur eingeben. Welche Variante gerade aktuell ist, bestimmt eine Checkbox unter: Einstellungen/Noteneditor einrichten.../Editieren/Einfügen von der Tastatur. Ausserdem kann man zwischen diesen beiden Modi durch Betätigen der Taste [k] umschalten.
Beim Einfügen mit der Maus bedeutet:
- die mittlere Maustaste: Note einfügen
- die rechte Maustaste: Pause einfügen
- Cursor auf/Cursor ab: nachträgliches Bewegen der Note
Beim Einfügen über Tastatur bedeutet:
- [Enter]: Note einfügen
- [Leertaste]: Pause einfügen
- Cursor auf/Cursor ab: Bestimmung der Notenzeile für die nächste Note
Unabhängig vom Modus bedeuten:
- Die Cursor links/rechts-Tasten: Bewegen der aktuelle Einfügeposition
- [Backpace]: Zeichen vor dem Cursor löschen
- [Tab]: Taktstrich einfügen.
Über spezielle Werkzeugleisten lassen sich Vorzeichen, Punktierungen, Akzente und Verzierungen einstellen. Andere Werkzeugleisten und Menüs bieten das Einfügen von Notenschlüsseln, Wiederholungen, Voltas, Taktarten, Vorzeichnungen, Tempozeichen, Lautstärkezeichen sowie Mehrtakte-Pausen an:
Die Zeichen stehen nicht etwa bloß so da. Sie werden beim Abspiel berücksichtigt. In Wiederholungszeichen geklammerte Teile werden den Vorschriften gemäß repetiert und die Triller sind zu hören. Ebenso wirken sich Tempo-, Lautstärke- und (De-)Crescendo-Zeichen auf die Wiedergabe aus und werden bei der Erzeugung von MIDI-Files entsprechend berücksichtigt.
Zu jeder Notenzeile können bis zu fünf Zeilen Text hinzugefügt werden. Der Text kann entweder in einer Datei vorbereitet sein oder wird direkt über einen kleinen Editor eingegeben.
Bei der Entwicklung eines Noteneditors wird man stets mit einem Problem konfrontiert, welches bei ähnlich gelagerten Programmen, wie zum Beispiel Textverarbeitung oder bei MIDI-Sequenzern nicht oder nicht in dem Maße auftritt: Gruppierung. Noten bilden ständig irgendwelche Gruppen. Es gibt waagerechte Gruppen (Balken, Triolen, Bögen) und senkrechte Gruppen (Akkorde). Es sind gerade diese Gruppen, die dem Programmierer große Schwierigkeiten bereiten und eine Quelle vieler Programmierfehler mit teils fatalen Konsequenzen ist.
Akkorde bildet man durch Drücken der [Strg]-Taste vor dem Einfügen der Note. Die waagerechten Gruppen können Sie durch Markieren der zu gruppierenden Musikzeichen und nachfolgendem Drücken des entsprechenden Buttons bilden.
Das Markieren geschieht durch Klicken und anschließendem waagerechten Ziehen der Maus bei gedrückt gehaltener linker Maustaste. Es dient noch einem anderen Zweck: Die markierten Bereiche können durch [Backspace] gelöscht und durch Klicken mit der mittleren Maustaste an eine andere Stelle kopiert werden. Durch Aktivierung von Bearbeiten/Zeilenübergreifend... kann der Befehl auf allen ausgewählten Notenzeilen gleichzeitig durchgeführt werden:
Ein spezielles Menü befasst sich nur mit den Notenzeilen. Jede Notenzeile kann von einem anderen der 128 angebotenen Instrumente gespielt werden. Wie nahe der Klang dem realer Instrumente kommt, hängt stark von der Soundkarte ab. Die besten Ergebnisse erhält man von Soundkarten mit ausreichend Speicher (8 MB und mehr) und austauschbaren Soundfonts. Die so erzeugten Musik kann ein Laie nicht mehr vom Klang einer real spielenden Bigband unterscheiden. Man sollte jedem Instrument einen anderen MIDI-Kanal zuweisen, wobei der Kanal 10 dem Schlagzeug vorbehalten bleibt. Neben dem Instrument läßt sich noch die Stereo-Position, der Hall und der Choruseffekt festlegen. Außerdem kann jeder Notenzeile ein symbolischer Name zugewiesen werden.
Die Nagelprobe für alle Notensatzprogramme ist die Frage nach der Anzahl der Stimmen pro Notenzeile. NoteEdit gestattet bis zu neun Stimmen:
Die Stimmen werden über das Menü Notezeile/Stimmen... verwaltet. Hier stellt man die bevorzugte Notenhalsrichtung und die Position der Pausen für jede Stimme ein.



