News und Programme rund um GNOME

Gnomogram

GNOME und .NET

Wie kaum ein anderes Projekt im Bereich der freien Software steht GNOME immer wieder im Mittelpunkt unschöner Flamewars - neueste Episode in diesem Trauerspiel ist ein Interview zwischen "the Register" und Miguel de Icaza mit dem etwas irreführenden Titel "Gnome to be based on .NET" [1]. In diesem Interview äußert sich Icaza positiv über Microsofts .NET-Framework, das er unter dem Namen Mono [2] nach Linux portiert. Dazu kam noch, dass einige Tage zuvor die Lizenz der Mono-Klassenbibliothek von der GPL zu einer X11-artigen Lizenz geändert wurde, was es zum Beispiel Firmen wie Intel erlaubt, Code beizusteuern. Auch wenn diese Lizenz im Sinne der FSF frei ist, dürfen Programme unter der X11-Lizenz binär vertrieben werden, ohne dass der veränderte Source-Code offengelegt wird. Das genügte, um die Leser vieler News-Seiten zu überzeugen, dass Icaza - und damit auch das gesamte GNOME Team - der dunklen Seite erlegen wären. Dementsprechend häuften sich die Forderungen nach Icazas Rücktritt.

Auch wenn Icaza eine wichtige Rolle im GNOME-Projekt spielt, wäre er allerdings in keiner Position, eine so fundamentale Designentscheidung zu treffen. Es existiert innerhalb der GNOME Foundation ein jährlich neu gewähltes Direktorat mit zehn Personen neben ihm, die über solche Entscheidungen abstimmen müssten. Es ist im Übrigen zu bezweifeln, dass die GNOME Community eine so grundlegende Umstellung von C auf C# mittragen würde. Somit bleibt Mono die frühe Version einer C#-Implementierung mit Plänen für GNOME Language Bindings, wie sie auch für Python oder C++ existieren. Die Berichte von The Register, Richard Stallman hätte sich negativ zu Icazas Plänen geäußert, entpuppten sich übrigens ebenfalls als Ente, wie Stallman selbst richtig stellte [3].

GARNOME

GNOME ist für seine vielen Abhängigkeiten bekannt, und gerade für Anfänger kann es nervenaufreibend sein, alle benötigten Pakete zusammen zu suchen und zu kompilieren. Es existiert zwar mit den vicious build scripts [4] eine Möglichkeit, ein aktuelles GNOME automatisch aus dem CVS zu laden - wer allerdings lieber mit den Archiven aus den offiziellen Releases arbeitet, war bis jetzt auf sich selbst gestellt. Mit GARNOME ist es jetzt möglich, ähnlich wie in BSDs Port-System automatisch alle Archive mit ihren Dependencies zu laden und in der richtigen Reihenfolge zu kompilieren. Ist GARNOME [5] entpackt, braucht man bloß in das Verzeichnis gnome/meta-gnome-desktop zu wechseln und "make" einzugeben - den Rest erledigt GAR. Konfiguriert wird das System über die Datei gar.conf.mk, in der man unter "BUILD_PREFIX" auch das Installationsverzeichnis angeben kann. GNOME 2 sollte auf jeden Fall getrennt von GNOME 1.x installiert werden, da es sonst zu Konflikten kommen kann - aus diesem Grund werden alle kompilierten Programme standardmäßig nach ~/garnome installiert. (Die Tilde steht für das Heimverzeichnis.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Gnome selbst kompilieren mit Garnome
    Fertige Pakete für die neue Gnome-Version gibt es bisher für die wenigsten Distributionen. Als Ersatz hilft das Skript Garnome beim Selbstkompilieren; damit machen Sie sich unabhängig vom Distributor.
  • Die Desktop-Umgebung Gnome feiert heute ihren 20. Geburtstag
    Heute vor genau 20 Jahren, am 15. August 1997, starteten Miguel de Icaza und Federico Mena die Arbeit an der Desktop-Umgebung Gnome. Zur Feier des Tages plant das Gnome-Projekt zahlreiche Feiern.
  • Desktop-Alternative GNOME 1.2
    Von vielen X11-Anwendern nicht beachtet und von manchen Distributoren gar vorzeitig abgeschrieben meldet sich die Desktop-Umgebung GNOME in einer neuen Version zurück. LinuxUser stellt Ihnen die wichtigsten Komponenten von Helix GNOME 1.2 vor und hilft Ihnen bei der Frage, ob sich ein Upgrade bzw. eine Neuinstallation lohnt.
  • Alles neu macht der Mai
    Am 1. Mai soll die lang erwartete Version 2.0 der GNOME-Desktopumgebung erscheinen - wir zeigen Ihnen, was Sie erwartet.
  • Erste Beta von Gnome 2.26
    Mit der ersten Beta-Version von Gnome nähern sich die Entwickler weiter ihrem Ziel, die fertige Version 2.26 im März zu veröffentlichen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 09/2017 PERFEKTE FOTOS

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Samsung VG-KBD1500 - Bluetooth-Tastatur mit Touchpad mit Xubuntu 16.04.2 LTS
Linux- & BSD-UserGroup im Weserbergland, 16.08.2017 19:16, 0 Antworten
Bin grad mit "meinem Latein am Ende" darum hier mal so in den Raum geworfen. Samsung VG-KBD1500 -...
Tails verbindet nicht mit WLan
Georg Vogel, 30.07.2017 15:06, 5 Antworten
Hallo zusammen! Habe mir von Linux Mint aus einen Tails USB-Stick erstellt. Läuft soweit gut,...
Genivi for Raspberry Pi 3
Sebastian Ortmanns, 28.07.2017 10:37, 1 Antworten
I try to build a Genivi Development Platform for Rasberry Pi 3. But I always get the failures bel...
Bash awk Verständnis-Frage
Josef Federl, 22.07.2017 17:46, 2 Antworten
#!/bin/bash # Skriptdateiname = test.sh spaltennummer=10 wert=zehner awk '{ $'$spaltennummer'...
Bash - verschachtelte Variablenersetzung, das geht doch eleganter als meine Lösung?
Josef Federl, 18.07.2017 20:24, 3 Antworten
#!/bin/bash #Ziel des Skriptes wird sein die ID zu extrahieren hier nur als Consolentest: root@...