Stimmung

Fügen Sie dem mbrola-Aufruf die Option -v 0.5 hinzu, so erfolgt die Ausgabe in halber Lautstärke ("volume"). Der Defaultwert liegt bei 1; höhere Werte empfehlen sich nicht, da sie allzu leicht gängige und genormte Pegel der Analog-Audiotechnik überschreiten. Vielmehr ist dann der Griff zum Pegelregler oder Audiomixer gefragt.

Mit der Option -f 1.5 (für "Frequenz") wird die Stimme etwas heller und mit -f 0.5 dunkler. Ist es noch früh am Morgen, bekommen Sie Ihren Wetterbericht über -t 1.5 (für "time") in Mitmeißelgeschwindigkeit vorgetragen. Bei Termindruck hingegen macht ein -t 0.5 aus der Sprecherin eine wahre Zungenakrobatin.

Interessant ist an diesen Möglichkeiten, dass sie beim Abspielen von wav-Files nicht mehr bestehen: Verlangsamen Sie das Abspielen einer wav-Datei, so sinken zwangsläufig die Stimmfrequenzen (Frequenzen werden einzig über die Zeit bestimmt). MBROLA behandelt Frequenz und Zeit unabhängig voneinander, da die Töne erst vom Synthesizer selber erzeugt werden. Sie können also die Stimmlage beibehalten, aber die Geschwindigkeit erhöhen.

Selbstverwirklichung

wetter.pho kennen Sie nun auswendig? Kein Problem, nehmen Sie eine E-Mail, und speichern Sie diese als einfache Textdatei ab (z. B. unter email.txt). txt2pho übersetzt sie Ihnen in eine pho-Datei, und diese können Sie wiederum an MBROLA verfüttern:

jo@planet ~> txt2pho -i email.txt -o email.pho
jo@planet ~> mbrola /usr/local/mbrola/txt2pho/data/de3 email.pho email.wav 
jo@planet ~> bplay email.wav
Playing WAVE : 16 bit, Speed 22050 Mono …

Neben den hier verwendeten txt2pho-Optionen -i (für "input") und -o (für "output") ist es ratsam, künftig immer die Option -f für weiblich ("female") bzw. -m für männlich ("male") mit anzugeben. Zwar sieht auch die Konfigurationsdatei ~/.txt2phorc eine solche Voreinstellung vor, doch Auswirkung hatte das Abändern der Datei in diesem Falle nicht – es blieb immer bei der weiblichen Besetzung. Per Kommandozeilenaufruf lässt sich dieser Mangel aber beheben.

Hingegen entfaltet der Eintrag SPEECHRATE in der Konfigurationsdatei tatsächlich seine korrekte Wirkung als Äquivalent zu MBROLAs Parameter -t: Er lässt die Sprechgeschwindigkeit frequenzunabhängig an- oder absteigen. Damit setzen Sie in ~/.txt2phorc einen Grundwert, von dem Sie noch immer durch den nachfolgenden MBROLA-Aufruf abweichen können.

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