Lesestunde
MBROLA
Nachhilfe
Die Stimmdateien werden in separaten Verzeichnissen gepackt geliefert, und so entsteht auch beim Entpacken für jede Stimme ein eigenes Directory. Gesucht werden sie später aber im sogenannten data-Verzeichnis von txt2pho, weshalb sich der Einsatz symbolischer Links anbietet. Hierbei verweist lediglich ein Verzeichniseintrag auf eine anderswo existierende Datei; das File ist somit doppelt verfügbar, aber nur einmal real auf der Festplatte vorhanden:
ln -s /usr/local/mbrola/de1/de1 /usr/local/mbrola/txt2pho/data/de1 ln -s /usr/local/mbrola/de2/de2 /usr/local/mbrola/txt2pho/data/de2 ln -s /usr/local/mbrola/de3/de3 /usr/local/mbrola/txt2pho/data/de3
Nun ist eigentlich alles Nötige vorhanden. Doch ist es etwas mühselig, die Programme immer mit kompletter Pfadangabe aufzurufen. Daher erstellen Sie für diese am besten noch ein paar weitere Symlinks in /usr/local/bin, einem Verzeichnis, das sicherlich bereits im Suchpfad enthalten ist (was sich mit echo $PATH überprüfen lässt):
ln -s /usr/local/mbrola/mbrola-linux-i386 /usr/local/bin/mbrola ln -s /usr/local/mbrola/txt2pho/txt2pho /usr/local/bin/txt2pho ln -s /usr/local/mbrola/txt2pho/pipefilt /usr/local/bin/pipefilt
Da das MBROLA-Paket diverse Programmdateien für verschiedene Rechnerarchitekturen beinhaltet, ist es wichtig, das zur PC-Architektur (i386) passende Binary mbrola-linux-i386 nach /usr/local/bin/mbrola zu verlinken.
Feinschliff
Doch noch immer fehlen ein paar Angaben: Im neu angelegten MBROLA-Verzeichnis /usr/local/mbrola finden Sie eine Beispiel-Konfigurationsdatei für das Tool txt2pho (.txt2phorc), die Sie nun als unprivilegierter User (root-Rechte werden fortan keine mehr benötigt) in Ihr Home-Verzeichnis kopieren sollten:
cp /usr/local/mbrola/.txt2phorc $HOME
Anschließend müssen Sie in dieser Datei die Pfadangaben entsprechend Ihrer Installation abändern. Für den hier geschilderten Fall gilt:
DATAPATH=/usr/local/mbrola/txt2pho/data/ INVPATH=/usr/local/mbrola/txt2pho/data/
Ihr TTS-System ist nun einsatzbereit. Die Stimmpakete liefern fertige Kostproben ihres Könnens in Form übersetzter pho-Dateien mit, so dass Sie MBROLA einem ersten Test unterziehen können. Dessen Aufruf folgt folgendem Muster:
mbrola stimmdatei pho-datei.pho ausgabe.wav
Die Ausgabe können Sie alternativ mit den Dateiendungen raw, au oder aiff versehen; je nachdem, welches Audioformat Sie bevorzugen. Um dem mitgelieferten Wetterbericht unter /usr/local/mbrola/de3/TEST/wetter.pho zu lauschen, wandeln Sie diese pho-Datei mit MBROLA in eine wav-Datei um, die sich wiederum zum Abspielen mit jedem Audioplayer (wie bplay [5] oder play aus dem sox-Paket) eignet:
jo@planet ~> mbrola /usr/local/mbrola/txt2pho/data/de3 /usr/local/mbrola/de3/TEST/wetter.pho wetter.wav jo@planet ~> bplay wetter.wav Playing WAVE : 16 bit, Speed 22050 Mono …



