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01.03.2002

Office-Suite HancomOffice 2.0

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Das Frühjahr 2002 wird neben KDE 3.0 und GNOME 2.0 ganz im Zeichen neuer Office-Pakete für Linux stehen. Während die Entwickler bei Sun/OpenOffice, KOffice, Abiword und Gobe Software noch dabei sind, die letzten Features und Bugfixes vor der jeweils neuen (Final-)Release einzufügen, hat man im fernen Südkorea mit der Veröffentlichung von HancomOffice 2.0 Standard bereits für Fakten gesorgt.

HancomOffice ist eine Office-Suite, bestehend aus der Textverarbeitung HancomWord 6.0, der Tabellenkalkulation HancomSheet 2.0, dem Präsentationsprogramm HancomPresenter 2.0 sowie dem Bildbearbeitungsprogramm HancomPainter 2.0. Die Professional-Variante, die noch im Februar erscheinen soll, wird darüber hinaus noch eine Reihe weiterer, von der amerikanischen Firma TheKompany beigesteuerter Programme - namentlich: das DBMS HancomEasyDB, das Flowchart-Programm HancomEnvision, der HTML-Editor HancomWebBuilder sowie der Personal Information Manager HancomQuicksilver - enthalten.

HancomOffice 2.0 wurde komplett mit Trolltech's Qt-Bibliothek erstellt. Einer Portierung auf andere Plattformen und Betriebssysteme steht daher nichts im Wege. Laut HancomLinux wird die neue Office-Suite zusammen mit einer auf koreanische Verhältnisse angepassten Linux-Distribution demnächst in 120000-facher Ausführung an die südkoreanische Regierung verkauft werden.

Da HancomOffice nicht nur in koreanischer, sondern auch in chinesischer, japanischer und englischer Sprache erhältlich ist, könnte HancomLinux auf dem Weltmarkt für Office-Pakete womöglich zu einem der gefährlichsten Konkurrenten von Microsoft werden. Ob allerdings in absehbarer Zeit eine an deutsche Verhältnisse angepasste Version erhältlich sein wird, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Die englischsprachige Version ist jedenfalls für 49,95 US-Dollar (Standard plus Versandkosten) beziehungsweise 99,95 US-Dollar (Professional plus Versandkosten) im Online-Shop erhältlich. Nähere Infos: http://www.hancom.com

Web-Browser Opera 6.0 TP 3

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Der kommerzielle Web-Browser der norwegischen Firma Opera Software gehört neben Konqueror und Mozilla unter Linux zu den besten Navigationsprogrammen durch die weite Welt des WWW. Einige Monate nach der Release von Version 6 der Windows-Version, steht nun auch die Veröffentlichung der Linux-Version unmittelbar bevor.

Zum Redaktionsschluss war bereits die "Technology Preview 3" von Opera 6.0 für Linux verfügbar. Wie üblich gibt es den Web-Browser wahlweise in einer kostenlosen Variante mit Werbebanner-Einblendung im oberen Fensterbereich oder aber in einer "freigeschalteten" Version (39 US Dollar).

Wer Opera als Browser verwendet, sollte möglichst bald auf die neue Version umsteigen, da es für die bisherige Version 5 des Browsers trotz einiger Sicherheitsschwächen keine Bugfix-Versionen mehr geben wird.

Java-IDE JBuilder 6.0 Personal

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Zwei Monate nach Fertigstellung der kostenpflichtigen Varianten der Java-IDE JBuilder 6 bietet Borland seit kurzem die Personal-Edition zum Download an. Zuvor ist allerdings eine Online-Registrierung erforderlich. Die Personal-Edition von JBuilder enthält im wesentlichen alle wichtigen Funktionen einer Integrierten Entwicklungsumgebung für Java.

Mit der Personal-Edition können jedoch nur nichtkommerzielle Anwendungen entwickelt werden. Wer mit JBuilder kommerzielle Anwendungen entwickeln möchte, der kann je nach Einsatzgebiet die Professional-Version (999 US Dollar) oder die Enterprise-Version (2.999 US Dollar) im Online-Shop von Borland erwerben. http://www.borland.com/jbuilder/personal

Aus für Spiele-Portierer Loki

Die amerikanische Software-Firma Loki Soft, die vor zirka drei Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, bekannte Windows-Spiele nach Linux zu portieren, hat kurz vor Redaktionsschluss bekanntgegeben, dass der Betrieb der Firma zum 31. Januar 2002 endgültig eingestellt wird. Offenbar haben die eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen, die seit Beantragung des Gläubigerschutzes im vergangenen August angestrebt wurden, nichts mehr genützt.

Loki Soft war mit über 20 Spieleportierungen in den vergangenen Jahren Hauptproduzent von kommerziellen Linux-Spielen. Darüber hinaus hat sich die Firma mit der freien Entwicklung zahlreicher Multimedia-Bibliotheken wie der Simple-DirectMedia-Layer-Bibliothek (kurz: SDL) in der Linux-Entwicklergemeinde einen Namen gemacht. Ein schwerer Schlag (nicht nur) für die Linux-Spielegemeinde!

Da die Reseller von Loki-Spielen im Zusammenhang mit der im August letzten Jahres bereits drohenden Pleite zur Unterstützung von Loki ihre Lagerbestände aufgefüllt haben, besteht zumindest für einen gewissen Zeitraum die Chance, noch einen Großteil der Spiele-Titel zu erwerben. Hier eine Liste mit einigen offiziellen Loki-Resellern in Europa:http://www.ixsoft.dehttp://www.linuxland.dehttp://www.lob.de/linuxhttp://www.lob.de/linuxhttp://www.tradeup.ch

Neue Spiele von LGP

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Steigt Linux Game Publishing (LGP) in die Fußstapfen von Loki Soft? Mit der Fertigstellung der Linux-Spiele "Uplink" und "Creatures Internet Edition" hat die im Jahr 2001 gegründete Software-Firma jedenfalls gezeigt, dass sie über das technische Know-How verfügt, Windows-Spiele erfolgreich nach Linux zu portieren.

Im Januar folgte nun die Nachricht, dass LGP von der Windows-Spielefirma Cyberlore Studios die Rechte erhalten habe, die Fantasy-Simulation "Majesty" samt Erweiterung "The Northern Expansion" nach Linux zu portieren. LGP verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie die Firma Loki Soft, welche sich Ende Januar zur Geschäftsaufgabe gezwungen sah. Bleibt zu hoffen, dass die junge Firma LGP einen guten Start hat! LGP vertreibt seine Spiele bislang nicht auf direktem Wege, sondern über einige Retailer-Firmen. "Uplink" (29.95 Euro) und "Creatures Internet Edition" (34.80 Euro, auch in Deutsch!) sind seit Ende Januar beispielsweise bei ixsoft erhältlich.

Spiel Tuxracer 1.0

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Der Name des Spiels ist in der Linux-Spielergemeinde bereits ein Begriff. Eine frühe Version von Tuxracer wurde nämlich bereits Mitte 2000 unter einer Open-Source-Lizenz im Internet verbreitet. Das Spiel kam bereits damals schon so gut bei der in Sachen 3D-Grafik noch wenig verwöhnten Linux-Gemeinde an, dass sich die Entwickler dazu entschlossen, auf eine kommerzielle Version hinzuarbeiten.

Tuxracer 1.0 ist das Ergebnis einer mehr als einjährigen Weiterentwicklung des damaligen Insider-Tipps. Die kommerzielle Version basiert auf einer neuen 3D-Engine, die unter anderem optisch ansprechende Grafikeffekte wie "bump-mapping", "cube environment-mapping", gezeichnete Schatten und Spiegelungen darstellen kann.

In Tuxracer navigiert man einen netten Tux durch eindrucksvolle 3D-Berglandschaften. Der Spieler hat dabei die Wahl zwischen einer ganzen Reihe von Spielmodi und drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Laut Sunspire Studios, die Tuxracer 1.0 vertreiben, läuft das Spiel mit etwas älteren 3D-Grafikkarten. Wer sich für die kommerzielle Version von Tuxracer näher interessiert, der kann sich eine aktualisierte Demo herunterladen von http://www.sunspirestudios.com.

Neue Distributionen

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Während die großen Distributoren darauf warten, dass Neuerungen im systemnahen oder Desktop-Umgebungsbereich die Zusammenstellung und den Verkauf einer neuen Distribution rechtfertigen, haben sich eine Reihe von Projekten daran gemacht, etwas außergewöhnliche Linux-Distributionen zu entwickeln.

Simply GNUstep heißt ein auf Sourceforge gehostetes Projekt, das zum Ziel hat, möglichst noch in diesem Jahr eine benutzerfreundliche Desktop-Distribution zu entwickeln, die dem Anwender eine Desktop-Umgebung ähnlich der des Betriebssystems MacOS X anbietet. Laut Release-Plan sollte bis zum Erscheinen dieser LinuxUser-Ausgabe bereits ein Live-Dateisystem von Simply GNUstep herunterladbar sein. Näheres finden Sie bei http://simplygnustep.sf.net.

Ein weiteres interessantes Distributionen-Projekt ist Debian Med. Hierbei soll auf Basis von Debian eine speziell auf Arztpraxen und medizinische Labore ausgerichtete Distribution entwickelt werden. Obwohl bereits eine Reihe potentieller Anwendungsprogramme identifiziert wurden, befindet sich das Projekt derzeit noch in der Planungsphase. Wer Lust hat, sich an der Entstehung der Distribution zu beteiligten, findet bei http://auric.debian.org/~tille/debian-med/ nähere Infos.

Last, but not least gibt es mit 2-Disk Xwindow Linux seit einiger Zeit eine nette Minidistribution, die ein topaktuelles Linux-System samt X-Window System auf nur zwei Disketten bereitstellt. Da es darüber hinaus auch die wichtigsten Netzdienste mitbringt, eignet es sich ideal als Rettungsdiskette oder Minidistribution für alle Fälle. Wer den damit verbundenen Diskettenwechsel nicht scheut, kann auf diese sogar Netscape, Wine, MPlayer oder den GNU-C-Compiler in Betrieb nehmen. http://www.mungkie.btinternet.co.uk/projects/2diskXwin.htm.

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