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Kleinkram

Zubehör: Formatieren, Editieren, Packen

01.03.2002

Unter dem Schlagwort "Zubehör" fasst Windows nützliche Anwendungen zusammen. Wo Sie diese und anderen Kleinkram in KDE finden und nutzen, stellen wir in kurzen Workshops vor.

Die Anwendungen von KDE, hier beziehen wir uns auf KDE 2.2 von SuSE Linux 7.3, sind häufig denen von Windows sehr ähnlich, was den Umstieg erleichtert - manche Abläufe unterscheiden sich dagegen.

Diskette formatieren

Eine Diskette zum Beispiel formatieren Sie unter Windows über den Arbeitsplatz und die Option Formatieren im Menü Datei. Diesen Weg werden Sie unter KDE vergeblich suchen. Sie müssen stattdessen ein kleines Tool namens Kfloppy starten, das Sie unter System/kleine Werkzeuge/kfloppy finden. Das Disketten-Laufwerk darf vor dem Formatieren nicht gemountet sein.

Abbildung 1: Kfloppy bietet viele Einstellungsmöglichkeiten

Kfloppy bietet einige Einstellungsmöglichkeiten. Verfügen Sie über ein Diskettenlaufwerk, hat es den Laufwerksbuchstaben "A" und wird von Kfloppy im Dropdown-Menü als solches erkannt und ausgewählt. Dies kommt dem Windows-gewohnten Nutzer entgegen, denn eigentlich gibt es Laufwerksbuchstaben unter Linux nicht. Sollten Sie zwei Disketten-Laufwerke in Ihrem System haben, wählen Sie im Dropdown-Menü dasjenige aus, in dem die zu formatierende Diskette liegt - entweder Laufwerk A oder B. Neben den gebräuchlichen 3,5"-Disketten werden auch noch die alten 5,25"-Disketten unterstützt.

Im zweiten Dropdown-Menü wählen Sie die Speicherkapazität der Diskette. Dies ist normalerweise HD - High Density (1,44 MB). Die älteren Disketten mit DD, Double Density, sind so gut wie vom Markt verschwunden. Sie speichern nur 720 KB Daten. Welche Sorte Diskette Sie benutzen, steht auf der Diskette.

Beim Formatieren einer Diskette wird ein Dateisystem auf dem Datenträger angelegt. Unter Windows steht nur FATzur Verfügung. Kfloppy lässt Ihnen die Wahl zwischen MS-DOS (also FAT) und dem Linux-Dateisystem ext2. Formatieren Sie Disketten im DOS-Format, hat Linux keine Schwierigkeiten mit dem Zugriff auf diesen Datenträger - anders herum funktioniert es nicht: Windows kann eine ext2-formatierte Diskette nicht lesen.

Als Formatiermethoden stehen schnelle und vollständige Formatierung zur Auswahl. Die schnelle Formatierung löscht alle Daten auf der Diskette, funktioniert aber nur, wenn die Diskette bereits formatiert war. Die vollständige Methode löscht auch versteckte Dateien, überprüft auf Fehler und kann auch bei noch unformatierten Disketten verwendet werden - solche sind allerdings nicht mehr erhältlich.

Sie können eine Datenträger-Bezeichnung eingeben; dieser Name erscheint dann zum Beispiel, wenn Sie im Windows-Explorer per Rechtsklick mit der Maus die Eigenschaften der Diskette aufrufen, in der Textzeile Bezeichnung.

Starten Sie den Vorgang, nachdem Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, mit einem Klick auf Formatieren. Das "vollständige Formatieren" dauert eine Weile. Ein blauer Balken zeigt den Fortschritt an.

Abbildung 2: Erfolgsmeldung nach der vollständigen Formatierung und Fehlerüberprüfung

Speicherkapazität prüfen

Disketten sind wie Festplattenlaufwerke, Partitionen und CDs Speichermedien Ihres Systems. Häufig ist es wichtig zu erfahren, wie viel Speicherplatz auf einem Speichermedium insgesamt vorhanden ist und wie viel bereits belegt bzw. noch frei ist. Unter Windows genügt ein Rechtsklick im Windows-Explorer auf das entsprechende Laufwerk, und ein Tortendiagramm zeigt den Füllstand.

Abbildung 3: Windows zeigt die Relation zwischen belegtem und freiem Speicherplatz

Im Konqueror, dem Standard-Dateimanager von KDE, gibt es diesen Weg nicht. Stattdessen kommt wieder ein kleines Tool zum Einsatz: KDiskFree. Sie finden es unter System/Info/kdf: Freier Plattenplatz.

Abbildung 4: Übersichtlich und informativ zeigt KDiskFree Größe und Belegung aller Laufwerke im System

Das Tool listet alle Datenträger Ihres Systems übersichtlich untereinander auf. Es zeigt die Laufwerks-Bezeichnung, den Typ (zum Beispiel "vfat" für Windows-Partitionen und "ext2" für Linux-Partitionen), den Mount-Punkt (also den Punkt im System, an dem das Gerät in den Verzeichnisbaum eingehängt wird), die Speichergröße insgesamt und den freien Speicherplatz in absoluten Zahlen, sowie belegten Platz in Prozent. Die Relation zwischen freiem und belegtem Platz wird zusätzlich als grüner Balken dargestellt.

Aus KDiskFree heraus können Sie übrigens jedes Laufwerk des Systems bequem mounten. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in die zugehörige Zeile und wählen Sie im Kontextmenü Gerät mounten. Nur für ins System eingehängte Geräte bzw. Laufwerke erscheint der grüne Balken.

Wählen Sie Optionen/KDiskFree einrichten, um die Anzeige Ihren Bedürfnissen anzupassen. Auf der Register-Karte Allgemeine Einstellungen ist die Anzeige aller Informationstypen voreingestellt - mit einem Klick lassen sich einzelne Felder ausblenden. Ebenfalls voreingestellt aktiviert KDiskFree eine Warnung, wenn die Speicherkapazität eines Laufwerks sich dem Ende zu neigt.

Abbildung 5: Wählen Sie aus, welche Informationen KDiskFree anzeigen soll und welche nicht

Das Kontextmenü enthält auch den Punkt Dateimanager öffnen. Aktivieren Sie diese Option, öffnet sich der Dateimanager Konqueror an der Stelle des Mount-Punktes. Gibt es im System zum Beispiel eine Windows-Partition mit dem Mount-Punkt /windows/C, startet Konqueror an dieser Stelle, und Sie haben Zugriff auf Ihre Windows-Verzeichnisse und -Dateien.

Abbildung 6: Mit der Option "Dateimanager öffnen" gelangen Sie schnell an den Mount-Punkt eines Laufwerks im System

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