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eMail und die Detektive

Volkers Editorial

McWrapper DeLuxe!

Heute wird wohl eher selten jemand noch seine Mails mit Kommandos umformatieren müssen; die obige Lehrstunde behalten wir für andere Anwendungen im Auge. Wer seine Mails sauber umgebrochen lesen möchte, wird diese Arbeit eher dem Mail-Programm überlassen. Ich benutze z. B. Netscape, und hier ist das alles sehr einfach gelöst. Die Menüauswahl view/wrap long lines (bzw. Ansicht/lange Zeilen umbrechen) schafft hier Abhilfe, und niemand muss mehr 15 Meter horizontal durch seine Mails scrollen.

Abbildung 1: Im Netscape Messenger schaltet man einfach den Umbruch langer Zeilen ein

Mehr Spaß dank Borg-Technologie

Schade ist eigentlich, dass die gute alte Mallorca-Ansichtskarte mit dem zunehmenden E-Mail-Verkehr gänzlich aus der Mode gekommen ist - eine unanständige Postkarte reißt heute keinen mehr richtig vom Hocker. Schließlich hatte man ganz andere Übertragungsmöglichkeiten, und wer sich nicht sicher war, ob sein System auch alles richtig gemacht hatte, der sandte seine Mail nicht nur ein zweites Mal. So manche Mail habe ich bestimmt sechsmal bekommen - na gut, die eine oder andere habe ich auch zigmal verschickt (flöt). Alles hat sich verbessert, auch das nebenbei; und waren damals die Brems- und Anfahrgeräusche der Platte die einzige Zusatzbeschallung zu unseren E-Mails, kommt heute aus unseren 100-Watt-Lautsprechern ohrenbetäubend laut Frank Sinatra oder sonst etwas. Für die Zukunft wird uns sicher noch die eine oder andere Überraschung erwarten, aber das beste Netzwerk der kommenden Zeiten wird mit Sicherheit auf Basis der Borg aus Star Trek auf die Beine gestellt werden: Es wird alles in den Schatten stellen, was es bis dahin gegeben hat. E-Mails sausen mit Überlichtgeschwindigkeit durch irgendwelche Subraumkanäle ohne Verbindungsprobleme, im Weg liegende Störsternenstaubwolken oder so etwas. Außerdem ist die Haltung eines Borg recht einfach, da diese im Großen und Ganzen - wenn auch nicht besonders klein - sehr pflegeleicht sind. Man stellt sie einfach bei Nichtgebrauch in den Besenschrank (Regeneration). Ein Problem werden wahrscheinlich die persönlich adressierten Mails werden, da die Borg standardmäßig im Broadcast-Modus laufen: Weiß es ein Borg, wissen es alle…

Zuletzt aber noch eine Anekdote, die man mir mitgeteilt hat, deren Richtigkeit ich aber nicht bestätigen kann, da der Original-Link nicht mehr existiert. So war angeblich(!) unter der Adresse http://www.bmwf.gv.at/1bm/email.htm (Stand 30.03.1998) des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung zu lesen: "Bitte beachten Sie: Nicht alle Mitarbeiter sehen regelmäßig in Ihrer Mailbox nach." (heute [2] aber nicht mehr zu finden).

Die benutzten Befehle

expand (ausbreiten)@KL:Syntax: "expand [-t <C>n<C>] [datei]"

expand liest die Eingabe aus der Datei datei und konvertiert Tabulatoren in Leerzeichen. Dabei geht expand von einer Tabulatorbreite von acht Zeichen aus und ersetzt entsprechend die fehlende Anzahl von Leerzeichen, um auf volle acht zu kommen. Dann schreibt expand das Ergebnis in die Standardausgabe. Ohne Angabe von datei liest expand aus der Standardeingabe. Die Option -t erlaubt, den Standardwert von 8 auf einen anderen Wert n zu setzen.

fold (falten)

Syntax: "fold [-s] [-w n] [datei]"

fold liest die Eingabe aus der Datei datei und zerteilt dabei jede Eingabezeile in kleine Zeilen, die nicht länger als n Zeichen sind. Wird die Option -w nicht angegeben, so geht fold von einer Textbreite von 80 Zeichen aus (damals wurden Textbildschirme verwendet, die genau 80 Zeichen darstellten). fold schreibt das Ergebnis in die Standardausgabe. Ohne Angabe von datei liest fold aus der Standardeingabe.

Die Option -s ist der eigentliche Clou dieses Kommandos: Mit Setzen dieser Option bricht er die Zeile nicht nach n Zeichen um, sondern beim letzten Leerzeichen davor. Wenn davor keines existiert (weil die aktuelle Zeile mit einem sehr langen Wort beginnt), bricht fold die Zeile normal um.

talk (unterhalten)

Syntax: "talk adresse"

talk ermöglicht eine Zwei-Wege-Kommunikation mit einem anderen Unix-/Linux-Benutzer. Normalerweise ist dabei adressat der login-Name des anderen (diesen bekommt man z. B. über Eingabe von who heraus). Wenn man das talk-Kommando angesetzt hat, erscheint beim Gesprächspartner auf dem Schirm eine Nachricht in der Art:

Message from name

talk: connect requested by your_address

talk: respond with: talk your_address

womit nach Eingabe von

talk your_address

die Verbindung zustandekommt. Nach Erstellung der Kommunikationsverbindung können beide simultan in ihre Tastatur hämmern. Die Eingaben erscheinen dann auf dem Schirm des anderen. Bei fernen Gesprächspartnern kann adressat auch schonmal die Gestalt volker@ganz-weit-weg-rechner haben, und bei mir hat es tatsächlich bis nach Ecuador sauber funktioniert. Die Verbindung beendet man mit [Strg-c].

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LinuxUser 06/2012

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