Angestöpselt
USB-IDE: Notebook-Platten überall anschließen
Immer schön abhängen
Bei einem Stopp des Systems und vor dem Ausschalten des USB-Geräts sollten gemountete Dateisysteme immer zuvor mit umount abgehängt werden, da das Betriebssystem von der Aktion nichts mitbekommt und dann einen toten Mountpunkt hat. Daran ändert auch der relativ neue USB-Helfer hotplug nichts, denn wenn das Kabel gezogen oder das Gerät ausgeschaltet wird, ist es zu spät zum Abhängen des Dateisystems. Also Vorsicht! Bei nicht-journalbasierten Dateisystemen wie Ext2 hilft es übrigens, die Daten bei mobilem Betrieb "read-only" zu mounten, dann kann zumindest dem Dateisystem nichts Unvorhergesehenes passieren.
Um die Platte automatisch mounten zu können beim Zugriff auf den Mountpoint, bietet sich der Automounter an. Ein Eintrag wie
mp3 -fstype=ext2 :/dev/sda1
in /etc/auto.misc reicht schon aus, um auf die Daten unter /misc/mp3 zugreifen zu können. Informationen darüber sind mit man automount oder man amd abrufbar, je nachdem, welcher Typ auf dem jeweiligen System gerade läuft.
Bei Systemen mit VIA-MVP3-Chipsatz (82C586B) sei gleich zu Vorsicht geraten. Dieser Chipsatz hat einen Fehler bei so genannten USB Bulk Transfers. Nach wenigen Sekunden erfolgreicher Datenübertragung friert die Verbindung ein. Das betrifft sowohl die hier vorgestellte USB/IDE-Lösung als auch bespielsweise den Datentransfer zu einem Diamond Rio500 MP3-Player. Da hilft nur: eingebautes USB des Mainboards ignorieren und USB-PCI-Karte kaufen. Für Mäuse und andere Geräte, die nicht auf Bulk Transfer aufsetzen, funktioniert der Chipsatz aber prächtig.
USB-Storage verursacht Systemlast
Die mangels Benutzung von DMA (Direct Memory Access) verursachte Systemlast bei Kopieren eines 3,3-GByte-Dateibaums auf die externe Platte ist auf dem genannten Thinkpad 600E (Pentium II mit 366 MHz, 128 MByte RAM, Intel 430HX Chipsatz) erheblich; top weist während des gesamten Vorgangs 35-50 Prozent aus, die alleine im Kernel gebraucht werden. Beim normalen Arbeiten auf der grafischen Oberfläche ist das deutlich zu spüren. Hinzu kommt, dass man vor allem bei leiser Musik von den auf der Platte gestreamten MP3s die Zugriffe als kurzes, leises Knistern hören kann. Möglicherweise kommen sich hier die Interrupts für USB und Audio ins Gehege.
Ein Geschwindigkeitsrausch ist von der Installation natürlich nicht zu erwarten - USB schafft vor Version 2.0 lediglich 12 MBit/s, so dass kaum mit Datenraten über 1 MByte/s zu rechnen ist. Bestätigt wird diese Vorhersage durch den Zeitbedarf für die besagten 3,3 GByte - etwas über 113 Minuten, was im Schnitt 508 KByte/s entspricht. Der Festplatten-Benchmark bonnie++ [5] ermittelte für die Toshiba MK3017GAP eine Transferrate von 726 KByte/s für Lese- sowie 780 KByte/s für Schreiboperationen. Zum Vergleich: Im Betrieb am IDE-Port im Notebook erreicht die Festplatte 20,5 MByte/s respektive 23,7 MByte/s (Diagramm 1). Welche Platte man also einbaut, ist abgesehen vom besagten Stromversorgungsproblem relativ egal, weil der USB den Flaschenhals darstellt. Mit USB 2.0 wird das aber alles schneller, höher, weiter - dann ist der Bus mit 400 MBit/s schneller als jede Notebook-Platte.
Für Backupzwecke oder sonstigen Datentransport mit niedrigen Anforderungen an die Datenrate ist ein solches Gerät preiswert und praktisch. Die ursprünglich vorgesehene Idee, den USB-Extender für einen MP3-Player im Auto [6,7] zu verwenden, scheitert jedoch an der mangelnden Möglichkeit, den Timeout für den Spindelmotor zu setzen - damit würde die Platte auch während der Fahrt dauernd laufen, was ungesund sein kann. Dasselbe gilt für den Anschluss an ein Notebook unterwegs - die ständig laufende Platte verbraucht zu viel Strom für ein langes Akkuleben.
Datafab MD2-USB
| Beschreibung | Enhanced USB Port für 2.5" Festplatten |
| Transferrate USB | max. 12 MBit/s |
| Stromversorgung | USB-Kabel oder Tastaturport (siehe Text) |
| Abmessungen | 143 mm × 79 mm × 22 mm |
| Gewicht ohne Platte | ca. 110 g |
| mitgel. Zubehör | USB-Kabel A-B, Stromversorgungskabel, Treiber-CD für MacOS und Windows, Kurzanleitung |
| Listenpreis | 65 Euro |
Infos
[2] http://www.datafab.com/products/mobile/usb/MD2-USB/main.htm
[3] http://www.netcologne.de/~nc-reisinjo/
[4] http://www.linuxdoc.org/HOWTO/Kernel-HOWTO.html
[5] http://www.coker.com.au/bonnie++/
[6] http://www.linux-magazin.de/ausgabe/2000/07/MPorty/mporty.html
[7] http://www.linux-magazin.de/ausgabe/2001/08/MPorty/mporty.html



