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Gnomogram

News und Programme rund um GNOME

01.03.2002

GNOME 2.0 Alpha

Fast pünktlich wurde jetzt die Alpha Version von GNOME 2.0 unter dem Namen "Rolig Liten Hattgubbe" in die Welt entlassen [1]. Der Name kommt aus dem schwedischen und bedeutet so viel wie "lustiger kleiner Hut-Mann" - Spaß dürften an dieser Version allerdings nur Programmierer und passionierte Tester haben.

Letztere sollten einen Blick auf [2] werfen und daran denken, GNOME 2 mit einem anderen --prefix als GNOME 1 zu installieren, weil sonst GNOME 1 Programme überschrieben werden. Die reinen GNOME 2 Bibliotheken sind allerdings parallel zu denen aktuellsten GNOME 1.4 Bibliotheken installierbar.

Wer GNOME 2 testen will, ohne gleich sein ganzes System auf den Kopf zu stellen, kann unter [3] einen kleinen Einblick in die die GNOME 2 Entwicklung werfen. Außerdem wurden die für den Benutzer sichtbaren Änderungen unter [4] zusammengestellt. Besonders schön anzusehen sind dabei die neuen Stock-Icons, die teilweise schon in Programmen wie Evolution verwendet werden, sowie die neue Version von GDM.

Gnumeric

Nach Evolution erreicht jetzt mit Gnumeric [5] die zweite bei Ximian entwickelte Software die magische Versionsnummer 1.0. Trotz intensiven Tests konnte sich allerdings kurz vor dem Release noch ein Bug einschleichen, der prompt in Version 1.0.1 gefixt wurde. Damit liegt jetzt nach rund dreieinhalb Jahren Entwicklung eine erstklassige Tabellenkalkulation vor, die sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.

Wie bei Evolution sieht man Gnumeric die Verwandtschaft zu seinem Microsoft-Pendant sofort an. Jeder Excel-Benutzer sollte sich binnen kürzester Zeit heimisch fühlen - insbesondere, da Excel-Dokumente sowohl im- wie exportiert werden können.

Neben Excel versteht Gnumeric zumindest beim Import Applixware, Lotus 123 sowie zahlreichen anderen Formate. Auf Makros aus Excel-Dokumenten muss man allerdings leider verzichten, wenn man nicht bereit ist, Gnumeric mit Unterstützung für das noch recht unausgereifte GNOME-Basic [6] zu kompilieren. Die Entwickler von GNOME-Basic beteuern übrigens, dass Makro-Viren in GNOME-Basic nicht möglich wären - ob sie recht behalten wird die Zeit zeigen.

Größter Kritikpunkt an Gnumeric war lange die mangelnde beziehungsweise sehr instabile Unterstützung für Graphen. Dieses Problem wurde inzwischen mit Hilfe des Programms Guppi gelöst. Dieses auf Graphen spezialisierte Werkzeug stellt seine Fähigkeiten via Bonobo bereit und kann problemlos in das Dokument eingebettet werden. Auf die selbe Weise lassen sich andere Datentypen wie beispielsweise Bilder einbetten; für letztere wird die Bonobo-Komponente des Bildbetrachters Eye of Gnome benötigt.

Vielfältig sind die Möglichkeiten, Daten zu analysieren - Gnumeric bietet dazu Funktionen von der Korrelanz-Analyse bis zum Histogramm. Mit Hilfe der Ziel- beziehungsweise Lösungssuche lassen sich Ausgangswerte automatisch manipulieren, damit eine Funktion einen bestimmten Wert ausgibt.

Nützlich ist weiterhin die Möglichkeit, komplexe Filter zu definieren. Dazu werden im Dokument Werte und Kriterien angegeben, die Gnumeric aufeinander anwendet. Leider sind viele der beschriebenen Funktionen alles andere als selbsterklärend - es lohnt sich deshalb in jedem Fall, einen Blick in die Gnumeric-Dokumentation zu werfen, die weit über die üblichen Readme hinausgeht.

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