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Kleine Ursache, große Wirkung

KDE 3.0

Weniger ist manchmal mehr

Die Planungsliste für KDE 3 [2] war lang – doch nicht alles wurde auch realisiert. So stand ursprünglich die Idee eines Icon-Servers im Raum, der während einer KDE-Session von Applikationen bereits benutzte Bildchen nach Art eines Caches vorrätig hält. Ziel war, die Ladezeit beim Start einer Anwendung zu beschleunigen. Doch im Laufe der Diskussion stellte sich heraus, dass sich das Problem auch ohne zusätzliches Helferprogramm lösen lässt: Wenn Icons erst dann geladen werden, wenn sie wirklich von der Applikation gebraucht werden (statt alle zu Anfang), spart das nicht nur Startzeit, sondern auch noch einen Server…

Ob all die Neuerungen und Verbesserungen interessant genug sind, um einen Umstieg auf KDE 3.0 zu wagen, muss jede/r selbst entscheiden. Spielt der Plattenplatz keine Rolle, koexistieren auch mehrere KDE- und Qt-Versionen friedlich nebeneinander [3]. Die Entscheidung, den Usern neben dem Umstieg auf eine neue Bibliotheksversion keine revolutionären Umwälzungen zuzumuten, zeigt dabei auch, dass das KDE-Team erwachsener und verantwortungsvoller geworden ist.

Glossar

Major-Versionsnummer

In der Regel die Zahl vor dem ersten Dezimalpunkt einer Versionsangabe im Gegensatz zur danach folgenden "Minor-Versionsnummer". Diese Hauptversion ändert sich im Normalfall nur bei größeren Umstellungen und Funktionalitätszuwächsen. Folgt nach der Minor-Versionsnummer ein weiterer Punkt, bezeichnet die darauf folgende Zahl meist ein "Maintainance Release", bei dem es sich in der Theorie lediglich um Bug-Fixes handelt. Allerdings halten sich nicht alle Projekte immer an diese ungeschriebene Konvention.

GUI-Bibliothek

Eine Ansammlung von Quellcode, der Programmierer/innen bereits vorgefertigte Elemente grafischer Benutzeroberflächen (Knöpfe, Fenster, Menüleisten, Dialoge etc.) als Klassen zur Verfügung stellt. Unter Linux am weitesten verbreitet sind GTK+ und Qt.

bidirektionale Darstellung

(kurz: "Bidi") Wenn in von rechts nach links geschriebenen Texten (Hebräisch, Arabisch…) Begriffe aus Sprachen auftauchen, die von links nach rechts geschrieben werden (z. B. Englisch oder Russisch), muss die Schreib- bzw. Darstellungsrichtung zwischenzeitlich wechseln. Dabei handelt es sich um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe bei der GUI-Programmierung.

Klasse

In der "objektorientierten Programmierung" Code, mit dem sich Objekte (zum Beispiel ein Button, ein Font oder eine ganze Applikation) erzeugen lassen. Um diese – oft noch sehr allgemein gehaltenen – Objekte individuell zu gestalten, enthält die Klassen-Implementierung Funktionen, bei deren Aufruf sich die Eigenschaft (Property) eines Objekts (beispielsweise seine Farbe) ändern lässt. Zudem können Objekte auch "Dinge tun" (eine Applikation kann sich schließen, ein Button eine Aktion ausführen), was ebenfalls durch Funktionen (Methoden) dieser Klasse realisiert wird.

Glyphen

Eine Glyphe bezeichnet ein einzelnes Zeichen aus einer Schrift.

API

"Application Programmer's Interface". Die Antwort auf die Frage "Wie lässt sich eine Klasse verwenden, ohne dass ich um die Implementierungsdetails wissen muss?", in einer Programmiersprache ausgedrückt. Bei C- oder C++ verbirgt sich das API zu einer Klasse normalerweise in Header-Dateien mit der Endung ".h". Vollständig ist ein API eigentlich nur mit der API-Dokumentation, die beschreibt, was die Klasse und ihre Funktionen tun, welche Funktionsargumente welche Bedeutung haben etc.

Xinerama

Darstellung eines virtuellen Desktops auf mehreren Monitoren, wobei sich Fenster zwischen ihnen hin und her schieben lassen und sogar "auf der Kante" liegen können, also teils auf dem einen, teils auf einem (oder gar mehreren) anderen Bildschirmen dargestellt werden.

SQL

Datenansammlung, die in Form von Tabellenstrukturen gespeichert ist und auf die mithilfe einer "Structured Query Language" genannten Abfragesprache zugegriffen werden kann. Beispiele für "Datenbank-Management-Systeme" (DBMS) auf SQL-Basis sind mySQL, PostgreSQL oder Oracle.

IMAP

"Internet Message Access Protocol", eine Möglichkeit, mit einem entsprechenden Dienstprogramm auf E-Mails zuzugreifen, die auf einem anderen Rechner gelagert werden. Vom Standpunkt des Users sieht es aus, als ob er/sie seine Postfächer lokal bearbeitet.

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