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Kleine Ursache, große Wirkung

KDE 3.0

Neue Applikationen

Die vielen kleinen und größeren Bugfixes und Detailverbesserungen, die KDE 3 im wesentlichen ausmachen, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass die Applikationenzahl – selbstverständlich – nicht konstant geblieben ist. Das neue Core-Paket kdeedu enthält neun Lernsoftware-Programme unterschiedlichster Coleur. Der auch für ältere Semester sinnvoll einsetzbare Vokabeltrainer kvoctrain gehört ebenso dazu wie das für Schüler/innen wie Lehrer/innen nützliche Geometrie-Zeichenprogramm kgeo (Abbildung 4) oder das "Heimplanetarium" kstars. Vorschulkinder lernen mit dem klettres-Bärchen die Buchstaben (des französischen Alphabets, Abbildung 5), um anschließend das flüssige Tippen mit ktouch zu üben. Allerdings dürften auch Erwachsene des Öfteren ins Grübeln kommen – ohne Studium der (noch nicht überall vorhandenen) Dokumentation ist die Bedienungsweise nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.

Abbildung 4: Edutainment in KDE: kgeo, kvoctrain und ktouch

Abbildung 5: Vorschule mit klettres

… und verbessertes Handling

Auf der Liste der Applikationen mit den meisten Verbesserungspunkten stehen (neben dem obligatorischen Konqueror) zwei höchst unterschiedliche Anwendungen auf den obersten Plätzen: konsole und kmail. Erstere hört jetzt auch auf die Kommandozeilenoptionen -tn Terminal-Typ, --noframe, --noscrollbar und --nomenubar. Während eine Änderung des Terminal-Typs (zum Beispiel auf vt100) besonders interessant ist für Leute, die remote, eventuell von Maschinen mit anderen Betriebssystemen aus, arbeiten, verzichtet eine Konsole mit fehlendem Rahmen (englisch: "frame") lediglich auf den "Schatten" um das Kommandozeilenfeld und wird somit eher spartanischen Gemütern gerecht. Einschalten kann man ihn (wie auch einen fehlenden Scroll-Balken) wieder über den Menüpunkt Einstellungen. Dieser ist nunmehr selbst dann schnell erreichbar, wenn man die Menüleiste per Kommandozeilenoption abgeschaltet hat: Die Tastenkombination [Strg-Alt-m] hilft hier aus der Bredouille. Eher zweifelhaft bei einem Programm doch eher geringen Funktionsumfangs erscheint hingegen das neue konsole-Feature "Tipp des Tages".

KMail seinerseits kann nun auch Mailboxen im Maildir-Format (eine E-Mail pro Datei, wobei ein übergeordnetes Verzeichnis den Mail-Folder repräsentiert) einlesen, was insbesondere Fans des Mail-Servers Qmail freuen wird. Andererseits bleibt das Sorgenkind IMAP wohl auch in Zukunft eines: Die angekündigten Verbesserungen ließen sich in der Vorversion nicht testen, da das Programm bei der Kontaktaufnahme mit dem IMAP-Server stets abstürzte.

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LinuxUser 06/2012

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