K-splitter

Frühjahrsputz für die Festplatte ist angesagt, denn seien es das für Mitte März angekündigte KDE 3.0 oder die neuen Ausgaben von Kivio, KOffice oder Quanta Gold – mit Frühlingsbeginn verlangen gleich mehrere interessante Updates ihr Recht (und vor allem Platz) auf dem heimischen Rechner.

Software im Fluss

Nicht nur KDE macht sich fit für den Frühling, sondern auch die Programme drum herum glänzen mit neuen Versionen und Features. So hat theKompany.com eine neue Version von Kivio mp, der erweiterten – und leider kostenpflichtigen – Version der Flowchart- und Vektorgrafiksoftware Kivio veröffentlicht (http://www.thekompany.com/products/kivio/). Kostenpunkt des Profiwerkzeugs: als CD-Set 99,95 Dollar, in der Download-Version 89,95 Dollar. Für alle, die die Katze nicht im Sack kaufen wollen, findet sich unter ftp://ftp.rygannon.com/pub/KiviompDemo/ eine Demoversion zum Herunterladen und Ausprobieren.

Neben einigen Bugfixes enthält das aktuelle Release auch neue Features. So kann beispielsweise erstmals Text rotiert werden, und für Zeichnungen gibt es nun eine Layer-Funktion. Darüber hinaus wurden Undo-Möglichkeiten beim Hinzufügen und Löschen von Seiten und Layern implementiert.

Abbildung 1: Das Profiwerkzeug Kivio in Aktion

Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen aus dem Hause theKompany.com. Auch der HTML-Editor Quanta Gold (Abbildung 2) hat einen Versionssprung gemacht. In Version 3.3.2 ist die Unterstützung für DTML, der "Document Template Markup Language" von Zope und ColdFusion, hinzugekommen. Des Weiteren verfügt Quanta Gold nun über eine Plugin-Schnittstelle. theKompany.com plant, dafür diverse Plugins herauszubringen, beispielsweise einen Datenbank-Wizard zur einfacheren Erstellung von Datenbank-orientierten Web-Seiten. Das CD-Set von Quanta Gold kostet 49,95 Dollar, die Download-Version schlägt mit 39,95 Dollar zu Buche. Die Demoversion erhalten Sie unter ftp://ftp.rygannon.com/pub/QuantaGoldDemo/. Weitere Informationen finden sich unter http://www.thekompany.com/products/quanta/.

Abbildung 2: Quanta Gold verschafft Web-Designern den optimalen grafischen Überblick

Startschuss für KDE 3.0

Dem Embryonenstadium entwachsen ist KDE 3.0 seit dem ersten Release einer Beta-Version Mitte Dezember vorigen Jahres, und wenn alles gut geht, erwartet uns am 18. März die endgültige Version – so jedenfalls der Release-Plan. Zahlreiche Verbesserungen und Neuerungen sind bereits im Vorfeld sichtbar. So enthält KDE 3.0 beispielsweise ein neues Clipboard-System enthalten, das vor allem Windows-Umsteigern und Betriebssystem-Hoppern gefallen dürften. Denn künftig gibt es zweierlei Clipboards: Die altbekannte X-Variante und das Clipboard im Windows/Mac-Stil, bei dem Text aus der Zwischenablage nicht mehr mit Hilfe der mittleren Maustaste, sondern über [Strg-c] eingefügt wird.

Die Entwicklungsumgebung KDevelop wurde um Cross-Compiler-Funktionalität erweitert und an die Bedürfnisse von Qt/Embedded-Projekten angepasst. Erstere erlaubt es, Programme mit Qt-basierter Bedienoberfläche für PDAs wie Compaqs iPaq und den Sharp Zaurus (vgl. LinuxUser 02/2002, S. 74 f.) zu erstellen. Die neuen KDevelop-Fähigkeiten kommen für Hobby-Entwickler übrigens genau zur rechten Zeit, denn die Qt-Herstellerfirma Trolltech hat einen Programmierwettbewerb für den Sharp Zaurus gestartet (http://contest.trolltech.com/).

Wie schnell eine solche Portierung gehen kann, beweist das Team rund um Benjamin C. Meyer, das Kinkatta (Abbildung 3), seinen AOL-Aim-Chat-Client, für das Qt-Embedded-System umgeschrieben hat. Sourcecode und Binaries der Kinkatta-Lite genannten Portierung sollen bald zum Testen auf der Homepage des Projekts unter http://kinkatta.sourceforge.net/)zur Verfügung stehen.

Abbildung 3: Chat-Software – bald auch für den PDA

Daneben halten auch die KDE-3-Ausgaben von Konqueror, KMail und der KDE-Standard-Terminalemulation Konsole einige Überraschungen für experimentierfreudige Nutzer bereit. Wer mehr über hier nicht besprochene Neuigkeiten der neuen Version der Desktop-Umgebung wissen will, findet einen ausführlicheren Artikel ab Seite 40.

Hinter all diesen Neuerungen wollten die KOffice-Entwickler natürlich nicht zurückstehen und haben ihrerseits eine neue Version der KDE-Office-Suite unter http://download.kde.org/stable/koffice-1.1.1/ zum Download bereitgestellt. Im Gegensatz zum Desktop-Kollegen wartet dieses Release allerdings nicht so sehr mit neuen Features auf, es wurde vielmehr gesteigerter Wert auf eine Performance-Verbesserung und größere Stabilität gelegt.

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