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Eine IP-Adresse, bitte!

Das eigene Netz dynamisch konfigurieren

(Un-)Folgsame Klienten

Mit ein wenig Glück finden Ihre Rechner nach dem Server-Start ohne weiteres Zutun ins Netz. Falls nicht, haben Sie ihnen zu einem früheren Zeitpunkt eine statische Adresse verpasst, oder es ist keine DHCP-Client-Software installiert. SuSE-Benutzer können wiederum yast verwenden, um sicherzustellen, dass keine statische Adresse vergeben wird. Wählen Sie unter Administration des Systems / Netzwerk konfigurieren / Netzwerk Grundkonfiguration das automatische Beziehen einer IP-Adresse per DHCP aus (Abb. 3). Bei yast2 finden Sie den entsprechenden Dialog unter Netzwerk/Basis / Konfiguration der Netzwerkkarte.

Abbildung 3: Netzwerkkonfiguration mit SuSEs yast

Wenn Sie nicht sicher sind, ob die DHCP-Client-Software bereits installiert ist, suchen Sie mithilfe des Paketmanagers nach einem Paket namens dhcpcd, dhcp-client oder dhclient; bei RPM-basierten Systemen etwa mit

rpm -qa | grep dhc

Auch andere Betriebssysteme erlauben eine Netzwerkkonfiguration per DHCP; MacOS und diverse Windows-Varianten benötigen nicht einmal zusätzliche Software. Prüfen Sie ggf. auch hier, ob vielleicht früher einmal eine statische IP-Adresse vergeben wurde, und wählen Sie stattdessen den automatischen Bezug der IP-Nummer.

Troubleshooting

Falls gar nichts zu funktionieren scheint, sollten Sie erst einmal sicherstellen, dass Sie sich auf Ihre Netz-Hardware verlassen können. Geben Sie einem weiteren Rechner eine statische IP-Adresse. Dazu müssen Sie die mühsam erstellte permanente Konfiguration nicht einmal anfassen, wenn Sie als root folgendes Kommando eingeben:

ifconfig eth0 192.168.2.2 up

Damit sagen Sie der ersten Netzwerkkarte (eth0), dass sie jetzt mit der IP-Adresse 192.168.2.2 verbunden ist. Ob eine Verbindung zwischen zwei Rechnern (zum Beispiel dem Testrechner und dem Gateway) besteht, probieren Sie mit dem Kommando ping aus:

ping 192.168.2.1

Prüfen Sie nun auf dem Gateway-Rechner, ob der DHCP-Server läuft:

ps aux | grep dhcp

Wird kein entsprechender Prozess ausgegeben, sollten Sie den Server neu starten und ggf. die Konfiguration auf Tippfehler überprüfen. Sie können auch explizit eine DHCP-Anfrage starten, ohne den Client-Rechner neuzustarten. Tippen Sie auf diesem als root folgenden Befehl ein (Je nach verwendeter Distribution heißt das Skript geringfügig anders):

/etc/init.d/dhclient
 restart

Gibt es eine Fehlermeldung?

Wenn Sie keine Hardware-Probleme haben, ein DHCP-Server läuft und die Anfragen eines Rechners dennoch scheinbar nicht beantwortet werden, handelt es sich wohl um einen schwierigeren Fall. Wurde vielleicht eine IP-Adresse doppelt vergeben: einmal statisch, einmal dynamisch? Ist ohne Ihr Wissen ein weiterer DHCP-Server im Netz aktiv? Eventuell vorhandene Windows-Rechner gehören zu den Verdächtigen: Hier muss "Internet Connection Sharing" ausgeschaltet sein, sonst verteilen auch sie Adressen.

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LinuxUser 06/2012

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