Home / LinuxUser / 2002 / 03 / Das Network File System (NFS)

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Verteilte Daten

Das Network File System (NFS)

Die Zukunft

Obwohl NFS V2 schon vor mehreren Jahren einen neuen Bruder in Gestalt der Version 3 (NFS V3) erhielt, wird es immer noch vorherrschend eingesetzt. Dennoch findet langsam aber sicher der Umstieg auf NFS V3 statt, die aus Kompatibilitätsgründen fast alle alten Prozeduren übernimmt, aber neue Features einbringt. So kann man bei Version 3 zwischen den beiden Transport-Protokollen UDP und TCP wählen. Der Einsatz von TCP entlastet den Dienst, da es die Fehlerbehandlung übernimmt und somit eine sichere Leitung gewährleistet. Der Preis dafür ist eine erhöhte Netzbelastung. Die Größenlimits werden heutigen Verhältnissen angemessener gestaltet bzw. ganz aufgehoben, sodass nun auch Dateien größer als zwei GB und Dateisysteme größer als 4 GB vorkommen dürfen. Zudem gibt es einen zusätzlichen asynchronen Schreib- und Lesemodus, der die Geschwindigkeit deutlich erhöht. Dabei wird nicht wie beim synchronen Zugriff ein Arbeitsvorgang komplett abgeschlossen, sondern die bearbeiteten Daten beim Server zwischengespeichert und bei geeigneter Gelegenheit gesammelt festgeschrieben. Abbildung 6 zeichnet die entsprechenden Vorgänge schematisch nach.

Abbildung 6: Der neue, asynchrone Schreibmodus von NFS V3

Auch bei den Lesezugriffen kommen neue Prozeduren zum Zuge. So werden bei einem ls -al o. ä. klassischerweise zuerst alle Daten übertragen und anschließend die Attribute der Objekte (Größe, Speicherstelle im Dateisystem, Verlinkungen oder Besitzrechte). Bei Version 3 erledigt eine vollständig neue Prozedur dies alles in einem Aufwasch und sorgt so für eine Performancesteigerung.

Seit Mitte 2001 arbeiten Sun und die Universität von Michigan an der vierten Version (NFS V4). Die Tests sind weitestgehend abgeschlossen, sodass der Standard voraussichtlich noch 2002 verabschiedet wird.

Augen auf im Datenverkehr!

Bei aller Freude über die Möglichkeiten von NFS sollten Sie Ihre Schritte und Einstellungen wohl überdenken, da jede Öffnung Ihres Systems eine potentielle Gefahrenquelle in sich birgt. Nehmen Sie lieber ein paar Unannehmlichkeiten mehr in Kauf, als Ihr System von Beginn an sperrangelweit zu öffnen. Vermeiden Sie allzuviele Wildcards in Ihren Berechtigungen, passen Sie auf root-Rechte auf, und planen Sie Ihre Netzzugriffe genauestens, denn Angreifer von außen können bei entsprechender Rechtevergabe ebenfalls auf Ihren Server zugreifen.

Glossar

zustandsloses Protokoll

Bei dieser Art der Kommunikation werden keine Daten abgespeichert, die den Zustand der Verhandlungen zwischen Client und Server konservieren. D. h., jede Unterhaltung zwischen den Beteiligten beginnt bei Null, und alle relevanten Daten müssen erneut ausgetauscht werden. Das bekannteste Beispiel ist HTTP, das diese Zustandslosigkeit durch Cookies oder Session-IDs kompensiert, die die Daten entweder auf dem lokalen System oder beim Seitenanbieter abspeichern.

Clients

Ein "Kunde" (Programm oder Rechner), der die Dienste eines Servers in Anspruch nimmt. Achtung: Auf einem als Server bezeichneten Rechner können auch Client-Programme laufen, die lokale Dienste wie Services anderer Rechner in Anspruch nehmen.

Port

Eine (mit Nummer versehene) Anlegestelle für Netzwerkverbindungen. Viele gängige Services haben (in der Datei /etc/services nachzulesende) fest definierte "wellknown ports". Beispielsweise benutzt FTP den Port 21, SSH den Port 22 und HTTP Port 80.

Sitzung

Die Verbindung, in der eine Kommunikation zwischen Client und Server stattfindet. Meist beginnt sie mit einer RPC-Anfrage und endet mit der Auflösung der Verbindung.

UDP

Das "User Datagram Protocol" ist ein verbindungsloses Protokoll, d. h., es schickt im Gegensatz zu TCP die Datenpakete "auf gut Glück" zum Empfänger und vergisst sofort, was gerade geschah. Kommt ein Datenpaket nicht am Ziel an, wird es einfach übergangen. TCP würde in diesem Falle beim Absender nochmals nachfragen und dieser das fehlende Datenpaket erneut senden. UDP kommt z. B. bei Video- und Audio-Echtzeit-Übertragungen zum Einsatz.

Wildcards

Zeichen, die als Ersatz für andere Zeichen stehen. So wird das Sternchen "@L: *" oft beim Suchen von Dateien verwendet, deren Namen nicht gänzlich bekannt sind. Es steht für alle Buchstaben- und Zahlenkombinationen.

SUID-Bit

Das SUID-Bit (gesetzt durch chmod u+s) sorgt dafür, dass eine Datei immer mit den Rechten ihres Besitzers ausgeführt wird, egal, wer sie aufruft. Oft ist das der Superuser root ("SUID-root"). Nötig ist das zum Beispiel für das Kommando passwd zum Ändern des Passworts in der nur für root schreibbaren Datei /etc/passwd:

Infos

[1] NFS ist in den RFCs 1094, 1813, 2623 und 2624 standardisiert: http://rfc.fh-koeln.de/doc/rfc/html/rfc.html

[2] Michael Riepe: "Dateisysteme, Kanalisierung, NFS-Implementierungen im Vergleich", iX 06/2001, S. 82

[3] Workshop zum Aufsetzen eines NFS-Servers: http://www.pl-berichte.de/work/server/nfs/teil1.html

Der Autor

Bernd Reimann ist seit gut fünf Jahren im Bereich Netzwerktechnik und Netzwerkconsulting selbständig (http://www.bobcom.de/), in der Unix-Administration für die Bausparkasse Schwäbisch Hall tätig und auf dem besten Weg, sein Diplom zum Wirtschaftsinformatiker an der BA Villingen-Schwenningen zu erreichen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 55 Punkte (2 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...