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Aller guten Dinge

01.03.2002

VMware ist der älteste kommerzielle PC-Emulator für Linux. Vor kurzem wurde Version 3.0 veröffentlicht, die nun auch das neue Windows XP unterstützt.

Die Standard-PCs, wie sie in Ketten wie Mediamarkt, Saturn und gelegentlich auch bei Aldi verkauft werden, sind heute sehr üppig ausgestattet: Ein Pentium IV oder AMD Athlon mit 1,5 Gigahertz und höherer Taktfrequenz sind die Regel. Auch beim Hauptspeicher geben sich die Hersteller großzügig; 256 MB müssen es heute schon sein. Ein solches System kann, unter Linux betrieben, bequem noch ein zweites Betriebssystem in einer Emulation ausführen, wie sie VMware bereitstellt.

Billig ist es nicht

VMware Workstation ist kein billiges Produkt. Wer unter Linux in erster Linie arbeitet, weil dort die meisten Dinge kostenlos oder sehr günstig sind, wird sich nicht darüber freuen, dass die aktuelle Version für den Desktop in der "Boxed Version" gleich mit 430,- Euro Verkaufspreis zuschlägt. Etwas günstiger geht es ohne Box; dazu lädt man das VMware-Archiv vom Web-Server und zahlt dann immer noch 390,- Euro (Preise bei LinuxLand). Kauft man direkt bei VMware in den USA, sind die entsprechenden Preise $ 329,- (plus Versandkosten) und $ 299,- - das sind nach Tageskurs vom 14.01.2002 369,54 Euro bzw. 334,94 Euro. Beim Versand des Pakets aus den USA kommen allerdings nochmals $ 35,- (39,21 Euro) Versandkosten hinzu: Das macht dann zusammen 408,75 Euro. Wer mit den Lieferzeiten aus den USA leben kann, spart hier also ein paar Euro. Eine gute Nachricht gibt es zudem für Käufer der Version 2.0: Ein Update kostet $ 99,- bzw. $ 129,- (Download-/Boxed-Version).

Schmerzlose Installation

Wir haben die Installation von VMware Workstation 3.0 unter SuSE Linux 7.3 auf einem Pentium-IV-1400 mit 256 MB RAM getestet. Das rpm-Paket ließ sich ohne Probleme mit einem einfachen "rpm -i …" installieren. Wie schon unter älteren VMware-Versionen üblich folgt darauf der Aufruf des Setup-Skriptes vmware-config.pl: Dieses installiert die für den Betrieb notwendigen Kernel-Module und richtet DHCP- und Samba-Server ein, die dem Gastbetriebssystem später eine automatische Netzwerkkonfiguration und (so es ein Windows ist) den Zugriff auf das Linux-Home-Verzeichnis des Benutzers erlauben.

Beim ersten Aufruf von vmware, der nun nicht mehr durch den Administrator root sondern mit normalen Benutzerrechten erfolgen kann, fragt VMware einen Lizenz-Key ab, der die Form

1A234-ABC5D-E6F78-90ABC

hat. Daraus und aus den Angaben zu Benutzername und Firma generiert VMware dann selbständig eine Lizenzdatei, die unter ~/.vmware/license.ws.3.0 abgelegt wird. Alte VMware-2.0-Keys können nicht weiter verwendet werden. Übrigens lässt sich anders als bei früheren VMware-Versionen nur ein solcher Key ziehen; nach Ablauf von 30 Tagen läuft dieser aus und kann nur durch eine vollwertige Lizenz ersetzt werden. Wer noch eine schnelle VMware-Session ausführen muss, kann sich aber durch Rücksetzen des Systemdatums (z. B. date -s 01/30/2002) vorübergehend behelfen.

Wurde der Key aktiviert, kann wie üblich der VMware Configuration Wizard gestartet werden, der das Einrichten eines neuen Gastbetriebssystems vorbereitet. VMware Workstation 3.0 unterstützt dabei MS-DOS, Windows (3.11, 95, 98, Me, NT, 2000 Pro, 2000 Server, 2000 Advanced Server, XP Home, XP Professional), Linux und FreeBSD (Abbildung 1).

Abbildung 1: VMware Workstation 3.0 unterstützt mehr Gast-Betriebssysteme denn je

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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