out of the box
Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.
Im Jahr 1987, lange bevor Doom & Co. den Begriff Ego Shooter prägten, sorgte in der Atari-Szene ein Netzwerkspiel für schlaflose Nächte: MidiMaze. Für die Vernetzung bediente sich das Programm der MIDI-Schnittstelle, die fester Bestandteil des Atari ST war und mit billigen DIN-Kabeln auskam.
Die Spielidee war einfach: Die Spieler liefen als Smilies durch ein dreidimensional dargestelltes Labyrinth und schossen sich gegenseitig ab, wobei die Wände als Deckung dienten. Pro Abschuss gab es einen Punkt. Die Totgeglaubten wachten jedoch nach kurzer Zeit an einer zufälligen Position wieder auf. Der Witz am Spiel: Computergegner können sich niemals so schön ärgern wie menschliche Mitspieler…
Im Rahmen eines Softwarepraktikums machten sich Hans-Ulrich Kiel und Jörg Czeranski von der Technischen Universität Clausthal 1994 daran, ihr Lieblingsspiel unter Unix als Client-/Server-Version zu implementieren. So entstand iMaze, das fortan die Studenten im Clausthaler Rechenzentrum von der Arbeit abhielt. Im Gegensatz zum Vorbild MidiMaze ist iMaze nicht nur mit einer lokalen Vernetzung, sondern internetweit spielbar. Für die nötige Bandbreite reicht bereits ein 28800bps-Modem aus. Nachdem die Entwicklung seit 1996 brach lag, wurde sie nun mit Version 1.4 wieder aufgenommen.
Halbautomatisch
Um die Installation etwas zu vereinfachen, stellen wir auf der Heft-CD das Shell-Skript iminst.sh zur Verfügung, das die meisten Arbeitsschritte selbst durchführt. Für die Installation benötigen Sie den Tarball imaze-1.4.tar.gz, den Sie unter http://home.tu-clausthal.de/student/iMaze/ oder auf der Heft-CD finden. Kopieren Sie diese Datei und das Skript iminst.sh in ein gemeinsames Verzeichnis, und geben Sie folgende Kommandos ein:
su root-Passwort eingeben sh iminst.sh exit
Stellen Sie vor dem Aufruf sicher, dass der C-Compiler gcc und die nötigen Header-Dateien (glibc-dev, xlib-dev, xaw-dev) installiert sind. Wenn alles klappt, befindet sich iMaze nach Ablauf des Skripts in der /usr/local-Hierarchie.
Wo sind die Server?
Beim Start des iMaze-Clients mit imaze & will dieser zunächst wissen, welcher Server das Labyrinth verwaltet (Abbildung 1). Außerdem legen Sie hier die Nachricht fest, die andere Mitspieler erhalten, wenn sie von Ihnen getroffen werden.
Falls auf dem vorgeschlagenen Server imaze.rz.tu-clausthal.de kein anderer Mitspieler zu sehen ist, können Sie alternativ auch einen eigenen Server für Ihr lokales Netz starten. Dazu geben Sie das Kommando
imazesrv /usr/local/lib/imaze/labs/doors.lab &
ein. Außer doors.lab gibt es noch weitere Labyrinthdateien, die Sie im gleichen Verzeichnis finden. Als Server-Namen tragen Sie im Client localhost ein. Andere Mitspieler im lokalen Netz müssen im Menüfenster hinter Server: den Namen oder die IP-Adresse Ihres Rechners angeben.
Ein eigener Server gibt Ihnen auch die Möglichkeit, sich mit der Steuerung des Clients vetraut zu machen, ohne gleich abgeschossen zu werden. Die zur Verfügung stehenden Tastenfunktionen (Tabelle 1) sind zwar schnell zu lernen, aber Kurvenfahrten erfordern eine gewisse Routine, wenn man dabei nicht an den Wänden hängen bleiben will.
Tabelle 1: Tastenfunktionen im iMaze-Client
| Taste | Funktion |
|---|---|
| [Cursor hoch] | Bewegung nach vorn |
| [Cursor runter] | Bewegung nach hinten |
| [Cursor links] | Drehung nach links (kann mit Bewegung kombiniert werden) |
| [Cursor rechts] | Drehung nach rechts (kann mit Bewegung kombiniert werden) |
| [Shift],[Alt] oder [Leertaste] | Schießen |
| [Strg-s] | Pause (Smily wird vorübergehend aus dem Spiel genommen) |
| [Strg-q] | Spiel fortsetzen (Smily erwacht an zufälliger Position) |
| [Tab] | Sofort um 180 Grad drehen (nur bei Server-Option -Q) |



