XML von Hand zu schreiben ist fehlerträchtig: Das Kate-XML-Plugin sorgt für Abhilfe und unterstützt die Benutzerin bei der Eingabe von XML-Daten.
Das Schreiben von XML-Dateien ist zuweilen etwas schwierig: XML-Tags dürfen nur in einem ganz bestimmten Kontext eingesetzt werden, sonst ist die Datei schnell nicht mehr gültig. Ein Plugin für den KDE-Editor Kate hilft bei der Eingabe von XML, indem es darüber wacht, dass Sie stets nur die Tags eingeben, die in einer bestimmten Situation erlaubt sind.
Installation
Sie finden das Kate-XML-Plugin unter [1] und auf der Heft-CD. Zur Installation packen Sie das Archiv kate-xml-plugin-0.6.1.tgz mit dem Befehl
tar -xzvf kate-xml-plugin-0.6.1.tgz
aus, wechseln ins neu entstandene Verzeichnis kate-xml-plugin und geben nacheinander die Befehle ./configure, make und (als root) make install ein.
Anschließend starten Sie Kate neu und wählen Einstellungen / Kate einrichten aus dem Menü. In der Baumansicht im linken Teil des Fensters aktivieren Sie den Punkt Plugins / Manager. Der daraufhin erscheinende Dialog listet linkerhand alle verfügbaren Plugins auf, rechts diejenigen, die gerade geladen sind (Abbildung 1). In der linken Liste wählen Sie das Kate XML Plugin aus und aktivieren es durch Klicken auf den nach rechts weisenden Pfeil. Wenn Sie den Konfigurationsdialog wieder verlassen, sehen Sie, dass das Plugin den Eintrag XML-Plugin in die Menüzeile von Kate eingefügt hat.
Los geht’s
Das XML-Plugin überprüft die Gültigkeit eines eingegebenen Tags anhand der dem Dokument zugeordneten DTD. Bevor Sie mit der Eingabe beginnen, müssen Sie also eine DTD auswählen. Dazu benutzen Sie den Menüpunkt XML Plugin / Assign Meta DTD.
Zusammen mit dem Plugin werden eine Reihe von Definitionen für verschiedene Zwecke ausgeliefert: Mit dabei sind DTDs für XHTML, HTML 4 und KDE-Docbook. Sie wurden mit Hilfe des Programms dtdparse, das Sie unter [2] oder auf der Heft-CD finden, in ein XML-Format konvertiert. Um eigene DTDs zu verwenden, müssen Sie diese ebenfalls mit dtdparse umwandeln.
Sobald die DTD feststeht, können Sie damit beginnen, Tags einzugeben. Allerdings überprüft das XML-Plugin keine Tags, die Sie direkt in den Text schreiben – Sie müssen sie daher über Dialoge eingeben. Dazu wählen Sie XML Plugin / Insert XML… aus dem Menü oder drücken die Tastenkombination [Strg-Enter]. Ein Dialog erscheint, in dem Sie das gewünschte Tag aussuchen (Abbildung 2). In dieser Liste finden Sie stets nur “erlaubte” Tags – in Abbildung 2 etwa diejenigen, die nach der HTML-4.0-DTD innerhalb des <body>-Tags erlaubt sind.
Ein Doppelklick auf das Element befördert es in den Text. Der Cursor platziert sich dabei zwischen das öffnende und schließende Tag, so dass Sie gleich weiterschreiben können.
Auch beim Einfügen von Sonderzeichen (deutsche Umlaute, & etc.) hilft das Plugin: Sie wählen XML Plugin / Insert Entity aus dem Menü oder drücken [F10], und schon erhalten Sie eine Liste mit allen XML-Sonderzeichen, die sich ebenfalls mit einem Doppelklick in den Text kopieren lassen (Abbildung 3).
Mit dem Befehl XML Plugin / Close Element fügen Sie an der Cursor-Position das schließende Gegenstück zum letzten geöffneten Tag ein.
Auf diese Weise erleichtert das XML-Plugin das Schreiben von XML-Dateien sehr. In der aktuellen Version gibt es noch einige kleine Fehler, die aber die Arbeit nicht weiter behindern.
Glossar
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gültig
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Eine XML-Datei ist dann gültig, wenn die enthaltenen Tags entsprechend der dem Dokument zugeordneten DTD verwendet werden.
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DTD
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Eine “Document Type Definition” [3] bestimmt, welche Tags in einem XML-Dokument verwendet werden dürfen.
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Plugin
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Eine Programmerweiterung, die eine Software mit neuen Funktionen ausstattet.
Infos
[1] http://www.danielnaber.de/tmp/
[2] http://dtdparse.sourceforge.net/
[3] Frank Wieduwilt: “Typenfrage”, LinuxUser 12/2001, S. 94 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/12/094-xml/dtd-5.html







