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Zwergpinguin

Sharp Zaurus SL-5000D mit Linux

01.02.2002 Unter der silbernen Hülle des Zaurus SL-5000D verbirgt sich so manch unerwartetes Detail. Wir stellen die Entwickler-Version des neuen Linux-PDA von Sharp vor.

Mit Sharp betritt nun erstmals ein Gigant der Elektronikbranche die Bühne und stellt einen Consumer-PDA mit Linux vor. Der Sharp SL-5000D soll dabei nicht nur eingefleischte Linux-Fans begeistern, sondern besticht durch umfangreiches Software-Angebot mit Web-Browser und MP3-Player auch den Otto-Normalanwender.

Schon das Äußere ist vielversprechend. Das silberne Gehäuse liegt gut in der Hand, das Display hat 240x320 Pixel und eine Farbtiefe von 16 Bit (65535 Farben). Das Display ist transmissiv: Das Umgebungslicht wird vom Hintergrund reflektiert, so dass das Display bei heller Umgebung auch ohne die eingebaute und in mehreren Stufen dimmbare Hintergrundbeleuchtung gut abzulesen ist. Der Touchscreen des Zaurus umfasst die gesamte Bildfläche und lässt sich sowohl mit den Fingern als auch dem mitgelieferten Stift gut bedienen.

Versteckte Tastatur

Unterhalb des Displays sind fünf Funktionstasten zum Schnellstart der einzelnen Anwendungen, zwei Tasten für Bestätigung und Abbruch sowie ein Ring mit Cursor-Tasten (Cursor-Dial) mit einem weiteren Knopf in der Mitte. Der eigentliche Clou: Cursor-Dial und Funktionstasten verdecken eine fast vollwertige amerikanische Tastatur (Abbildung 1). Die Tasten sind größtenteils doppelt belegt, für Zahlen und Sonderzeichen muss zusätzlich die Funktionstaste Fn bemüht werden.

Abbildung 1: Unter der Abdeckung mit Programm- und Cursortasten versteckt sich eine fast vollwertige amerikanische Tastatur

Trotz der Breite von nur knapp sieben Zentimetern lässt sich auf der Tastatur erstaunlich gut und schnell tippen - nach etwas Übung sogar deutlich schneller als per Schrifterkennung. Bei breiteren Fingern ist möglicherweise der Radiergummi eines Bleistifts hilfreich, der Stift des PDA eignet sich wegen der glatten Tasten nicht.

Die aufklappbare transparente Abdeckung des Zaurus macht keinen stabilen Eindruck, sie geht schnell verloren. Wir empfehlen zum Schutz des Displays ein Etui aus dem Zubehörhandel.

Verbindungsfreudig

Der Zaurus ist sehr anschlussfreudig: Datenaustausch ist mittels USB, Infrarot, Compact Flash (CF) und Multimedia-Karten (MMC) möglich. Unterstützung für SD/MMC (Secure Data/Multi-Media Card) bietet der Kernel aber derzeit nicht. Weitere Anschlüsse des Zaurus sind eine Buchse für einen Kopfhörer sowie ein Erweiterungs-Slot unten am Gerät. Das USB-Kabel ist am Cradle (Docking-Station) fest angebracht und lässt sich nicht für unterwegs abnehmen. Auch fällt die Bedienung im Cradle schwer, da die Tastatur-Abdeckung nicht ausgezogen werden kann. Wenigstens ist der Erweiterungsanschluss des Zaurus nach hinten durchgeführt, das optional erhältliche serielle Kabel kann also parallel zu USB angeschlossen werden.

Das Akkupack mit 3,5 Wh ist nicht überdimensioniert, der Zaurus ist nicht gerade sparsam im Verbrauch. Die Laufzeit mit vollem Akku beträgt etwa zwei Stunden, danach wird zwangsweise heruntergefahren und eine Backup-Versorgung aktiviert. Schön wäre eine Verdoppelung der Laufzeit, damit man wenigstens eine Woche ohne Nachladen auskommt. Immerhin findet sich im Lieferumfang ein passendes Steckernetzteil, mit dem sich der Akku nachladen lässt oder der PDA stationär betrieben werden kann.

Auch mit inneren Werten geizt der Sharp Zaurus nicht. Der StrongARM-Prozessor mit 206 MHz bringt ordentlich Rechenleistung, nur die 32 MByte RAM sind etwas beschränkt. Die User-Edition mit der Bezeichnung SL-5000G, die für März angekündigt ist, wird 64 MByte RAM haben. Zudem stehen 16 MByte Flash-ROM zur Verfügung, in dem derzeit das Betriebssystem gespeichert ist.

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LinuxUser 06/2012

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