Das unter der GPL stehende CAD-Programm QCAD basiert auf der Bibliothek Qt [1]. Neben der Linux-Version gibt es auch noch eine Windows-Variante, die kommerziell vertrieben wird.
Mit dem Programm erstellen Sie technische Zeichnungen mit hoher Genauigkeit in nahezu beliebiger Größe. Zum Anfertigen von Illustrationen ist das Programm hingegen nicht geeignet, weil es keine Möglichkeit gibt, gefüllte Flächen oder grafische Effekte wie Verläufe zu erzeugen.
Installation
Wenn Sie das Programm aus den Quellen selbst übersetzen möchten, finden Sie in Kasten 1 die nötigen Informationen. Ansonsten ist die Installation dank eines fertig geschnürten Binär-Pakets sehr einfach. Sie laden von der QCAD-Homepage [2] oder von der Heft-CD die Datei qcad-1.4.7-i386-setup.tar.gz herunter und entpacken sie in einem beliebigen Verzeichnis mit dem Befehl
tar -xzvf qcad-1.4.7-i386-setup.tar.gz
Selbstverständlich können Sie zum Entpacken auch ein Programm wie ark verwenden.
Im neu entstandenen Verzeichnis qcad-1.4.7 rufen Sie als root das grafische Intstallationsprogramm mit dem Befehl
./setup.sh
auf (Abbildung 1).
Sie sollten den Installationspfad, den Ihnen das Setup-Programm vorschlägt, beibehalten; ansonsten müssen Sie nach der Installation das Startskript /usr/local/bin/qcad anpassen und den von Ihnen gewählten Pfad zu QCAD dort eintragen. Ein Klick auf Begin install startet die Installation.
Sobald Sie die root-Rechte mit dem Befehl exit wieder abgegeben haben, können Sie das Programm mit dem Befehl qcad& in einem X-Terminal starten.
Kasten 1: QCAD kompilieren
Um QCAD übersetzen zu können, benötigen Sie neben dem Programmquelltext die Qt-Bibliothek in einer Version ab 2.1; Qt 3.0.x funktioniert nicht.
Sie entpacken das Quelltextpaket qcad-1.4.7-src.tar.gz mit dem Befehl
tar -xzvf qcad-1.4.7-src.tar.gz
…, wechseln ins neu entstandene Verzeichnis qcad-1.4.7-src und geben nacheinander die Befehle make und (als root) make install ein. QCAD wird ins Verzeichnis /usr/local/QCad installiert, zudem ein symbolischer Link nach /usr/local/bin gelegt. Jetzt können Sie das Programm durch Eingabe von qcad& in einer Konsole starten.
Beim ersten Aufruf fragt es nach der Sprache und den Maßeinheiten, die Sie verwenden möchten (Abbildung 2). Diese Angaben lassen sich auch später noch ändern.
Das erste Mal
Nach dem Start zeigt sich QCAD sehr aufgeräumt (Abbildung 3). Im oberen Teil des Programmfensters sehen Sie unterhalb der Menüleiste die Hauptwerkzeugleiste. Links finden Sie die Zeichenwerkzeugleiste, in der Mitte die Zeichenfläche und rechts die Layer-Liste. Den unteren Abschluss des QCAD-Fensters bildet die Statusleiste.
In der Hauptwerkzeugleiste finden Sie die Befehle zum Arbeiten mit Dateien, zum Zoomen und zum Ein- und Ausblenden von Listen für Ebenen (Layer) und Bauteile. Die Zeichenwerkzeugleiste (Abbildung 4) enthält die Tools zum Konstruieren und Manipulieren verschiedener Objekte.
Das wichtigste Zeichenwerkzeug ist die Maus. Mit der linken Maustaste wählen Sie einen Befehl aus, mit der rechten gehen Sie stets einen Schritt in der Konstruktion zurück ("Undo"). Im mittleren Feld der Statuszeile sehen Sie, welche Aktion Sie mit der Maus im aktuellen Kontext ausführen können (Abbildung 5).
Die Statusleiste hält noch andere nützliche Informationen bereit: Links sehen Sie die aktuelle Cursorposition, einmal absolut zum Nullpunkt der Zeichnung, einmal relativ zum letzten ausgewählten Punkt. Rechts zeigt Ihnen QCAD, welches Werkzeug Sie ausgewählt haben. Den Nullpunkt der Zeichnung markiert QCAD in der Zeichenfläche als roten Kreis mit einem ausgefüllten Viertel.
Diese präsentiert sich als gleichmäßiges Raster aus grauen Punkten. Den Abstand der Rasterpunkte zeigt QCAD unten rechts auf der Zeichenfläche in hellgrauer Schrift. Das Raster hilft Ihnen auf Wunsch beim Konstruieren, indem es die Maus "fängt", also eine Punktauswahl nur auf dem Raster zulässt. Je nachdem, welche Vergrößerung eingestellt ist, ändert sich übrigens auch die Rastergröße. In der Ganzseitenansicht sind die Rasterpunkte recht weit voneinander entfernt; bei stärkerer Vergrößerung verringert sich ihr Abstand.
Als Speicherformat für Zeichnungen dient DXF, das von der DOS/Windows-Software AutoCAD her bekannt und in der CAD-Welt weit verbreitet ist. So ist der Datenaustausch mit anderen Konstruktionsprogrammen möglich.



