Konstruktionshelfer

QCAD

01.02.2002
Wenn es darum geht, millimetergenaue technische Zeichnungen anzufertigen, benötigen Sie ein CAD-Programm. QCAD ist ein freier Vertreter dieser Programmgattung.

Das unter der GPL stehende CAD-Programm QCAD basiert auf der Bibliothek Qt [1]. Neben der Linux-Version gibt es auch noch eine Windows-Variante, die kommerziell vertrieben wird.

Mit dem Programm erstellen Sie technische Zeichnungen mit hoher Genauigkeit in nahezu beliebiger Größe. Zum Anfertigen von Illustrationen ist das Programm hingegen nicht geeignet, weil es keine Möglichkeit gibt, gefüllte Flächen oder grafische Effekte wie Verläufe zu erzeugen.

Installation

Wenn Sie das Programm aus den Quellen selbst übersetzen möchten, finden Sie in Kasten 1 die nötigen Informationen. Ansonsten ist die Installation dank eines fertig geschnürten Binär-Pakets sehr einfach. Sie laden von der QCAD-Homepage [2] oder von der Heft-CD die Datei qcad-1.4.7-i386-setup.tar.gz herunter und entpacken sie in einem beliebigen Verzeichnis mit dem Befehl

tar -xzvf qcad-1.4.7-i386-setup.tar.gz

Selbstverständlich können Sie zum Entpacken auch ein Programm wie ark verwenden.

Im neu entstandenen Verzeichnis qcad-1.4.7 rufen Sie als root das grafische Intstallationsprogramm mit dem Befehl

./setup.sh

auf (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das QCAD-Installationsprogramm

Sie sollten den Installationspfad, den Ihnen das Setup-Programm vorschlägt, beibehalten; ansonsten müssen Sie nach der Installation das Startskript /usr/local/bin/qcad anpassen und den von Ihnen gewählten Pfad zu QCAD dort eintragen. Ein Klick auf Begin install startet die Installation.

Sobald Sie die root-Rechte mit dem Befehl exit wieder abgegeben haben, können Sie das Programm mit dem Befehl qcad& in einem X-Terminal starten.

Kasten 1: QCAD kompilieren

Um QCAD übersetzen zu können, benötigen Sie neben dem Programmquelltext die Qt-Bibliothek in einer Version ab 2.1; Qt 3.0.x funktioniert nicht.

Sie entpacken das Quelltextpaket qcad-1.4.7-src.tar.gz mit dem Befehl

tar -xzvf qcad-1.4.7-src.tar.gz

…, wechseln ins neu entstandene Verzeichnis qcad-1.4.7-src und geben nacheinander die Befehle make und (als root) make install ein. QCAD wird ins Verzeichnis /usr/local/QCad installiert, zudem ein symbolischer Link nach /usr/local/bin gelegt. Jetzt können Sie das Programm durch Eingabe von qcad& in einer Konsole starten.

Beim ersten Aufruf fragt es nach der Sprache und den Maßeinheiten, die Sie verwenden möchten (Abbildung 2). Diese Angaben lassen sich auch später noch ändern.

Abbildung 2: Sprache und Maßeinheiten auswählen

Das erste Mal

Abbildung 3: Das Hauptfenster

Nach dem Start zeigt sich QCAD sehr aufgeräumt (Abbildung 3). Im oberen Teil des Programmfensters sehen Sie unterhalb der Menüleiste die Hauptwerkzeugleiste. Links finden Sie die Zeichenwerkzeugleiste, in der Mitte die Zeichenfläche und rechts die Layer-Liste. Den unteren Abschluss des QCAD-Fensters bildet die Statusleiste.

In der Hauptwerkzeugleiste finden Sie die Befehle zum Arbeiten mit Dateien, zum Zoomen und zum Ein- und Ausblenden von Listen für Ebenen (Layer) und Bauteile. Die Zeichenwerkzeugleiste (Abbildung 4) enthält die Tools zum Konstruieren und Manipulieren verschiedener Objekte.

Abbildung 4: Die Zeichenwerkzeugleiste

Das wichtigste Zeichenwerkzeug ist die Maus. Mit der linken Maustaste wählen Sie einen Befehl aus, mit der rechten gehen Sie stets einen Schritt in der Konstruktion zurück ("Undo"). Im mittleren Feld der Statuszeile sehen Sie, welche Aktion Sie mit der Maus im aktuellen Kontext ausführen können (Abbildung 5).

Abbildung 5: Belegung der Maustasten

Die Statusleiste hält noch andere nützliche Informationen bereit: Links sehen Sie die aktuelle Cursorposition, einmal absolut zum Nullpunkt der Zeichnung, einmal relativ zum letzten ausgewählten Punkt. Rechts zeigt Ihnen QCAD, welches Werkzeug Sie ausgewählt haben. Den Nullpunkt der Zeichnung markiert QCAD in der Zeichenfläche als roten Kreis mit einem ausgefüllten Viertel.

Diese präsentiert sich als gleichmäßiges Raster aus grauen Punkten. Den Abstand der Rasterpunkte zeigt QCAD unten rechts auf der Zeichenfläche in hellgrauer Schrift. Das Raster hilft Ihnen auf Wunsch beim Konstruieren, indem es die Maus "fängt", also eine Punktauswahl nur auf dem Raster zulässt. Je nachdem, welche Vergrößerung eingestellt ist, ändert sich übrigens auch die Rastergröße. In der Ganzseitenansicht sind die Rasterpunkte recht weit voneinander entfernt; bei stärkerer Vergrößerung verringert sich ihr Abstand.

Als Speicherformat für Zeichnungen dient DXF, das von der DOS/Windows-Software AutoCAD her bekannt und in der CAD-Welt weit verbreitet ist. So ist der Datenaustausch mit anderen Konstruktionsprogrammen möglich.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Related content

  • Semiprofessionelles CAD mit Qcad
    Clevere Programme wie Qcad machen CAD auch für Hobbyisten und Handwerke erschwinglich und gangbar. Wir zeigen, wie das computergestützte Konstruieren funktioniert.
  • Technische Zeichnungen mit LibreCAD unter Linux erstellen
    Technische Zeichnungen auf Profi-Niveau mit wenigen Mausklicks? Kein Problem: LibreCAD hilft beim Entwerfen und Konstruieren.
  • KIllustrator - ein vektorbasiertes Zeichenprogramm
    Das Ziel des KIllustrator-Projektes ist es, ein frei verfügbares vektorbasiertes Zeichenprogramm, vergleichbar mit Corel DrawTModer mit Adobe IllustratorTM, zu entwickeln. 
  • WordPerfect Office 2000 Workshop
    In diesem Teil unseres WordPerfect Office 2000 Workshops soll es um das Programm "Presentations" gehen, das eigentlich den Funktionsumfang von zwei Programmen mitbringt. So dient es neben dem Erzeugen von professionellen Präsentationen auch zum Erstellen von Grafiken und der Nachbearbeitung von Bildern. Aus diesem Grund behandeln wir Presentations, wie auch schon die Textverarbeitung, in zwei getrennten Workshop-Teilen. In dieser Ausgabe soll es zunächst um den grafischen Teil gehen.
  • Vektorzeichenprogramme
    Das Zeichnen von Schaubildern, Ablaufdiagrammen und verlustfrei skalierbaren Illustrationen war lange eine Domäne von Windows-Software wie Corel Draw oder Micrografx Designer. Mittlerweile buhlt eine Reihe Linux-Programme um die Gunst der Kreativen.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_08

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 0 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...
openSUSE 13.1 - Login-Problem wg. Fehler im Intel-Grafiktreiber?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:26, 8 Antworten
Hallo Linux-Community, habe hier ein sogenanntes Hybrid-Notebook laufen, mit einer Intel-HD460...
Fernwartung für Linux?
Alfred Böllmann, 20.06.2014 15:30, 7 Antworten
Hi liebe Linux-Freunde, bin beim klassischen Probleme googeln auf www.expertiger.de gestoßen, ei...