Neue Software

01.02.2002

Steuererklärungsprogramm t@x 2002

Alle Jahre wieder interessiert sich der Fiskus zwecks Steuererhebung für die Einkommen der erwerbstätigen Bevölkerung. Wer den Gang zum Steuerberater aus Kostengründen scheut, der findet in PC-Steuererklärungsprogrammen nützliche Helfer. Dank Buhl gibt es seit einem Jahr auch unter Linux ein PC-Steuererklärungsprogramm mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis. Angefangen von der Berücksichtigung aller Änderungen im Steuerjahr 2001 über nützliche Tools wie Fahrtenbuch und Steuerexperten-Tipps bis hin zur Einnahme- und Überschussrechnung bzw. Gewerbesteuererklärung bietet T@x 2002 alles, was man für das schnelle und zugleich korrekte Ausfüllen seiner Lohn-, Einkommens-, Umsatz- oder Gewerbesteuererklärung benötigt. Die Eingaben können dabei wahlweise in DM oder Euro gemacht werden. t@x 2002 rechnet alle eingegebenen Szenarien durch und gibt dann jeweils die voraussichtliche Steuerrückerstattung bzw. -nachzahlung bekannt. Den fertigen Antrag kann man schließlich auf einem anerkannten Formular ausdrucken oder mittels ELSTER elektronisch ans Finanzamt übermitteln. Die Linux-Variante von t@x 2002 ist für 25,31 Euro (49,95 DM) direkt bei Buhl.de oder über einige deutsche Reseller (z. B. ixsoft, SuSE) erhältlich.

Finanz-/Homebanking-Suite Moneyplex 2001

Nach mehrfacher Ankündigung ist es nun endlich soweit: Die endgültige Version von Moneyplex 2001 ist seit kurzem verfügbar! Die Finanz- und Homebanking-Suite der Aalener Firma Matrica bietet so ziemlich alles, was man als privater Nutzer bzw. als Selbständiger oder Freiberufler in Sachen Finanzverwaltung unter Linux bislang schmerzlich vermisst hat: Offline-Schreiben von Überweisungen, umfassende Konto- und Devisenverwaltung mit Splittbuchungen, Einnahmen- und Ausgabenauswertung mit Statistiken, umfangreiche Import- und Exportfunktionen und vieles mehr. Das Schöne an Moneyplex ist, dass es sich dabei um eine native 32-Bit-Linux-Applikation mit Multithreading handelt, die zudem einen direkten Datenaustausch mit der gleichnamigen Windows-Version zulässt.

Die Homebanking-Software ist Euro-fähig und arbeitet laut Herstellerangaben mit den neuen HBCI-Transaktionsprotokollen (2.01, 2.1 und 2.2), aber auch mit dem immer noch weit verbreiteten PIN-/TAN-System vieler Banken zusammen. Moneyplex gibt es in drei verschiedenen Varianten: eine Standard-Version (ca. 100 DM), eine Pro-Version (ca. 150 DM) für zwei Mandanten und etwas mehr Komfort bei der Datensicherung sowie eine Business-Version (ca. 400 DM) mit Multimandantenfähigkeit und diversen Zusatzfunktionen. Wer für seinen elektronischen Zahlungsverkehr per HBCI nicht nur auf die Software-Lösung (Diskette) vertrauen möchte, kann optional eine RSA-Chipkarte (ca. 40 DM) samt Chip-Kartenleser (ca. 100 DM) mitbestellen. Nähere Infos: http://www.matrica.de.

Neue Grafikkartentreiber

Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Ausgabe dürfte bereits eine neue Version der freien X-Server-Implementation XFree86 verfügbar sein. Zu den wichtigsten Neuerungen von XFree86 4.2.0 gehören nach Angaben der Entwickler die verbesserte Treiber-Unterstützung einiger neuerer Grafikkarten (nVidia Geforce 3, Matrox G450 und Trident CyberBladeXP) sowie das Update auf die neuesten Versionen des Software-Renderers Mesa und der Font-Engine FreeType. Aus internen Kreisen der Firma PowerVR wurde zudem bekannt, dass voraussichtlich im Februar ein erste 2D-/3D-Beta-Treiber für Linux-Anwender bereitgestellt wird, die ihre Kyro-I/II-basierte Grafikkarte auch unter Linux richtig ausreizen möchten. Besitzer einer aktuellen ATI Radeon-8500-Grafikkarte können die Durststrecke bis zum Erscheinen der offiziellen Linux-Treiber von ATI unter Umständen mit Hilfe der folgenden Anleitung von Thomas Bruckschlegel überbrücken: http://www.tommti-systems.com/main-Dateien/reviews/radeon8500/atiradeon8500linux.html.

Neue Druckertreiber

Wer unter Linux hochwertige Farbausdrucke mit einem neuerer Tintenstrahldrucker von Canon (S300,500,630,6300), Epson (C20,40,60,70,80) oder Hewlett-Packard (Deskjet 820,920,940,960) produzieren möchte, sollte die neueste Version von Turboprint ausprobieren: Version 1.5 der komfortablen Drucker-Software gibt es wie üblich wahlweise in einer kostenlosen aber eingeschränkten FreeEdition (http://www.turboprint.de) oder aber in einer registrierungspflichtigen Vollversion (19,95 Euro). Von Hewlett-Packard gibt es jedoch seit einiger Zeit auch offizielle Linux-Treiber. Das HP Inkjet System (HPIJS) wurde vor kurzem in Version 1.0 veröffentlicht und lässt sich zusammen mit neueren Versionen von Ghostscript auf einer ganzen Reihe von Unix-Plattformen einsetzen (http://hpinkjet.sourceforge.net). Last not least: Version 4.2.0 von GIMP-Print (http://gimp-print.sourceforge.net/ sorgt dafür, dass auch aktuelle Tintenstrahler von Lexmark unter Linux endlich so richtig Farbe bekennen können.

Web-Editor Quanta Plus 2.0

Das dreiköpfige Entwickler-Team, das sich vor gut zwei Jahren zum Ziel gesetzt hat, mit Quanta Plus "das plattformübergreifend beste Web-Entwicklungs-Werkzeug" zu schaffen, hat sich aufgespalten. Die beiden einstigen Hauptentwickler Yakovlev und Poplavsky arbeiten fortan an einer kommerziellen Version namens Quanta Gold (siehe News-Meldung letzte Ausgabe), während Eric Laffoon, der sich in der Vergangenheit stärker um Design-Fragen gekümmert hat, derzeit versucht, ein neues Entwickler-Team für die Weiterentwicklung der GPL-Version zusammenzustellen. Quanta Plus (aktuell ist Version 2.0) dürfte das derzeit am weitesten fortgeschrittene KDE-Web-Entwicklungs-Tool sein: Es unterstützt den Entwickler nicht nur bei der lästigen Eingabe von HTML-Tags, sondern bietet darüber hinaus noch eine ganze Reihe weiterer Funktionen, die die Web-Entwicklung auf Client-Seite erleichtern, so z. B. die integrierte HTML-Kurzreferenz, einen CSS-Editor sowie eine PHP-Funktionsbibliothek.

Laffoon will sich ab sofort voll auf die Umstellung des Quellcodes auf die Erfodernisse des im Frühjahr erwarteten KDE 3.0 kümmern. Unterstützung, auch von Programmier-Neulingen, ist Laffoon zufolge äußerst willkommen!

GPL-Spiel Gunocide II EX

Was unter Windows als kommerzielles Spiel eine Fan-Gemeinde für sich gewinnen konnte, wird bei den Linux-Gamern als GPL-Spiel sicherlich erst recht ankommen. Gedanken wie diese dürften wohl den Entwicklern in den Sinn gekommen sein, als sie sich an die Linux-Portierung des Spiels Gunocide II machten. Gunocide II EX ist ein Weltraum-Ballerspiel mit drei Spielmodi (Story, Suicide und Endless) und insgesamt fünf Spielwelten, die man durchfliegen (genauer: durchballern) kann. Die Grafik ist mit einer Höchstauflösung von 640x480 Punkten zwar schon etwas in die Tage gekommen, Liebhaber des Genres werden das Spiel aber dennoch gern spielen. Zum Redaktionsschluss war die Prefinal-Version bereits unter http://gunocide.polyfrag.com/ herunterladbar.

Redmond Linux 1.0

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wurde die erste offizielle Version einer weiteren Linux-Distribution fertiggestellt, die sich primär an Windows-Umsteiger richtet. Redmond Linux ist ein auf Caldera (rpm) basierendes Desktop-System, welches von den Entwicklern so konzipiert wurde, dass man sich als Windows-erfahrener Anwender sofort zurechtfinden und wohlfühlen kann. Die Aufnahme von Kernel 2.4.12ac6, KDE 2.2.2 und Mozilla 0.9.6 zeigt, dass neben der Benutzerfreundlichkeit auch auf Aktualität Wert gelegt wurde. Chef-Entwickler Joseph Cheek hat eigenen Interview-Angaben zufolge in der Vergangenheit sowohl für Microsoft als auch für Linuxcare gearbeitet. Obwohl Redmond Linux bisher primär um US-amerikanische Windows-Umstiegswillige wirbt, kann man sich die Distribution (eine CD) auch als Europäer vom FTP-Server herunterladen bzw. für 29,95 US$ (Boxed-Version mit Handbuch und 60-Tage-E-Mail-Support) bei http://www.redmondlinux.org bestellen.

DVD-Player Ogle 0.8.2

Zufriedenstellende DVD-Player waren unter Linux lange Zeit dünn gesät. Das lag zum Teil an der Lizenzproblematik (siehe DeCSS-Gerichtsprozess), welche die Entwickler freier DVD-Software in eine rechtlich unsichere Position brachte. Mittlerweile hat sich die Situation deutlich verbessert: Ogle gehört mit Xine und MPlayer zu den derzeit vielversprechendsten freien DVD-Playern unter Linux. Das Besondere an Ogle ist seine ansprechende grafische Benutzeroberfläche (GUI), die unter anderem auch mit DVD-Menüs umgehen kann. Dieses Gimmick erkauft man sich jedoch im Moment noch damit, dass man im Gegensatz etwa zu MPlayer noch keine DVDs abspielen kann, die mit dem Sound-Format DTS ausgeliefert werden. Da die meisten DVDs mittlerweile ohnehin mit dem AC3-Sound-Format (Dolby Digital 5.1) arbeiten, ist das ein verschmerzbares Manko.

Browser-Updates

Fast wöchentlich erscheinen derzeit neue Minor-Releases wichtiger Web-Browser. Sicher muss man als Anwender nicht jeden Mini-Versionssprung mitmachen, häufig sind die Verbesserungen eher minimal. Wenn es aber wie im Falle von Opera um die Beseitigung grundlegender Sicherheitsprobleme (Javascript!) geht, empfiehlt es sich doch, möglichst rasch die nächsthöhere Browser-Version (zum Redaktionsschluss: Opera 6.0 TP 2) zu installieren oder in der Zwischenzeit auf einen weniger sicherheitskritischen Browser (z. B. Netscape 6.2.1 oder Mozilla 0.9.7) umzusatteln.

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