Zeitlimit?

Sicher fragt sich der eine oder andere beim Experimentieren, wofür das bislang leere Feld unmittelbar unter der Auswahlliste gedacht ist. Beantworten lässt sich die Frage durch Druck auf den Config-Button. Ein weiterer Dialog öffnet sich, in dem eine Zeitspanne auf die Zehntelsekunde genau definiert werden soll: Ist diese abgelaufen, startet der Default-Window-Manager. Die verbleibenden Zehntel werden in eben diesem Feld rückwärts gezählt (Abbildung 4). Setzt man die Zeitspanne hingegen auf 0, wartet selectwm eine User-Aktion ab.

Abbildung 3: Hinter dem "Config"-Button
Abbildung 4: Theme-fähig

Dann wäre da noch der Button mit der Aufschrift Go back to selectwm when the WM exits. Aktivieren Sie diesen, so kehren Sie beim Beenden Ihres Window Managers zu selectwm zurück. Voreinstellen können Sie dies ebenfalls im Config-Dialog (Abbildung 3).

Wie Sie Abbildung 4 entnehmen können, lässt sich die optische Erscheinung von selectwm anpassen. Der Freiheit sind hier aber enge Grenzen gesetzt: Da es sich um eine GTK-Anwendung handelt, richtet sich die Optik nach dem aktuellen GTK-Theme. Wählen können Sie dieses z. B. im Gnome Control Center (gnomecc) oder aber im Paletten-Dialog des XFce-Desktops.

Trick 17

Wer lediglich umfangreiche Oberflächen wie XFce oder Window Maker startet, wird mit den bisher beschriebenen Möglichkeiten zur Auswahl seines Window Managers glücklich. Was aber, wenn der eine Window Manager z. B. eine Uhr mit auf den Desktop bringt, während der nächste gänzlich ohne Beiwerk den Bildschirm ziert – und eine Uhr somit manuell hinzugestartet werden müsste? Die Lösung ist einfach – die Desktop-Umgebungen XFce und KDE machen es vor: Deren Oberflächen werden nicht mit einem Mal aufgerufen, sondern hinter den Kulissen über die Skripte startkde bzw. startxfce zusammengesetzt. Von diesen werden alle benötigten Tools hinzugestartet. Wollen Sie etwa den Window Manager PWM immer mit einer Uhr versehen (die bei einer anderen Oberfläche nicht von Nöten ist), so legen Sie im Verzeichnis /usr/local/bin ein ausführbares Shell-Skript mit dem Namen startpwm an. Dort tragen Sie vor dem tatsächlichen Window-Manager-Aufruf Ihr Uhren-Kommando ein:

#!/bin/bash
oclock -geometry -0-0 &
pwm

Über einen solchen Wrapper können Sie jeden einfachen Window Manager um eine Autostart-Funktion erweitern. Auch lassen sich auf diese Weise verschiedene Konfigurationen mit ein- und demselben Window Manager realisieren. Und ein umständliches Abändern Ihrer .xinitrc vor dem Start einer X-Session entfällt künftig.

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