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Manager-Wahl

Jo´s alternativer Desktop: selectwm

01.02.2002
Ihre .xinitrc ist eine ständige Baustelle? selectwm könnte Sie Ihrem Editor entreißen.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Einmal das ABC der Window Manager und Desktop-Umgebungen gefällig? Hier ist es: AfterStep, Blackbox, CTWM, dxwm, evilwm, FVWM, GNOME, HeliWM, IceWM, KDE, lwm, MWM, NovaWM, OLWM, PWM, qvwm, Ratpoison, Sapphire, twm, UDE, VTWM, wmx, XFce und YAWM. Zugegeben, sowohl "J" als auch "Z" fehlen – aber sicherlich werden auch hier noch Programme hinzustoßen. Unverkennbar haben wir es mit einer Unzahl zur Wahl stehender Oberflächen zu tun. (Nebenbei bemerkt: das Alphabet ließe sich auch mit völlig anderen Fensterverwaltern zusammenstellen). Da fehlt nur noch ein Tool, mit dem der User einen seiner installierten Window Manager und Desktop Environments für die anstehende Sitzung auswählen kann. Luc Dufresne hat es geschrieben.

Dem Ergebnis seiner Bemühungen gab er den Namen selectwm, setzte es zum freien Download auf seine Web-Seite http://ordiluc.net/selectwm/, und stellte das Programm unter die GPL. Und so finden Sie es auch auf der Heft-CD wieder.

Spielregeln

Das Prinzip hinter den Kulissen ist simpel und effektiv: Anstelle eines Window Managers startet künftig selectwm. Dieses Programm wiederum stellt die vom User eingetragenen Window Manager und Desktop-Umgebungen zur Wahl (wobei optional ein voreingestellter Eintrag automatisch nach dem Verstreichen einer definierbaren Zeitspanne startet). Auf Wunsch kehrt der User nach dem Beenden des Fensterverwalters zu selectwm zurück – andernfalls wird die User-X-Session sogleich beendet.

Um die Angelegenheit nicht unnötig zu verkomplizieren, benötigt selectwm für all dies kein separates Konfigurationstool, sondern ist im laufenden Betrieb innerhalb der einen einzigen Oberfläche vollständig und per Maus konfigurierbar.

Aber auch ein perfektes Tool benötigt etwas Hilfe: Es wäre unsinnig, müsste jeder Programmierer die Knöpfe und Texte seines Programms selber malen. In der Regel kommen hier sogenannte Toolkits zum Einsatz, die als Bibliotheken mehreren Anwendungen zur Verfügung stehen. selectwm greift auf das von Gimp und GNOME bekannte GTK+-Toolkit der Version 1.2.0 oder höher zurück. Aber keine Bange: Diese Mindestanforderung stammt vom 25. 02. 1999, und so sollte sie eine jede halbwegs aktuelle Distribution seit langem erfüllen.

Vorbereitungen

Allerdings liegt es an Ihnen sicherzustellen, dass auch das zugehörige Devel-Paket (Entwicklerpaket) auf Ihrem System installiert ist. Dieses enthält Teile der GTK+-Bibliothek, die Nutzer vorkompilierter Distributionspakete nicht benötigen. Nur wer entsprechenden Sourcecode selbst übersetzen möchte, muss sie vorrätig halten. selectwm kommt als Sourcecode daher, sofern Sie nicht ausgerechnet die Debian-Distribution verwenden: Nur für diese existiert ein aktuelles, fertig übersetztes Paket, das direkt mit dpkg installiert werden kann.

Viel schwerer ist das Selbstkompilieren allerdings auch nicht. Befindet sich GTK+ erst einmal auf der Festplatte, erledigen folgende Schritte (eingegeben an einer Eingabeaufforderung) den Rest der Installation:

tar xvfz selectwm-0.3.tar.gz
cd selectwm-0.3
./configure
make
su
make install
logout

Das Tool tar entpackt das Archiv, woraufhin das beiliegende Skript configure Ihr System befragt. In dessen Ausgabe brauchen Sie einem einfachen no keine Beachtung schenken. Erscheinen hingegen deutliche Hinweise auf einen Fehler oder bricht configure ab, ohne ein Makefile zu erstellen, so müssen Sie zunächst die Ursache hierfür beseitigen. Woran es mangelt, entnehmen Sie bitte der Skript-Ausgabe.

Tritt kein Fehler auf, werden Sie zuletzt aufgefordert, mit dem Befehl make fortzufahren. Dieses Tool übersetzt den vom Programmierer geschriebenen Code anhand des zuvor erstellten Makefiles in einen vom Linux-Kern ausführbaren Code; das Binary entsteht. An den rechten Fleck gelangt es mit dem Befehl make install, für dessen Ausführung kurzfristig der User root im Sourcen-Verzeichnis antreten muss.

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