Digitaler Linux-Videorekorder im Eigenbau, Teil 3

Geschnitten, programmiert und bedient

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Nach Aufbau und Inbetriebnahme der Hardware beschäftigen wir uns in diesem Teil mit der Bedienung des Videorekorders per Fernseher und Fernbedienung, dem Schneiden von Filmen und der Programmierung von Aufnahmen.

Wenn Sie die bisherigen Teile unseres Workshops verfolgt haben, ist Ihr Linux-Videorekorder bereits komplett eingerichtet. Im ersten Teil haben wir Ihnen schon die grundlegende Funktionsweise der Bedienoberfläche gegeben, die wir hier vertiefen wollen.

Die Bedienung des Videorekorders erfolgt am besten über eine Fernbedienung, vorzugsweise der SM-2416 wie im letzten Teil angesprochen. Grundsätzlich eignet sich auch jede andere Fernbedienung aus dem Zubehörhandel, für den sinnvollen Einsatz sollten Sie bei der Auswahl aber einige Punkte beachten. Als zentrale Bedienelemente kommen ein Tastenkreuz für die Navigation, drei beliebige Tasten für Bestätigung, Zurück, Menü, sowie die vier Farbtasten Rot, Grün, Gelb und Blau zum Einsatz.

Die Menü-Taste dient zum Ein- und Ausblenden des in Abbildung 1 gezeigten Hauptmenüs. In der gesamten Menüstruktur wird mit dem Tastenkreuz navigiert und mit Bestätigung die Auswahl getroffen. Zurück bringt Sie stets eine Ebene weiter nach oben oder verlässt auf oberster Ebene das Menü. Im Hauptmenü können Sie einen Menüpunkt zudem über seine Nummer direkt anwählen, eine Bestätigung entfällt dann.

Abbildung 1: Das Hauptmenü des Videorekorders wird über die Menü-Taste ein- und ausgeblendet. Die Navigation erfolgt über die Tasten Hoch, Runter, Bestätigung und die Farbtasten

Je nach Menüpunkt und Ebene werden den Farbtasten verschiedene Funktionen zugeordnet, im Hauptmenü zum Beispiel die Adhoc-Aufnahme über die rote Farbtaste. Welche Farben zur Verfügung stehen, erfahren Sie stets am unteren Rand des On-Screen-Displays (OSD). Ist der Inhalt eines Menüpunkts länger als eine Bildschirmseite - zum Beispiel Kanal-Liste, Programmvorschau oder die Aufzeichnungen - können Sie mit Rechts und Links jeweils eine Seite vor oder zurück blättern. Ausnahmen: Unter Einstellungen und im Timer-Menü verändern Sie damit einzelne Optionen oder deaktivieren Aufnahmen.

Elektronischer Programmführer

Der erste Menüpunkt enthält das EPG (Electronic Programm Guide), die Programmvorschau des jeweiligen Senders. Die Sendungen werden nach Anfangszeit und Sendedatum sortiert aufgelistet (Abbildung 2), mit den Tasten Rechts und Links lässt sich Seitenweise blättern, Hoch und Runter bewegen den Cursor. Bestätigung führt zur ausführlichen Beschreibung der ausgewählten Sendung, über die rote Taste lässt sich sehr komfortabel ein entsprechender Aufnahme-Timer programmieren.

Abbildung 2: Je nach Sender ist die Programmübersicht mehr oder weniger ausführlich, bei DSF fehlt sie sogar ganz. Schade, denn mittels EPG könnte man sogar die Programmzeitschrift ersetzen.

Die Beschreibung der Sendung spielt auch bei Aufnahmen eine wesentliche Rolle: Sie wird als Zusatz-Information bei der Aufnahme abgelegt und steht so für die Archivierung zur Verfügung. Bei Serien besonders interessant: Der Name der jeweilige Folge wird an den Serien-Namen angefügt (Einstellungen, Subtitle verwenden: ja).

Obwohl das EPG von der Konzeption extrem flexibel ist, wird es in der Praxis oft beschnitten. Vorreiter in Sachen EPG ist das ZDF: Es reicht bis um Mitternacht des Folgetages und zu nahezu jeder Sendung gibt es eine Beschreibung. Das EPG von Sat-1 reicht zwar oft drei bis vier Tage in die Zukunft, dafür sind nur einige Sendungen mit Beschreibungen ausgestattet. Die übrigen öffentlich-rechtlichen Sender verfügen meist über ein brauchbares EPG, das aber nur einen Tag voraus ist.

Datumswechsel im Morgengrauen

Besonders Chaotisch sieht es bei Pro 7 und Kabel 1 aus: Wenn das EPG überhaupt gesendet wird, liegt der Datumswechsel bei sechs Uhr am Morgen statt um Mitternacht. Eine Sendung, die zum Beispiel am ersten März 2002 um zwei Uhr Nachts ausgestrahlt wird, steht im EPG mit Sendedatum 28. Februar zwei Uhr.

VDR enthält inzwischen verschiedene Patches, die dieser Problematik entgegen wirken sollen. Verantwortlich dafür ist die Angabe EPG Fehlerbereinigung: 3 in den Einstellungen. Dennoch gibt es regelmäßig Probleme mit Lücken in der Programmvorschau oder falsch datierten Aufnahmen.

Die meisten anderen deutschen Privatsender, darunter die gesamte RTL-Gruppe, bieten ihr EPG nur für das aktuelle Datum bis Mitternacht und durchweg ohne Beschreibungen. DSF enthält sich komplett, ein EPG sucht man vergeblich.

Dabei ließen sich Videotext und EPG zentral verwalten und zum Beispiel die Videotext-Seiten automatisch aus einem vollständigen EPG generieren. Auch umgekehrt würde schon die Übernahme der Videotext-Informationen ins EPG bei den meisten Sendern eine erhebliche Verbesserung darstellen. Statt dessen setzt man einhellig auf manuelle Eingabe in zwei verschiedene Systeme, wie man immer wieder an Tippfehlern feststellen kann.

Auf der anderen Seite hat VDR nicht die Möglichkeit, auf den Videotext der Sender zurück zu greifen und von dort Programminformationen zu generieren. Auch eine Art VPS, mit dem sich Anfang und Ende einer Aufzeichnung bei Programmverschiebungen entsprechend ändern, gibt es bei DVB nicht. So bleibt vorerst nur, sich je nach Sender auf die Programmvorschau im Videotext zu verlassen oder wie bisher eine Programmzeitschrift zu kaufen und bei Aufnahmen genug Raum am Anfang und Ende einzuplanen (Einstellungen, Zeitpuffer bei Anfang/Ende).

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