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Transformationen

XML und XSLT

01.01.2002 XML gut und schön – doch ohne formatierte Darstellung ist es nur die Hälfte wert. Der dritte Teil unserer Miniserie beschäftigt sich mit der Ausgabe von XML-Daten mit Hilfe von XSLT.

Wohlgeformte XML-Dokumente zu erstellen, ist keine Kunst – ob mit einem gängigen Texteditor oder einem speziellen XML-Editor [1]. Eine DTD dazu [2] – schon wird daraus ein gültiges Dokument. Doch noch steht nicht fest, wie ein solches zur Anzeige formatiert wird. Hier kommen Stylesheets ins Spiel und damit die Sprache XSL ("EXtensible Stylesheet Language").

Diese "erweiterbare Formatsprache" besteht aus zwei Teilen: einer Komponenten zur Formatierung von XML-Daten und einer zweiten zur Transformation der XML-Daten in andere Formate. In diesem Artikel behandeln wir die Extensible Stylesheet Transformation, also die Umwandlung von XML-Daten in andere Formate. XSLT schreibt dabei den XML-Baum in einen anderen Baum um, etwa XHTML. Dabei können Sie alle Möglichkeiten zur Darstellung Ihrer Daten benutzen, die HTML bietet, einschließlich JavaScript und CSS.

Bäume und Wege

Um ein XML-Dokument zu transformieren, muss man auf jedes Element des XML-Baumes zugreifen können. Aus diesem Grund wurde XPath entwickelt. Diese Sprache verfügt über Befehle, Operatoren und Symbole, mit denen Sie jeden "Zweig" der XML-Datei erreichen, aber auch manipulieren und auswerten können.

Beim Verständnis der "XML Path Language" hilft das Wissen um die Organisation des Linux-Dateibaums. Dieser beginnt mit dem Root-Directory, von dem sich, einer Wurzel gleich, alle Verzeichnisse ableiten. Sie können jedes Element innerhalb des Dateisystems über einen Pfad ansprechen, der von diesem, mit einem Schrägstrich gekennzeichneten Ursprung ausgeht. Genauso verhält es sich in einem XML-Dokument. Auch hier gibt es ein Wurzel-(root-)Element, von dem sich alle Elemente des Dokuments ableiten.

Beim Adressieren der Elemente einer XML-Datei kommt die gleiche Syntax wie im Unix-Dateibaum zum Einsatz. Das Root-Element heißt in XPath /. Um etwa das Element vorname aus folgendem Ausschnitt einer XML-Datei anzusprechen, …

<adressen>
  <datensatz>
   <vorname>

… dient der Pfad /adressen/datensatz/vorname.

Werkzeuge

Ein XSL-Stylesheet enthält Anweisungen, um ein XML-Dokument in ein anderes Format umzuwandeln. Darin notieren Sie, was der XSLT-Parser mit den XML-Tags anstellen soll.

Um ein Stylesheet zu schreiben, benötigen Sie nichts weiter als einen beliebigen Editor, der Texte unformatiert speichert. Um eine XML/XSLT-Seite darzustellen, brauchen Sie einen Browser, der XSLT kann, oder einen XSLT-Parser. Saxon ist ein solcher. Da er in Java geschrieben wurde, funktioniert er auf allen Betriebssystemen, auf denen eine Java Virtual Machine installiert ist.

Die Erstausstattung eines angehenden XML-Autors könnte etwa so aussehen: der Editor Kate zum Kodieren der Stylesheets, KXMLEditor zum Schreiben der XML-Dateien, Saxon zum Erzeugen der HTML-Dateien und Konqueror sowie Mozilla zum Betrachten des Ergebnisses.

Saxon bekommen Sie auf der Programm-Homepage [3]. Sie laden die Datei saxon.zip herunter und entpacken sie in einem beliebigen Verzeichnis mit dem Befehl

unzip saxon.zip

Anschließend kopieren Sie die Datei saxon.jar in ein Verzeichnis, das im CLASSPATH steht.

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LinuxUser 03/2012

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