Software

01.01.2002

KDE 2.2.2

Das KDE-Entwickler-Team hat Ende November ein letztes Update für die zweite Generation des beliebten KDE-Desktops fertiggestellt. In KDE 2.2.2 wurden vor allem die seit der letzten Version bekannt gewordenen Programm- und Sicherheitsfehler behoben und die Geschwindigkeit noch einmal etwas verbessert. Nun konzentrieren sich alle Kräfte auf die (Weiter-) Entwicklung der für Frühjahr 2002 erwarteten dritten KDE-Generation.

Komplettlösung für Mittelstand

Wer als kleine bis mittelgroße Firma den Umstieg auf vernetzte Linux-Arbeitsplatzrechner in Erwägung zieht, der bekommt jetzt von der Dortmunder Firma natural computing GmbH, die mit dem Open-Source-Dienstleister Quelltext AG zusammenarbeit, ein Komplettpaket geschnürt. Für den Preis von 11.111 Euro (zzgl. MwSt.) erhalten kleine Mittelständler fünf Arbeitsplatzrechner mit TFT-Bildschirm, einen Zugangs-Server, einen Netzwerk-Server, einen Drucker, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und einen 8-Port-Switch. Auf den Rechnern läuft ein von natural computing speziell an bürotypische Anforderungen angepasstes Debian/GNU-Linux.

Der Dienstleister Quelltext AG sorgt dafür, dass das System "out-of-the-box" funktioniert und steht im Bedarfsfall mit Fernwartung und weiteren Support-Leistungen zur Verfügung. Bei Interesse stellt natural computing unter http://info@natural-computing.de<I> mehr Infos zur Verfügung.

Secure-Shell OpenSSH 3.0

Das Einloggen auf fremden Rechnern gehört im Zeitalter des Internets für viele Menschen zur alltäglichen Praxis. Im Gegensatz zu den älteren rlogin- beziehungsweise telnet-Protokollen überträgt die sogenannte Secure-Shell die Verbindungsdaten in verschlüsselter Form. Die ursprüngliche Version von Ssh, die kommerziell entwickelt wurde und spätestens seit Version 2.0 patentierte Verschlüsselungsalgorithmen verwendet, konnte sich in der Open-Source-Welt aus lizenzrechtlichen Gründen nicht durchsetzen.

Mit OpenSSH haben einige OpenBSD-Entwickler in mehrjähriger Entwicklungsarbeit eine freie Implementation der SSH-Protokolle 1 und 2 geschrieben. Die jüngst erschienene Version 3.0 hat alle patentfreien Bestandteile der kommerziellen SSH-Variante implementiert und enthält neben dem server-seitigen sshd-Daemon auch die zugehörigen Clients ssh (verschlüsseltes Einloggen), Scp (verschlüsseltes Kopieren) und Sftp (verschlüsselter Dateitransfer). Wer nicht warten möchte, bis Version 3.0 offizieller Bestandteil seiner Lieblingsdistribution wird, findet zumindest für Red-Hat-basierte Systeme bereits fertige RPM-Pakete unter http://www.openssh.org/portable.html.

Netscape 6.2 und Galeon 1.0

Mit der kürzlichen Entscheidung des Internet-Providers AOL, anstelle des Microsoft Internet Explorers in Kürze wieder den firmenintern weiterentwickelten Netscape als Standard-Browser einzusetzen, könnten die mit der Rendering-Engine "Gecko" bestückten Web-Browser auch in der Windows-Welt über kurz oder lang wieder einen höheren Marktanteil erlangen.

Das kommt natürlich der Linux-Surf-Gemeinde zugute, die immer häufiger mit Web-Seiten zu kämpfen hat, die sich (fast) nur noch auf dem Microsoft Internet Explorer ordentlich darstellen lassen.

Der November stand folglich wieder mal im Zeichen der Browser-Updates: Netscape ist nun wahlweise in Version 6.2 (Mozilla 0.9.4) oder 4.79 (Update der 4er-Generation) erhältlich. Das Browser-Only-Projekt Galeon erreichte bei Redaktionsschluss den Stand 1.0. Es benötigt wie üblich die aktuellste Mozilla-Version 0.9.6. Zum Schluss noch eine Warnung an alle Opera-Liebhaber: Aufgrund eines in der aktuellen Version 5 entdeckten Sicherheitslochs empfiehlt es sich, bis zum Erscheinen der neuen Version 6 das WWW mit deaktiviertem Javascript zu erkunden!

Browser-Plugin CrossOver 1.0.1

Das vor wenigen Monaten fertiggestellte Crossover-Plugin ermöglicht es Linux-Anwendern endlich, die gängigen Internet-Formate Shockwave und Quicktime (auch mit Sorenson-Algorithmus!) über ihren Web-Browser abspielen zu lassen.

Darüber hinaus lassen sich laut Hersteller Codeweavers mittels Wine-emuliertem Word-, Excel- und PowerPoint-Viewer aktuelle Office-Dateiformate von Microsoft sowie eFax-Dokumente betrachten, die häufig E-Mails in Form als Datei-Attachments beiliegen.

Das Crossover-Plugin steht seit kurzem unter einer Shareware-Lizenz und kann daher kostenlos heruntergeladen und auf dem Lieblings-Browser ausprobiert werden. Wer das Plugin nützlich findet und länger einsetzen möchte, sollte die einmalige Shareware-Gebühr von 19.95 US-Dollar (Download-Version) oder 29.95 US-Dollar (CD-Version) entrichten.

Java-IDE JBuilder 6

Nur ein Monat nach der Fertigstellung der zweiten Version der Delphi-IDE Kylix hat Borland im November auch eine neue Version der Java-IDE JBuilder vorgestellt. Die sechste Generation der Software beschert dem Profi-Entwickler wieder eine ganze Reihe neuer Werkzeuge wie UML-Code-Visualisierung, Refactoring und Unit-Testing.

Wer Enterprise Java Beans (EJB) entwickelt, wird sich vermutlich über den neuen Visual-Designer und die Unterstützung der neuesten EJB-Server-Generation freuen. Im Bereich Dokumentation hat Borland einige Verbesserungen integriert (beispielsweise der interaktive Javadoc Syntax-Checker). JBuilder gibt es wie gewohnt in den drei Versionen Enterprise (2000-3000 US-Dollar), Professional (400-1000 US-Dollar) und Personal (54.95 US-Dollar).

Bis Redaktionsschluss war noch unklar, ob die neue Personal-Variante wieder kostenlos herunterladbar sein wird.

HTML-Editoren Quanta 3.0 Gold und Bluefish 0.7

Die amerikanische Firma TheKompany bleibt ihrem eingeschlagenen Geschäftsmodell treu und veröffentlicht mit Quanta 3.0 Gold ein weiteres kommerzielles Produkt, das sich konzeptionell stark an bewährte Open-Source-Software (hier: Quanta Plus) anlehnt und diese mit Zusatz-Features veredelt.

Ob der Preis von 39.95 US-Dollar (Download-Version) bzw. 49.95 (CD-Version) US-Dollar für den HTML-Editor tatsächlich gerechtfertigt ist, ist angesichts der bislang kaum erkennbaren Zusatz-Features allerdings eher fraglich.

Im Open-Source-Bereich haben die Entwickler des Gtk-basierten HTML-Editors Bluefish eine weitere Minor-Release (0.7) freigegeben, in der kleinere Bugs der Vorgängerversion beseitigt und einige neue Übersetzungen integriert wurden. Sowohl Quanta Gold als auch Bluefish setzen beim Web-Entwickler grundlegende HTML-Kenntnisse voraus.

Die wahrscheinlich beste, deutschsprachige Online-Dokumentation rund um HTML & Co. ist Selfhtml. Vor kurzem hat der Autor eine neue Version (8.0) fertiggestellt.

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