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Gnomogram

News und Programme rund um GNOME

Gflow

Mit Hilfe von Gflow [8] lässt sich der Fluss um ein symmetrisches Objekt simulieren und graphisch darstellen. Da Gflow von konstanten Eigenschaften der Flüssigkeit ausgeht, eignet sich das Programm natürlich nicht für die U-Boot-Konstruktion. Trotzdem gibt es einen guten Einblick in das Verhalten von Flüssigkeiten verschiedener Dichte und Geschwindigkeit. Dazu errechnet Gflow drei Graphen, in denen der Fluss, die Stärke der Verwirbelungen und der Druck angezeigt werden. Die Berechnung der Graphen erfolgt iterativ, wobei ein Großteil der physikalischen Parameter während der Berechnung verändert werden können. Damit das möglich ist, lässt sich die Pause zwischen den Iterationen beliebig verlängern. Wer mit der Entwicklerversion arbeitet, kann die Ergebnisse außerdem über gnome-print ausdrucken. Aber auch wer die stabile Version bevorzugt, kann die Resultate der Rechnungen immer noch abspeichern. Gflow speichert allerdings keine Bilder, sondern die rohen Daten, die sich zum Beispiel mittels gplot oder über das Kommando "splot dateiname" ausgeben lassen. Für jedes Objekt legt Gflow mehrere Textdateien an, die das Objekt selbst, die berechneten Werte und die verwendeten Parameter enthalten. Wer selbst ein Objekt erstellen will, kann das mit dem recht eingeschränkten Programm gfdedit tun. Komfortabler ist es allerdings, einfach ein Objekt in einem Programm wie The Gimp zu erstellen, wobei das Bild die Maße 200x100 besitzen muss. Weiterhin sollte die Graphik auf zwei Farben indiziert werden, da Gflow alle nicht-schwarzen Farben als Teil des Objektes ansieht. Das Bildformat selber ist nicht entscheidend, da Gflow dank gdk-pixbuf einen Großteil der gängigen Formate unterstützt.

Abbildung 1: Ein GNOME-Schriftzug umgeben von virtueller Flüssigkeit

Abbildung 2: So sehen die von Gflow errechneten Flussdaten in Gplot aus

Evolution 1.0

Nach sechs Betas und mehreren Monaten intensiven Bugfixings wird Evolution [9] mit Erscheinen dieses Heftes endlich die 1.0 erreichen. Auch wenn bis zum Redaktionsschluss nur der erste Release Candidate verfügbar war, zeigt sich, dass sich die Fehlerbereinigung gelohnt hat: Evolution ist absolut alltagstauglich und demonstriert, was mit GNOME alles möglich ist.

Herzstück der an Outlook angelehnten Groupware ist der Mailer. Evolution versteht sich sowohl mit POP als auch IMAP und kann Verbindungen über diese Protokolle auch mit SSL schützen. Zuständig dafür ist die Bibliothek Camel, die neben diesen Protokollen auch verschiedene Speichermethoden wie Mbox und Maildir für die Nachrichten unterstützt. Da Camel unabhängig von Evolution ist, lassen sich auf diese Weise einfach neue Protokolle hinzufügen, auf die dann einfach über eine neue URI wie mbox://datei zugegriffen werden kann. Außerdem speichert Camel zu allen Ordnern eine Summary-Datei, in der einige Header-Daten abgelegt werden. So ist es möglich, sehr schnell nach bestimmten Nachrichten zu suchen. Natürlich beschränkt sich so eine Suche auf Merkmale wie Absender und Betreff - der Inhalt selbst wird von einer weiteren Bibliothek namens Ibex indiziert, so dass auch Anfragen zum Nachrichtenrumpf sehr schnell bearbeitet werden können.

Neben den normalen Ordnern lassen sich in Evolution auch "virtuelle" erstellen, die Nachrichten enthalten, welche einem oder mehreren der eben beschriebenen Suchkriterien entsprechen. Wer seine Mails lieber in reale Ordner sortiert, kann auf den Filter-Editor zurückgreifen. Dieser erlaubt neben dem Verschieben und Kopieren auch, einer Nachricht eine bestimmte Farbe bzw. einen bestimmten Status zuzuweisen, und ist gerade für Anfänger sehr viel einfacher zu verwenden als Procmail. Die Unterstützung von PGP bzw. GPG ist gerade angesichts zunehmender Überwachung ein wichtiges Feature - auch S/MIME-Unterstützung ist in Entwicklung.

Natürlich benutzt Evolution als GNOME-Vorzeigeprogramm die Komponentenarchitektur Bonobo, wo es nur geht. Alle eigentlichen Funktionen wie Mailer und Kalender sind unabhängige Komponenten, die bei Bedarf in die so genannte Shell geladen werden. Das hat den Vorteil, dass sich in Zukunft neue Komponenten hinzufügen lassen, ohne die so mühsam erarbeitete Stabilität der anderen Bestandteile zu gefährden. Das Ganze hat allerdings auch den Haken, dass die Komponenten auch dann im Speicher bleiben, wenn die Shell abgestürzt ist. Um all die in diesem Fall zurückgebliebebenen Prozesse zu beenden, bringt Evolution das Programm killev mit. Komponenten eröffnen weiterhin die Möglichkeit, Attachments direkt in Evolution anzuzeigen, wenn sich entsprechende Bonobo-Embeddables auf dem System befinden. Falls keine einbettbaren Komponenten vorliegen, ist Evolution aber dank Gnome-vfs immer noch in der Lage, einige Standard-Betrachter zu einem Attachment anzubieten, oder es einfach zu speichern.

Als ob Evolution nicht schon aus genügend unabhängigen Teilen bestehen würde, ist auch der Kalender in ein Front- und ein Backend unterteilt. Das Backend mit dem Namen Wombat kann die Kalender- bzw. Adressdaten auch anderen Anwendungen wie den Pilot-Conduits bereitstellen. So lässt sich der PDA auch ohne laufendes Evolution synchronisieren. Außerdem erlaubt das Backend, die Groupware-Funktionen von Evolution in Zukunft stark zu vergrößern. Bereits jetzt bietet der Kalender die Möglichkeit, Termine abzuklären. Unter Aktion/Aufgabe zuweisen im Fenster für neue Aufgaben lässt sich dazu eine Gruppe definieren, die den Termin in einer E-Mail als iTip-Attachment bekommen. Falls ein Teilnehmer zustimmt, wird der Termin direkt in die Aufgaben übertragen und via E-Mail bestätigt. Natürlich unterstützen auch andere Groupware-Lösungen wie Outlook oder Lotus Organizer diesen Standard. Wie es bei freier Software üblich ist, orientiert sich Evolution auch sonst an offenen Standards: So unterstützt der Kontakt-Manager neben dem Vcard-Format auch LDAP-Adressdatenbanken über Wombat. Andere Formate können zumindest importiert werden - so lassen sich Daten aus Programmen wie Elm, Pine oder Netscape problemlos übernehmen.

Eine Übersicht über alle Informationen bietet schließlich die Zusammenfassung, die in früheren Tagen als "My Evolution" bekannt war. Neben Informationen aus allen anderen Komponenten lassen sich hier RDF-Streams von News-Seiten sowie Wetterberichte einbinden.

Abbildung 3: Evolution kann auch mit iTip-Attachments zur Terminverwaltung umgehen

Abbildung 4: Die Anzeige des aktuellen Wetters ist in fensterlosen Büros sehr nützlich

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