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Linux - Installation, Konfiguration, Anwendung

Michael Kofler:

01.01.2002

"Linux" - der Untertitel "Installation, Konfiguration, Anwendung" tritt hinter dem Haupttitel zurück - von Michael Kofler ist ein Klassiker: Das nun in der sechsten Auflage erschienene Werk ist die vielleicht ausführlichste Einführung in das Betriebssystem.

Seit 1995, also über sechs Jahre ist Koflers Linux-Standardwerk auf dem deutschen Markt; Übersetzungen ins Englische, Französische, Italienische, Niederländische und Polnische zeugen von Markterfolg. Die aktuelle sechste Auflage (Addison-Wesley, ISBN: 3-8273-1854-8, 49,95 Euro) bietet auf 1286 Seiten nicht nur eine Einführung in Unix-/Linux-Grundlagen, sondern beantwortet darüber hinaus eine Vielzahl von Fragen zu Installation, Shell-Befehlen, X Window mit seinen Desktops KDE und GNOME sowie Netzwerk-Themen.

Die Gliederung des Buchs ist übersichtlich, auf der obersten Ebene ist Koflers Linux-Werk in vier Teile unterteilt: Installation (vier Kapitel, Grundlagen/Konfiguration (neun Kapitel), Netzwerk/Internet (sechs Kapitel) und Anwendung (acht Kapitel). Ein Anhang beschreibt Spezifisches zu Installation, Konfiguration und Software-Aktualisierungen bei den drei populärsten Distributionen - hier zeigt sich die Neuauflage hochaktuell, es werden Mandrake 8.1, Red Hat 7.2 und SuSE 7.3 (also drei der Testkandidaten im aktuellen LinuxUser-Distributionsvergleich) besprochen.

Durch das ganze Buch zieht sich die folgende Idee: Kofler möchte nicht in die Benutzung einer bestimmten Linux-Distribution einführen, sondern bietet Grundlagenwissen, das Anwendern aller Linux-Varianten durch die notwendigen Schritte hilft. So enthalten etwa die Installationskapitel keine sinnlose Wiederholung der SuSE- oder Red-Hat-Installationshandbücher, vielmehr werden Grundprinzipien von Festplatten-Partitionierung, Paketauswahl und Update-Prozeduren erklärt.

An vielen Stellen im Buch ist erkennbar, dass bei der Aktualisierung für die Neuauflage ganze Arbeit geleistet wurde: So gibt es beispielsweise Hinweise, wie das Euro-Symbol in KDE, LaTeX und in der Textkonsole verwendet werden kann; ein DSL-Kapitel beschreibt die Einrichtung eines entsprechenden Internet-Zugangs.

Anwendungen

Hat man sich durch die Grundlagen zu Systemeinrichtung, Shell-Befehlen und Konfiguration durchgearbeitet (60 Seiten Befehls-Referenz verraten nützliche Optionen der wichtigsten Befehle), dann kann man sich ruhigen Gewissens auch dem Anwendungsteil widmen: Hier geht es übrigens grundsätzlich um freie Software (unter GPL oder ähnlicher Lizenz); Einführungen in die Textverarbeitung mit StarOffice oder Texte zu anderen kommerziellen Produkten finden Sie nicht.

Neu in dieser Auflage ist unter anderem das Kapitel Audio, MP3 und CD-R: Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zur Sound-Einrichtung, Abspielen und Konvertieren von MP3 und anderen Audio-Formaten sowie dem Brennen von Audio- und Daten-CDs. Auf 34 Seiten wird für den (freien) Editor Emacs geworben, der mehr als ein einfacher Texteditor ist; wer sich dann mit Emacs vertraut gemacht hat, kann den Editor auch gleich verwenden, um ein erstes LaTeX-Dokument zu erstellen. Ist die Syntax von LaTeX zu komplex, weiß Koflers Buch auch hier Abhilfe: Mit dem LaTeX-Frontend LyX steht die Leistungsfähigkeit von TeX nämlich auch über eine komfortable Oberfläche zur Verfügung. Abgeschlossen wird der Anwendungsteil durch eine komplexe Behandlung des Grafikprogrammes "The GIMP".

Kofler erklärt in der Einführung, dass selbst sein umfangreiches Buch nur Teile von Linux und seinen Anwendungsmöglichkeiten beschreiben kann; gleiches gilt für diese Rezension: Wir konnten hier nur Teile der im Buch behandelten Themen erwähnen. Die Netzwerk-Kapitel sind sehr umfangreich und behandeln neben dem Einsatz als Netzwerk-Client und Internet-Zugangsrechner auch Server-Dienste - dennoch empfiehlt der Autor sein Buch nicht für Administratoren, hierfür verweist er auf spezialisiertere Texte.

Schönes Layout

Im Anwendungsteil sind die ca. 50 Seiten von Kapitel 25 ganz dem Thema LaTeX gewidmet: Dass der Autor den Einsatz dieses Textsatz-Systems nicht nur predigt, sondern auch selbst damit arbeitet, ist ein schöner Beweis für die Leistungsfähigkeit dieser Software. Da das Layout des Buchs "trotz" LaTeX-Einsatz in keiner Weise hinter in Word gesetzten Büchern zurückstecken muss, motiviert es vielleicht den Einen oder Anderen auch zum LaTeX-Einstieg.

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