Dran drehen

Sie haben beim Starten von Knoppix auch Kontrolle über bestimmte Systemparameter. Anstatt einfach [Return] zu drücken, geben Sie am Bootprompt eine der in Tabelle 1 aufgelisteten Optionen an. Auf Rechnern mit wenig Arbeitsspeicher bietet sich beispielsweise die Boot-Option knoppix desktop=twm an. Besitzen Sie eine bisher nicht direkt von XFree86 unterstützte Grafikkarte, so ist die Option knoppix xmodule=vesa sinnvoll. Der erste, am LILO-Bootprompt einzugebende Wert legt die zu benutzende LILO-Sektion fest. Normalerweise geben Sie hier knoppix an. Möchten Sie jedoch, dass die automatische Hardwareerkennung nach jedem erkannten Gerät stoppt und Ihnen die Möglichkeit gibt, weitere Treibermodule zu laden oder die Konfiguration zu ändern, sollten Sie stattdessen expert sagen. Anschließend können Sie beliebige Parameter aus Tabelle 1 eingeben.

Tabelle 1: Boot-Optionen von Knoppix

Option Bedeutung
lang=L Tastaturbelegung auf L setzen. Mögliche Werte sind de und us. Default ist de.
desktop=D Eine Desktop-Umgebung bzw. einen Window-Manager vorgeben. Mögliche Werte für D sind kde, gnome, larswm und twm. Default ist kde.
screen=S Vorgabe für die Bildschirmauflösung beim X-Window-System. Mögliche Werte sind zum Beispiel 800x600, 1280x1024 oder 640x480. Standardmäßig ist S=1024x768 eingestellt.
xserver=X Auswahl des zu startenden X-Servers. Mögliche Werte sind XFree86 (für XFree86 4.1.0) und XF86_SVGA, XF86_3DLabs, XF86_8514, XF86_AGX, XF86_FBDev, XF86_I128, XF86_Mach8, XF86_Mach32, XF86_Mach64, XF86_Mono, XF86_P9000, XF86_S3, XF86_S3V, XF86_W32 (für XFree86 3.3.6), wobei XFree86 voreingestellt ist.
xmodule=M Auswahl des Treibermoduls für XFree86 4.1.0. Mögliche Werte sind ark, ati, chips, cirrus, cyrix, fbdev, glide, i128, i740, i810, mga, neomagic, nv, r128, radeon, rendition, s3virge, savage, siliconmotion, sis, tdfx, trident, tseng, vesa.
N Vorgabe des Default-Runlevels. Mögliche Werte sind 5 (normaler Systemstart mit Desktop und vier Textkonsolen) und 2 (Systemstart mit vier Textkonsolen). Diese Option muss als letzte in der Reihe der Boot-Parameter stehen und hat den Default-Wert 5.
floppyconfig Beim Systemstart wird das (selbst erstellte) Skript knoppix.sh von einer separaten Diskette ausgeführt. Darüber lässt sich eine dauerhafte Konfiguration realisieren.

Sicher ist sicher

Damit der von CD gebootete Rechner nach Einrichtung der Netzwerkkarte mit netcardconfig oder Einwahl über PPP oder DSL nicht sofort zur Sicherheitslücke wird, sind bei Knoppix als Voreinstellung alle Netzwerkdienste abgeschaltet. Dadurch fehlt etwa die Möglichkeit, sich von außen einzuloggen. Selbst, wenn sie Dienste wie den Secure-Shell-Server sshd über das Skript /etc/init.d/sshd starten, ist ein ssh-Login darüber nicht möglich, weil sämtliche Passwörter in der Datei /etc/shadow als ungültig markiert wurden. Die grafische Oberfläche läuft unter den Rechten des unprivilegierten Benutzers knoppix. Nur die vier Textkonsolen (erreichbar über [Strg-Alt-F1] bis [Strg-Alt-F4]) haben die Rechte des Systemverwalters root. Sowohl die Textkonsolen als auch das X-Window-System werden direkt durch den init-Prozess gestartet. Eventuell vorhandene Linux- oder Windows-Partitionen auf der Festplatte lassen sich über die KDE-Laufwerksicons ohne Schreiberlaubnis (read-only) ansprechen. Damit wird ein versehentliches Löschen von Dateien durch Fehlbedienung effektiv verhindert.

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