Starthilfe

Da es bei einigen BIOS-Versionen Probleme mit dem direkten Booten von CD gibt (älteren Rechnern fehlt diese Eigenschaft oft völlig), sieht der Autor alternativ die Erstellung einer Boot-Diskette vor. Egal, ob Knoppix von CD oder Diskette gebootet wird, der nächste Schritt beim Systemstart ist das Erkennen des CD-ROM-Laufwerks und das Einbinden des komprimierten Dateisystems aus der Datei KNOPPIX, die im gleichnamigen Verzeichnis auf der CD steht. Abhängig vom freien Arbeitsspeicher richtet das System eine Ramdisk ein, die die zwingend schreibbaren Verzeichnisse /home und /var aufnimmt.

Abbildung 2: Automatische Hardwareerkennung

Nach der bereits erwähnten automatischen Erkennung der kernelseitig unterstützten Hardware geht es an die (ebenfalls automatische) Konfiguration des X-Window-Systems. Dazu bedient sich Knoppix der in XFree86 4.1.0 eingebauten Funktion, die Grafikkarte über den PCI-Bus zu identifizieren. Zusätzlich wird das kleine Tool read-edid eingespannt, das die Monitordaten von der Grafikkarte über das Data-Display-Channel-Protokoll (DDC) abfragt.

Ältere Grafikkarten werden unter Umständen nicht mehr von XFree86 4.1.0 unterstützt. Für diesen Fall ist parallel die ältere Version 3.3.6 installiert. Wenn alle Stricke reißen, bleibt noch der Betrieb im VESA-Framebuffer-Modus, von dem man allerdings keine Geschwindigkeitswunder erwarten darf.

Die Gesamtperformance des Systems hängt natürlich stark vom Speicherausbau, von der Geschwindigkeit des CD-ROM-Laufwerks und nicht zuletzt vom Prozessor ab. Auf einem Rechner mit Pentium III Prozessor und 128 MB Arbeitsspeicher lief der in Abbildung 3 gezeigte Desktop recht flüssig. Ein Pentium I mit 166 Mhz, 96 MB Arbeitsspeicher und einem 24x-CD-ROM-Laufwerk arbeitete schon etwas zähflüssig; hier sollte man besser auf die Alternativen zu KDE zurückgreifen.

Abbildung 3: KDE direkt von CD

Ausflug auf die Konsole

Auch ohne grafische Oberfläche hat Knoppix Einiges zu bieten. Alles, was auf der Textkonsole Rang und Namen hat, ist vertreten: der Datei-Manager Midnight Commander, die textbasierten Web-Browser w3m, lynx und links, der Mail-Client mutt, der Newsreader slrn. Den Beweis, dass auch die Textkonsole für Multimedia-Effekte zu gebrauchen ist, liefert das Sound- und "Grafik"-Demo bb.

Ebenfalls konsolenbasiert ist ein Tool, mit dem Sie Knoppix zu etwas mehr (virtuellem) Speicher verhelfen können. Das Skript mkdosswap erkennt automatisch DOS/FAT-Partitionen, ermittelt den freien Platz darauf und bietet Ihnen an, dort eine Swap-Datei anzulegen, die als virtueller Speicher mitbenutzt wird (Abbildung 4). Den Rest der Partition lässt das Skript unverändert. Bestehende Linux-Swap-Partitionen werden von Knoppix übrigens automatisch benutzt.

Abbildung 4: Virtuelle Speichererweiterung

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Dr. Linux: Knoppix
    Alle reden von Knoppix, der Ein-CD-Distribution, die das Ausprobieren von Linux gefahrlos erlaubt. Grund genug, die dringendsten Fragen von (Neu)-Einsteigern zu beantworten.
  • Beeindruckende Vielfalt
    Knoppix sucht als Livesystem im Funktionsumfang seit jeher seinesgleichen. Die aktuelle Version 5.1.1 kommt nicht nur mit dem 3D-Desktop Beryl sondern auch mit einer schreibenden NTFS-Unterstützung.
  • Knoppix blitzschnell
  • Ideal für USB: Knoppix 7.3 Medialinx Edition
    Die Mutter aller Live-Distributionen wartet in ihrer jüngsten Inkarnation Knoppix 7.3 mit Neuerungen wie UEFI-Boot, Desktop-Export und einfachem Upgrade auf. Unsere exklusive Medialinx Edition bringt außerdem den Adobe Reader und das Flashplayer-Plugin mit.
  • Knoppix 5.3 auf DVD
    Die ersten Knoppix-Versionen waren der Prototyp für sofort einsetzbare Live-Distributionen. Auf der Heft-DVD finden Sie die neue Version 5.3.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...